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Montag, den 13.12.2010 | Dieser Beitrag ist in den Rubriken Musicals und Shows und Magazin zu finden.

Achtung, alter Parkscout-Artikel

Apassionata – im Licht der Sterne


Dichter Bodennebel erfüllt die mit einem tiefen Blau beleuchtete Arena, zu mystischen Klängen erscheint ein Pferd scheinbar aus dem Nichts mit einer Reiterin, deren Gewand aus Dutzenden von kleinen Lichtern zu bestehen scheint, gefolgt von vier weiteren Pferden, an deren Beinen kleine Wunderkerzen befestigt sind und die als lebendig gewordene Sternschnuppen an den Besuchern vorbei schweben. Keine Frage – der Auftakt von "Apassionata – im Licht der Sterne" ist ein Traum aus Klang, Licht, Mensch und Tier.

Die Geschichte der Show ist schnell erzählt: Als sich das Mädchen Leyla beim Anblick einer Sternschnuppe etwas wünschen will, stürzt diese auf die Erde und zerfällt zu Sternenstaub. Leyla sammelt ihn auf und füllt ihn in ihren Glückbringer. Sie möchte mit dem Sternenstaub alle Menschen glücklich machen.Doch sie wird an ihrem Plan gehindert: Eine dunkle Gestalt entwendet Leyla ihren Glücksbringer. Gemeinsam mit dem geheimnisvollen Reiter Pedro macht sie sich auf Weg den Sternenstaub zurückzuerobern. Dieser Handlungsstrang wird zwar von einem Sprecher aus dem Off erzählt, spielt allerdings keine wirkliche Rolle. Denn wer die Apassionata besucht, geht es nicht um eine feinsinnige Storyline, sondern zunächst einmal um Pferde – und davon gibt es wahrlich mehr als genug.

Schon gleich am Anfang gibt es das erste Highlight der Show. Wenn die Trickreiter der "Ukrainian Cossacks" zu peitschender Musik menschliche Pyramiden auf den Rücken galoppierender Pferde bauen oder sich unter diesen umherwirbeln, ist dies schon einmal ein fulminanter und temporeicher Start in die zwei Stunden dauernde Reise von Leyla auf der Suche nach dem Sternenstaub. Für die witzigen Momente zuständig hingegen ist Laurent Jahan, der zusammen mit seinem Esel "Basile" unter einer Wolldecke kuschelt und beweist, dass Esel gar nicht so störrisch sind wie der Ruf, der ihnen vorauseilt. Schier unglaublich ist die "Ungarische Post" des Franzosen Patrice Raymond, der mit bis zu sechs Iberern durch die Arena jagt und dabei über brennende Hindernisse springt. Diese actionreiche Darbietung bildet auch gleichzeitig den Schluss der ersten Hälfte der Show, die insgesamt etwas kurzweiliger ist als die nach der Pause folgende zweite Hälfte.
Ungarische Post
Hier ist es dann vor allem die Freiheitsdressur von Sylvie Willms ohne Sattel und Zaumzeug mit gleich zwei Pferden, die zu begeistern weiß. Auch die große Freiheit von Christophe Hasta Luego mit fünf Isballen-Lusitanos beeindruckt, wenn man sieht, wie der Franzose nur mit seiner Stimme und seinen Gesten die Pferde wie von Zauberhand durch die Arena zu lenken scheint. Ein optischer Hochgenuss ist außerdem der Auftritt der schwarze Friesen unter der Leitung von Petra Geschonnek, der an Eleganz kaum zu überbieten ist. Erwähnenswert ist natürlich auch der Live-Gesang der isländischen Sopranistin Arndis Halla, die mit ihrer glockenklaren Stimme die Besucher verzaubert.

"Apassionata – im Licht der Sterne" ist eine High-End-Show mit aufwendiger Beleuchtungstechnik, die hochprofessionell produziert und für große Arenen konzipiert wurde. Hier liegt dann vielleicht auch der einzige Schwachpunkt – es wirkt alles ein wenig steril, zu groß und zu straff durchorganisiert, durchaus vergleichbar mit den meisten Shows des berühmten Cirque du Soleil, der ein ähnliches Problem hat. Im direkten Vergleich wirkt der ebenfalls gerade tourende Pferdepalast mit seinem Programm "Sudakan" für den normalen Show-Besucher heimeliger und dank der im Programm eingebauten Artistik-Nummern auch etwas vielfältiger. Trotzdem ist die Apassionata natürlich gerade für Pferdefans ein Pflichtbesuch – weitere Informationen zu den Tourdaten und Eintrittspreisen finden Sie unter: www.apassionata.de.




© parkscout/MV, Bilder: Apassionata




 




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