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Mittwoch, den 30.05.2012 | Dieser Beitrag ist in den Rubriken Freizeitparks und Kolumnen zu finden.

Kolumne: Die perfekte App


Smartphones gehören heutzutage zum normalen Alltag in Deutschland – alleine im Jahre 2011 gab es bereits 20 Millionen Nutzer eines solchen Mobiltelefons, Tendenz weiter steigend. Durch den Einsatz von zahlreichen Applikationen sind derartige Geräte eigentlich prädestiniert, einen Besuch in einem Freizeitpark oder in einem Zoo für die zahlende Kundschaft weitaus angenehmer zu gestalten, als dies jemals möglich gewesen ist. Leider wird das Potential im Moment aber von den allerwenigsten Destinationen voll ausgeschöpft – in den meisten Fällen sogar sträflich vernachlässigt.

Durch den Einsatz eines parkinternen Netzwerks, auf das man mit WLAN Zugriff hat, wäre es schon heute problemlos möglich, dem Besucher eines Freizeitparks über eine App die aktuellen Wartezeiten bei den Attraktionen zeitnah zu übermitteln, so dass man nicht mehr mehrere hundert Meter durch den Park laufen muss, um dann zu sehen, dass bei der Achterbahn, die man gerade fahren möchte, im Moment eine Wartezeit von 60 Minuten und mehr angeschlagen ist, während bei einer anderen Attraktion, die man auch besuchen möchte, gerade niemand ansteht. Die zeitliche und räumliche Planung eines Freizeitparkbesuchs könnte mit einer solchen App enorm aufgewertet werden, denn wenn man zu jeder Zeit an jedem Ort die aktuellen Wartezeiten an den einzelnen Attraktionen kennt, kann man seinen Besuch einfach effizienter gestalten. Natürlich wird es hier auch Schwankungen geben, da die Besucherströme sich entsprechend anpassen würden, aber eine Tendenz wäre sicherlich weiterhin gegeben. In größeren Parks mit Service-Restaurants empfiehlt es sich an vollen Tagen, für ein Mittag- oder Abendessen einen Tisch zu reservieren. Auch hier wäre der Einsatz einer App durchaus denkbar, mit deren Hilfe man einfach mit seinem Smartphone eine entsprechende Reservierung tätigen kann, anstatt die Hotline anzurufen oder beim Gäste-Service vorstellig zu werden. Gerade bei internationalen Destinationen, bei denen noch eine gewisse Sprachbarriere herrscht, wäre dies sicherlich hilfreich, da eine App natürlich auch in mehreren Sprachversionen angeboten werden kann.

Noch mehr Einsatzmöglichkeiten

Auch Fastpass-Systeme, die täglich jede Menge Papiermüll produzieren, könnten über Apps abgewickelt werden, Informationen über Attraktionen wie Größenbeschränkungen oder auch technische Daten in Freizeitparks oder interessante Informationen über Tiere in Zoos könnten mit einer App übermittelt werden. Dank Ortungsdienst weiß die App jederzeit, wo man sich gerade im Park befindet und könnte die Besucher darauf hinweisen, dass nur wenige Meter entfernt in fünf Minuten die Fütterung der Paviane erfolgt oder dass in zehn Minuten ganz in der Nähe eine spannende Show beginnt, die man vielleicht sonst verpasst hätte – die Möglichkeiten sind schier unbegrenzt.

Doch nicht nur für den Besucher wären solche Apps hilfreich, auch für die Betreiber von Zoos oder Freizeitparks hätten sie einen echten Mehwert, da sich mit ihrer Hilfe die Besucherströme gezielt steuern lassen. Wenn beispielsweise eines der Restaurants gerade hoffnungsvoll überlaufen ist, während in einem anderen fast null Andrang herrscht, kann man dies dem Gast mitteilen und damit seinen Umsatz steigern. Auch für den Merch-Bereich würde eine App neue Möglichkeiten bieten – so könnte man dem Gast zum Beispiel Benachrichtigungen über Sonderangebote schicken, die er sonst nicht wahrgenommen hätte. Natürlich kostet die Entwicklung einer solchen Smartphone-Applikation Geld, und auch das Einpflegen der Daten macht sich nicht von alleine – trotzdem glaube ich, dass es sowohl für den Gast als auch für den Park selbst eine sinnvolle Ergänzung des Service-Angebots wäre, die auch sicherlich irgendwann in die Realität umgesetzt wird.


Bitte beachten
Die Texte der Kolumnen-Autoren sind deren persönliche Meinung und decken sich nicht zwangsläufig mit der Meinung der Redaktion Parkscout.

Autoreninfo Mike Vester

Mike Vester, 51, beschäftigt sich bereits seit seiner Jugend mit dem Thema Freizeitparks / Kirmes und gehört heute zu den wichtigsten Autoren der Parkscout-Fachredaktion. Sein Hang zu Polemik und Übertreibungen ist zwar legendär, aber wer genau hinhört, merkt schnell, daß er mit seinem Motto "zeitlos, stillos, geschmacklos" zwischen den Zeilen immer genau den Punkt trifft. Der frühere Kleinkunst-Texter ist überzeugter Fan von allem, was mit dem Thema "Disney" zu tun hat und läßt dies auf seine liebenswert schrullige Art auch sicherlich öfter in seine Kolumne einfließen. In diesem Sinne also: Immer vester druff...



© parkscout/MV




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Schöner Beitrag - ich gebe dir mal wieder komplett Recht. Zum Glück ist Disneyland Paris da eine Ausnahmen. Mit den beiden Freizeitpark Apps kann man seinen Besuch sehr effizient gestalten - schnell einmal die App aufgemacht und geschaut wo momentan nicht die "Hölle" los ist, dann hingelaufen und schnell gefahren. Neben den Fastpassmöglichkeiten ist diese App wirklich sinnvoll zu nutzen. und ist immer Up to Date! Danke an das DLP!

11.06.2012 11:52
Philipp




Hallo,

habe versucht genau dieses Thema als Diplomarbeit für mein Informatikstudium umzusetzten. Leider hat kein deutscher Park daran interesse gezeigt.

31.05.2012 09:22
ich




Gruselige Vorstellung...
Wobei - die PArks könnten sicherlich einiges an Gestaltung und Themenelementen sparen, wenn demnächst alle Besucher eh nur noch auf ihre ollen Handys starren. Nach dem Lesen dieser Kolumne bin ich einmal mehr froh, dass ich mir irgendwann angewöhnt habe, Freizeitparkbesuche einfach zu genießen und diesen ganzen Handy-Fotoapparate-Technik-Quatsch einfach daheim zu lassen...

ABER: das "hoffnungsvoll überlaufene" Restaurant ist großartig! ;)

31.05.2012 00:09
crazyx






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