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Mittwoch, den 27.04.2011 | Dieser Beitrag ist in den Rubriken Freizeitparks und Kolumnen zu finden.

Achtung, alter Parkscout-Artikel

Der perfekte Parktag!


Haben Sie sich in letzter Zeit vielleicht einmal bei einem Freizeitparkbesuch über etwas geärgert? Fragen Sie sich, warum so viele Menschen so gerne dorthin fahren, während Ihre letzten Erfahrungen eher negativer Natur waren? Kein Problem! Hier sind ein paar Tricks und Kniffe, wie Ihr nächster Besuch garantiert zu einem Erlebnis wird, das Sie so schnell nicht wieder vergessen werden...

Wählen Sie den Tag für Ihren Freizeitparkbesuch sorgfältig aus! Die Zeit außerhalb der Schulferien ist natürlich tabu – nicht dass Sie noch ganz alleine für die Hauptattraktionen anstehen. Prima geeignet sind Feier- und Brückentage bei schönstem Wetter und natürlich der Klassiker: die Sommerferien – vor allem, wenn die Anrainerstaaten auch alle in den Urlaub fahren. So ist garantiert, dass Sie keine unnötige Zeit mit dem Besuch von Shops und Restaurants oder zeitverschwendendem Chilling verbringen müssen. Sie können sich dann ungestört auf das Warten konzentrieren – und mal ehrlich: gibt es denn etwas Schöneres für zwischenmenschliche Erlebnisse als das gemeinsame zweistündige Anstehen für eine Achterbahn? Na also: Der Besuch in den Sommerferien bei 30 Grad und Sonne sorgt nicht nur für nette Gespräche mit Wildfremden, sondern bietet auch ganz neue Geruchserlebnisse in den Wartebereichen, wenn sich die Mischung aus echtem Männerschweiß, billigem Parfum, Essensresten auf dem Boden und dem Zigarettenqualm einiger unbelehrbarer Gäste zu einem einmaligen Nasenschmaus entwickelt. Das dazu passende Gequengel von kleinen Kindern und der aggressive Tonfall der darauf reagierenden Eltern sorgt ebenfalls für gute Stimmung beim Warten. Ein Freizeitparkbesuch dient zwar primär der Unterhaltung, aber gerade Frauen sollten nicht vergessen, dass man(n) auch dort ein gewisses Maß an aufreizender Kleidung zu schätzen weiß. Also die Turnschuhe schön im Schrank stehen lassen und aus dem Ensemble der zweistelligen Treteranzahl die höchsten Pumps anziehen, die sich dort finden – je spitzer der Absatz, desto größer die Wirkung. Nur Weicheier tragen bequemes Schuhwerk – und wer könnte den fast schon erotisch anmutenden Bewegungen, welche die Damen dann spätestens am Nachmittag auf den Schotterwegen der Parks hinlegen, widerstehen? Und wenn sich dann bei den ersten Blasen die Tränenflüssigkeit mit dem dick aufgetragenen Eyeliner zu einem feschen "Smoky-Eyes"-Look verbinden, kann Frau zufrieden mit sich sein – schließlich passt der Gesichtsausdruck dann auch perfekt zum hauchdünnen Oberteil, das nach einer Fahrt mit der Wildwasserbahn die tollkühnsten Männerphantasien anregt.

Aber auch für die Herren der Schöpfung gilt: Frauen wollen etwas zum Anschauen! Ein T-Shirt gehört also selbst bei kühleren Temperaturen nicht in die Hose, sondern in die Tasche. Gibt es ein erhabeneres Bild als den fettgestählten Oberkörper eines echten Haudegens, bei dem aus jeder Körperöffnung mindestens ein Haarbüschel das Licht der Welt erblickt? Nein, die Damenwelt möchte in einem Freizeitpark nicht nur nackte Waden, sondern auch entblößte Wampen sehen! Und die am liebsten in vornehmem Weiß. Also keine falsche Scham! Wenn es zu heiß wird, einfach runter mit der Oberbekleidung und sich mit lasziven Bewegungen durch die Besucherscharen wälzen. Gerade für Singles ein heißer Tipp!

