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Donnerstag, den 28.04.2011 | Dieser Beitrag ist in den Rubriken Zoos und Tierparks und Magazin zu finden.

Achtung, alter Parkscout-Artikel

Bernhard Grzimek: Ein Leben für die Tiere, Teil 1


Schon in jungen Jahren war das Leben von Bernhard Klemens Maria Hoffbauer Pius Grzimek von engem Kontakt zu Tieren geprägt. Bereits mit 19 Jahren leitete er einen landwirtschaftlichen Betrieb, zu dem unter anderem eine Geflügelfarm gehörte. Zur gleichen Zeit begann er ein Studium der Veterinärmedizin in Leipzig und Berlin, das er 1933 mit Promotion abschloss. Es folgten Positionen als Sachverständiger beim Preußischen Landwirtschaftsministerium, Referent im Reichsnährstand, Regierungsrat im Reichsernährungsministerium, Veterinär in der Wehrmacht, Direktor des Zoologischen Gartens in Frankfurt am Main und als Beauftragter der deutschen Bundesregierung für den Naturschutz. Einem breiten Publikum wird er allerdings durch "Ein Platz für Tiere" und den Films "Serengeti darf nicht sterben", der 1970 mit einem Oscar ausgezeichnet wurde, in Erinnerung bleiben.

Die Serengeti
In der Tiersendung des Hessischen Rundfunks stand vor allem die Vorstellung verschiedener Tierarten und ihrer Lebensräume im Vordergrund. Um diese seinen Zuschauern nahe zu bringen, setzte Grzimek auch auf die Hilfe tierischer Co-Moderatoren. Egal ob Affe oder Leopard, grundsätzlich kam jede Tierart, gefährlich oder nicht, für den Job an der Seite des Zoodirektors in Frage. Trotz der Intention, eine breite Öffentlichkeit für den Schutz der Natur und die Erhaltung von Lebensräumen gewinnen zu wollen, war "Ein Platz für Tiere" alles andere als eine Sendung mit erhobenem Zeigefinger. Vielmehr schaffte es der gebürtige Oberschlesier, durch eine saloppe Sprache und viele Anekdoten, die Menschen zu unterhalten. Sätze wie "Der einzige, der einen Ozelotpelz wirklich braucht, ist ein Ozelot" sind bis heute legendär. Folge dieser frühen Form des Edutainments waren Einschaltquoten von bis zu 70 Prozent. Das Konzept einer Belehrung mit großem Unterhaltungswert wendete Grzimek allerdings nicht nur im Fernsehen an. Auch die Besucher des Frankfurter Zoos, dessen Direktor er unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg geworden war, kamen in den Genuss einer völlig neuen Art des Tiererlebnisses. So wurde hier beispielsweise erstmals eine Pädagogin engagiert, außerdem wurde der Tiergarten der Mainmetropole bald bekannt für die damals noch sehr neuartige Form der gitterlosen Tierhaltung mit einem so naturnah wie möglich gestalteten Lebensraum. Die Lebensräume fremder Tierarten, von denen Grzimek in "Ein Platz für Tiere" erzählte, wurden hier für seine Fans erstmals greifbar, die Zoobesucher wurden für den damals noch relativ unbekannten Begriff "Naturschutz" sensibilisiert.

Grzimeks Engagement ging allerdings noch weiter. Unter Willy Brandt wurde er zum ersten Beauftragten für Naturschutz der Bundesrepublik. Bald schon musste er allerdings erkennen, dass er in dieser Position keine großen Veränderungen herbeiführen konnte. Nach seinem Rücktritt setzte er darum vermehrt Bürgerinitiativen, außerdem gründete er zusammen mit einigen prominenten Mitstreitern wie dem Verhaltensforscher Konrad Lorenz und dem TV-Journalisten Horst Stern den Bund für Umwelt- und Naturschutz in Deutschland (BUND).

Lesen Sie morgen den zweiten Teil über das Leben von Bernard Grzimek...

Foto: Koen Muurling

© parkscout/US, Foto: Koen Muurling




 




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Liebes Parkscout Team,

ich finde eure Arbeit zur Zeit allererste Sahne mit Zuckerguss und Geleekirsche oben drauf. Was ihr so alles auf die Beine stellt ist echt suesser, als der goldgelbe Honig der von meinem herrlich frischen und krossen Toastbrot tropft.
Die Artikel, oder eher Meisterwerke, die ihr in den letzten Wochen und Monaten veröffentlicht habt, haben meinen Alltag ungemein bereichert, mir aus meinem inneren Tief geholfen und mich sogar dazu inspiriert meinen Lebenstraum zu verwirklichen: einen schnulzigen Liebesroman zu schreiben.
Man kann förmlich den, an Mineralien reichen, Schweiss reichen, der in die Arbeit dieser Artikel gesteckt wurde!
Immer wenn ich in den Genuss komme, einen eurer Artikel lesen zu dürfen, komme ich mir vor, als würde ich auf einer rosa Wolke dem rubinroten Sonnenuntergang entgegenreiten! Die Poesie eurer Texte geht jedesmal unter meine zarte Haut.

Im Ernst: Ihr macht in letzter Zeit wirklich klasse Artikel, die ich gerne lese! Weiter so!

29.04.2011 05:58
Hijoro Mueller-Iboko






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