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Mittwoch, den 22.08.2007 | Dieser Beitrag ist in den Rubriken Freizeitparks und Magazin zu finden.

Achtung, alter Parkscout-Artikel

Das Jupiterrad für Zuhause


So soll das Jupiterrad später einmal aussehen
Daß in Freizeitparks häufig Volksfestattraktionen zu finden sind, ist ja hinlänglich bekannt. Aus diesem Grunde kann man sich mit den zahlreichen Kirmes-Modellbausätzen der Firma Faller im Prinzip also seinen eigenen Park fürs Wohnzimmer zusammenstellen. Ob man dafür nun ein versierter Modellbauprofi sein muß oder ob auch "Amateure" zu einem zufriedenstellenden Ergebnis kommen, hat unser Redakteur Mike Vester in einem Selbstversuch getestet. Entschieden hat er sich dabei für das große Jupiterrad - ein Riesenrad, wie man es zum Beispiel im Fort Fun oder in Walibi World vorfindet...

Gleich nach dem Öffnen stelle ich fest, daß die große Verpackung nicht nur viel Inhalt verspricht, sondern zweifellos auch liefert – immerhin kommen rund 1.200 Einzelteile zum Vorschein, die für das Jupiterrad verbaut werden müssen: von Klebefolien angefangen über die verschiedensten Kunstoffteile bis hin zum mitgelieferten Elektromotor, der das Rad zum Schluß in Bewegung setzen soll.


Für mich als Laien gleich auf den ersten Blick erfreulich: Pinsel und Farben können im Schrank bleiben – alle Einzelteile sind bereits in der passenden Farbe gegossen worden. Also schnell noch den passenden Expert Plastik-Kleber von Faller und ein scharfes Messer zur Seite gelegt und schon kann es im Prinzip losgehen...

Rund 1.200 Einzelteile müssen verarbeitet werden
Zunächst einmal sollte man sich die beiliegende Bauanleitung gut durchlesen – diese ist zwar durchaus logisch aufgebaut und läßt keine Fragen offen, allerdings kann man schnell eine Kleinigkeit übersehen, die bei einem späteren Bauabschnitt zu Problemen führen könnte. Gemäß Anleitung starte ich also erst einmal mit der Bodenplatte, auf der das Jupiterrad später montiert werden soll. Die kleinen Grate beim Lösen der Bauteile kann man mit einem scharfen Messer problemlos entfernen – allerdings muß man dabei angesichts der teilweise sehr filigranen Elemente wie zum Beispiel Geländer und Rückwandverstrebungen etwas vorsichtig vorgehen, was aber bei einer halbwegs ruhigen Hand keinerlei Probleme darstellt.

Sehr schön gelöst ist das Anbringen der Klebefolien auf verschiedene Kunststoffteile: Hierzu wird die Folie vor dem Aufkleben in Wasser (am besten mit Spülmittelzusatz) getaucht, wodurch sie sich beim Anbringen noch gut hin- und herschieben läßt. Zwar sind die einzelnen Klebeteile auf der Folie angestanzt, allerdings lassen sich diese oft nicht so einfach lösen, da diese Vorstanzung manchmal unterbrochen war – eine Schere sollte man also für Notfälle dabei auch zur Hand haben, damit man die Folienteile nicht aus Versehen einreißt.

Es geht voran
Die Stützen stehen!


Schon nach wenigen Stunden Arbeitszeit ist die Bodenplatte fertig vorbereitet: Geländer und Treppen sind plaziert, die beklebte Rückwand angebracht und das Kassenhäuschen vorbereitet. Was nun folgt, ist der Aufbau der großen Träger, in die das eigentliche Rad später eingehängt wird. Obwohl diese Träger mit Schrauben befestigt werden und später auch nachjustiert werden können, sollte man gerade hier mit äußerster Sorgfalt vorgehen. Gleiches gilt auch für den Einbau des Elektromotors und des Antriebsrades, das später für ein gleichmäßiges Drehen des Rades sorgen soll. Nachdem auch dieser Arbeitsschritt beendet ist, folgt der Zusammenbau des eigentlichen Rades und der Gondeln, welcher sich in den nächsten Tagen noch als Fleißarbeit herausstellen wird.