Für Familien gilt hingegen: Papa weiß alles! Und Papa braucht niemals fragen! Also wozu sich dann den ganzen Tag mit einem der völlig unnötigen Parkpläne abschleppen? Auch wenn die Frau noch so oft darauf besteht, vielleicht doch eines der Faltblättchen hinter dem Eingang in die Handtasche zu verstauen: die Kinder wollen was fahren, und Papa hat alles im Griff. Und wenn dann nach einer Stunde verzweifelt nach einer Toilette oder einer bestimmten Attraktion gesucht wird, hat dies ja schließlich auch den gewissen Reiz einer spannenden Schatzsuche – und ohne die Karte mit dem dicken Kreuz macht es gleich nochmal so viel Spaß. An dieser Stelle ein Hinweis für die Damen: Intervenieren ist zwecklos! Papa wird niemanden um Hilfe bitten! Weder den Parkplan noch einen Parkangestellten – wozu auch? Das würde schließlich die ganze Spannung für die Kinder zunichte machen.

Wenn Sie mit einem Kinderwagen in einem Freizeitpark unterwegs sind: Denken Sie daran – Ihr Gefährt ist eine Waffe, die sich an vollen Tagen hervorragend dazu eignet, um sich etwas Platz zu verschaffen. Vergessen Sie die gute Kinderstube und jegliche Form von Rücksicht! Immer drauf mit der Karre gegen die Fersen Ihrer Mitbesucher. Und wenn sich jemand über den blutigen Kratzer an seinem Fuß beschweren sollte: Schleudern Sie ihm einfach Ihr unfreundlichstes Gesicht entgegen, brüllen laut etwas von "Kinderfeindlichkeit" und Sie werden sehen, wie sich plötzlich unbeteiligte andere Familien mit Ihnen verbünden und dem Übeltäter selbst giftige Blicke zuwerfen. Wenn Sie den Kinderwagen irgendwo stehen lassen müssen: Bitte unbedingt mitten auf den Weg stellen – zu den 20 anderen, die dort schon plaziert wurden. Setzen Sie sich einfach gemütlich auf eine Bank und beobachten Sie mit Freude die munteren Ausweichmanöver, die von den anderen Besuchern eingeleitet werden müssen, um nicht über die Fahrzeuge zu stolpern – eine ganz besondere Form des interaktiven Street Entertainments.

Bitte beachten
Die Texte der Kolumnen-Autoren sind deren persönliche Meinung und decken sich nicht zwangsläufig mit der Meinung der Redaktion Parkscout.

Autoreninfo Mike Vester

Mike Vester, 51, beschäftigt sich bereits seit seiner Jugend mit dem Thema Freizeitparks / Kirmes und gehört heute zu den wichtigsten Autoren der Parkscout-Fachredaktion. Sein Hang zu Polemik und Übertreibungen ist zwar legendär, aber wer genau hinhört, merkt schnell, daß er mit seinem Motto "zeitlos, stillos, geschmacklos" zwischen den Zeilen immer genau den Punkt trifft. Der frühere Kleinkunst-Texter ist überzeugter Fan von allem, was mit dem Thema "Disney" zu tun hat und läßt dies auf seine liebenswert schrullige Art auch sicherlich öfter in seine Kolumne einfließen. In diesem Sinne also: Immer vester druff...



© parkscout/MV



KOMMENTARE     Eigenen Kommentar verfassen

Wirklich seltsam, wer sind die Menschen die so etwas tun? Natürlich ist alles wahr was geschrieben wurde, aber alle Kommentargeber schließen sich an. Statistisch gesehen dürfte sich also keiner so "falsch" verhalten?!

19.08.2012 21:35
Mario




Ich finde den Artikel echt genial :D, zum Glück hab ich regelmäßig unter der Woche freu und muss net mal Urlaub nehmen um außerhalb der Ferien unter der Woche wegzufahren :D

12.08.2011 20:06
Julian Karl




Herr Vester, sind sind ein höchst böser Mensch.
Wenn ich Ihnen das nächste mal begegne, werde ich höchstpersönlich mit dem ab Werk mit zusätzlicher Verstärkung und einem angeschliffenen Rahmen unseresTeutonia Kinderwagens in die Parade fahren - das wird ein Spaß!
Ihr Hinweis auf die Zusammenrottung zu einem Elternrudel habe ich dankend aufgenommen und diesbezüglich mit dem Elternverband "Kevin-Chantalle - dat sin unsere Blagens" Kontakt aufgenommen und wir wollen diesen Artikel dann gerne noch mal persönlich erörtern!

In diesem Sinne,
wir sehen uns im Park! HAHAHAHAHAHAHAHAHA!

