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Die Zucht von Mantelpavianen gelingt im Berliner Zoo schon seit 1925 regelmäßig. Und dennoch ist die Beobachtung der heranwachsenden Affenbabys am Pavianfelsen etwas ganz Besonderes. Kaum ein Moment vergeht, in dem es nicht zu Interaktionen zwischen Müttern, Kindern und dem Rest der etwa 30 Köpfe starken Affengruppe kommt.
Der Berliner Pavianfelsen ist eine der interessantesten Freianlagen des Zoos. Er wurde bereits 1932 als gitterlose Außenanlage aus natürlichem Elbsandstein gestaltet und entspricht den felsigen Lebensräumen der in Ostafrika und dem Nahen Osten beheimateten Mantelpaviane. Die aus 11 Männchen und 18 Weibchen bestehende Gruppe setzt sich aus mehreren Untereinheiten zusammen. Jeweils mehrere Weibchen werden von dominanten Männern bewacht, die den übrigen Tieren an Größe deutlich überlegen sind. Erstaunlich im Falle der Berliner Affen ist die Tatsache, dass sich – sozusagen als Chef-Pascha aller – ein einäugiges Männchen durchgesetzt hat. Wie ein übermächtiger Pirat wacht er über den gesamten Affenfelsen und ist vielleicht sogar der Vater aller drei diesjährigen Jungtiere.
Die an ihren Müttern klammernden Babys wurden am 8. August sowie am 22. und 29. September geboren und sind in den nächsten Lebensmonaten noch auf Muttermilch angewiesen. Die Erziehung des Nachwuchses ist nicht immer antiautoritär. Ehe ein Kleines vom Felsen abstürzt, wird es schon vorher gemaßregelt und gelegentlich unsanft am Schwanz festgehalten. Später müssen sich die Weibchen den Männchen fügen. Dafür drohen letzteren bei ruppigen Rivalenauseinandersetzungen zahlreiche Verletzungen, die wie man in Berlin gesehen hat selbst zum Verlust eines Auges führen können. Die Sozialstrukturen der Mantelpaviane spiegeln ansatzweise die dunklen Seiten der Menschlichen Gesellschaft, doch ist es unsinnig tierische Verhaltensmuster aus menschlich moralischer Sicht zu werten. Die Geschichte der Berliner Pavian-Community ist sogar mit dem 2. Weltkrieg verknüpft; denn 10 der insgesamt nur 91 Tiere, die das Chaos überlebt hatten, waren Mantelpaviane, von denen einige sicher zu den Urahnen der Neugeborenen zu zählen sind.
Montag, den 19.10.2009 | Dieser Beitrag ist in den Rubriken Zoos und Tierparks und Pressemeldungen zu finden.
Berlin: Affenbabys am Pavianfelsen
Der Berliner Pavianfelsen ist eine der interessantesten Freianlagen des Zoos. Er wurde bereits 1932 als gitterlose Außenanlage aus natürlichem Elbsandstein gestaltet und entspricht den felsigen Lebensräumen der in Ostafrika und dem Nahen Osten beheimateten Mantelpaviane. Die aus 11 Männchen und 18 Weibchen bestehende Gruppe setzt sich aus mehreren Untereinheiten zusammen. Jeweils mehrere Weibchen werden von dominanten Männern bewacht, die den übrigen Tieren an Größe deutlich überlegen sind. Erstaunlich im Falle der Berliner Affen ist die Tatsache, dass sich – sozusagen als Chef-Pascha aller – ein einäugiges Männchen durchgesetzt hat. Wie ein übermächtiger Pirat wacht er über den gesamten Affenfelsen und ist vielleicht sogar der Vater aller drei diesjährigen Jungtiere.
Die an ihren Müttern klammernden Babys wurden am 8. August sowie am 22. und 29. September geboren und sind in den nächsten Lebensmonaten noch auf Muttermilch angewiesen. Die Erziehung des Nachwuchses ist nicht immer antiautoritär. Ehe ein Kleines vom Felsen abstürzt, wird es schon vorher gemaßregelt und gelegentlich unsanft am Schwanz festgehalten. Später müssen sich die Weibchen den Männchen fügen. Dafür drohen letzteren bei ruppigen Rivalenauseinandersetzungen zahlreiche Verletzungen, die wie man in Berlin gesehen hat selbst zum Verlust eines Auges führen können. Die Sozialstrukturen der Mantelpaviane spiegeln ansatzweise die dunklen Seiten der Menschlichen Gesellschaft, doch ist es unsinnig tierische Verhaltensmuster aus menschlich moralischer Sicht zu werten. Die Geschichte der Berliner Pavian-Community ist sogar mit dem 2. Weltkrieg verknüpft; denn 10 der insgesamt nur 91 Tiere, die das Chaos überlebt hatten, waren Mantelpaviane, von denen einige sicher zu den Urahnen der Neugeborenen zu zählen sind.
© Parkscout / Zoo Berlin










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