Das Montieren der Radspeichen ist dabei noch völlig unproblematisch und geht dank der perfekt gegossenen Einzelteile gut von der Hand. Auch die Verbindung der Speichen mit dem äußeren Radkranz ist weitaus einfacher als befürchtet. Zu diesem Zeitpunkt überprüfe ich schon einmal, ob das eingehängte Rad "rund" läuft und vom Motor gleichmäßig bewegt wird. Und voila! Nichts eiert, alles läuft perfekt – das Nachjustieren kann ich mir also getrost sparen! Als nächstes sind jetzt die Verstrebungen innerhalb des Rades dran, welche die einzelnen Speichen verbinden. Als etwas grobmotorischer Mensch, der auch nicht unbedingt die ruhigste Hand hat, muß ich dabei nun zu einer Pinzette greifen, da diese Verstrebungen doch recht klein sind und genau eingesetzt werden müssen, damit das Rad keine Unwucht bekommt. Ähnliches gilt übrigens auch für die farbigen Dekoleisten, die im Anschluß auf den Speichen angebracht werden. Danach ist das eigentliche Rad fertig und läuft bei einem Test immer noch ruhig und gleichmäßig. Perfekt!

Das fertige Jupiterrad
Als Abschluß sind nun die einzelnen Gondeln des Jupiterrads an der Reihe: Insgesamt 36 Stück, die alle mit kleinen Folienteilen beklebt und mit Geländern versehen werden müssen. Der Zusammenbau ist relativ zeitaufwendig und spätestens nach der Hälfte der Gondeln auch etwas nervtötend, da die Geländer nicht aus einem Stück gegossen sind, sondern pro Gondel aus insgesamt sechs Einzelteilen zusammengesetzt werden, von denen vier zum Überfluß auch noch vorsichtig gebogen werden müssen. Dies gelingt zwar meistens nicht so, daß es beim Ankleben gerade ist, aber nach dem Trocknen kann man alles noch vorsichtig passend korrigieren. Nach etlichen Stunden, die bei diesem Bauabschnitt ins Land gehen, ist es schließlich soweit: Die 36 Gondeln werden in das Rad aufgehängt und das ganze dann anschließend montiert. Beim ersten Test lief das Rad zwar immer noch schön gleichmäßig, aber einige der Gondeln "hakten" etwas, woraufhin ich die Gondelachsen am Ende mit etwas Nähmaschinenöl beträufelte, was das Problem sofort löste.

Fazit

Der Anblick der fertigen Jupiterrads ist schon beeindruckend: Mehr als 50 Zentimeter ragt es in die Höhe und wirkt trotz aller Filigranität imposant. Mit einem Preis von 189 EUR ist das Modell sicherlich kein billiges Vergnügen, aber der Lieferumfang und vor allem die Qualität der Teile, die Faller hier liefert, rechtfertigt das Geld allemal. Ein Modellbau-Amateur wie ich braucht für den Zusammenbau sicherlich mehr als 20 Stunden – man ist also eine durchaus längere Zeit damit beschäftigt. Und vor allem: Spaß gemacht hat es auch, wenn aus einem Haufen Kunststoffteile Schritt für Schritt ein genaues Abbild des bekannten Jupiterrads auf dem heimischen Schreibtisch entsteht. Da Faller noch viele weitere Kirmes-Fahrgeschäfte in seinem Angebot hat, kann sich jeder auf diese Weise seinen eigenen Freizeitpark zu Hause zusammenbauen – der Autor wird sich jedenfalls im Winter mal an eine Achterbahn heranwagen. Weitere Informationen zum Angebot von Faller finden Sie auf der Homepage des Unternehmens unter www.faller.de.



© parkscout/MV



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