02.05.2011 10:31
Fred Ferkel




Sehr guter Arikel! Und es stimmt alles! Ich versuche zwar die stark besuchten Tage möglichst zu meiden, aber auch an besucher schwächeren Tagen macht man Bekanntschaften mit den genannten Phänomenen!

29.04.2011 09:04
Sally S.




Ich finde besonders, dass das RAUCHEN stört.

28.04.2011 15:00
Jannik Drüke




Leider alles so wahr! Nach ca. 250 Parkbesuchen nichts, was ich noch nicht erlebt hätte.
Und leider hat nicht jeder die Möglichkeit, Parks wochentags außerhalb der Ferien zu besuchen, so z.B. wenn deine Parkbegleiterin sich den wunderschönen Job der Lehrerin gewählt hat und nun natürlich von dir verlangt, mitten in den Sommerferien(!!!) den Europapark zu besuchen. Grrrrr!

28.04.2011 12:06
Elsie K.




Finde den Artikel leider überhaupt nicht lustig oder amüsant :/.
Trotzdem, netter Versuch!

28.04.2011 00:02
Kurt Becker




Treffender kann die Realität nicht dargestellt werden, Super! Ähnliche Anekdoten kann ich auch aus Zoos berichten, wo es oft diese tollen Ausleih-Bollerwagen gibt. Beispiel Köln, Tropenhaus: Riesenschilder, das hier keine Bollerwagen reindürfen. Natürlich wird das dezent ignoriert. Und mittendrin merkt Papi dann, warum. Die Wagen passen nämlich nicht durch die Topthematisierten Felsengänge. Also wieder zurück und die hundert nachfolgenden Besucher haben gefälligst rücksicht zu nehmen und Platz zu machen. Manchmal glaub ich, das manche Leute Ihre eigene Blödheit noch pro eigenem Kind multiplizieren - oje Kinderfeindlichkeit, sorry....

27.04.2011 19:18
Michael




Klasse Artikel!
Ich wäre vor lachen fast vom Stuhl gefallen.
Echt amüsant geschrieben und am lustigsten daran...es
ist alles wahr.

27.04.2011 17:00
Carsten Schmidt




Der Text ist einfach nur geil und so dermaßen aus dem wahren Parkleben gesprochen.

27.04.2011 15:47
jörg bauch




Die nackte Wahrheit... das pralle Leben...

Ich lache mich auch total tot über diesen genialen Beitrag - vorallem wenn es Leute gibt die den Artikel so garnet kapieren... aber gut- wenn man nachts schreibt (siehe unten)

27.04.2011 13:29




Ein weiterer genialer Text von MV. Könnte jeden Tag MV Kolumne lesen.

27.04.2011 13:12
Ingo Wahlen




Einfach die beste Kolumne die Ich je hier gelesen habe!

27.04.2011 11:06
Lean E.




GRÖÖÖÖÖÖÖL!!!!!!!!

Der Text bringts genau auf den Punkt!! ich wisch mir immer noch die Tränen aus den Augen. LOL

27.04.2011 10:57
Carsten Bachmann




Selten so gelacht. Einfach nur geil. Das traurige ist aber, daß es die reine Wahrheit ist. Zwar in etwas ironischer Form, aber so ist Opa Vester nunmal ;)

27.04.2011 10:03




SUPER! Das ganze bitte vertonen und mit einem Film im Stile der 70er-Jahre-Lehrfilmchen veröffentlichen!!!

Hut ab!

27.04.2011 10:45
Andreas R.




Sehr geehrte Damen und Herren,

soll dieser Beitrag etwa als Witz verstanden werden? Ich weiß aus persönlicher Erfahrung, dass die Werktage außerhalb der Ferienzeit am besten für einen Freizeitparkbesuch geeignet sind, weil nicht so viele Leute im Park sind und demzufolge es so gut wie keine Wartezeiten an den Hauptattraktionen gibt. An den Wochenenden, an Feiertag und vor allen Dingen in den Sommerferien ist immer die Hölle los, weil es dann so voll ist, dass man stundenlang an den Attraktionen warten muss und dazu habe ich wirklich keine Lust. Dies ist einfach pure Zeitverschwendung. Also, was soll dieser bescheuerte Artikel? Ich bitte um eine kurze Stellungnahme. Vielleicht verstehe ich ja etwas falsch.

Mit freundlichen Grüßen

Frank Bersch

(Anm. der Red.: Der satirische Charakter der Kolumne sollte schon offensichtlich sein, oder?)

27.04.2011 03:27
Frank Bersch






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