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Dungeons



Dienstag, den 03.04.2012 | Dieser Beitrag ist in den Rubriken Magazin und Freizeitparks zu finden.

Dungeons in Europa


Geschichtsunterricht ist trocken und langweilig? Nun ja, zugegeben, in der Schule vielleicht schon. Dass es aber auch anders geht, beweisen die Dungeons nun schon seit teilweise fast 40 Jahren. Bereits 1974 wurde in London unter dem Bahnhof Tower Bridge ein historisches Gruselkabinett eröffnet. Die Große Pest von 1665, der Stadtbrand 1666 – viele Details der britischen Vergangenheit werden vor den Augen der Besucher zu grausiger Gegenwart.

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Grausiges Treiben im Dungeon
Für Authenzität sorgen dabei, wie auch in den anderen Niederlassungen in Hamburg, York, Blackpool und Edinburgh, sowohl multimediale Effekte wie auch echte Schauspieler, die den Besucher teilweise bedrohlich nahe auf die Pelle rücken. Und sie verkörpern dabei nicht unbedingt die angenehmsten Zeitgenossen der jeweiligen Stadtgeschichte: So treibt beispielsweise in Hamburg Klaus Störtebeker sein Unwesen. Zum Tode verurteilt handelt er mit dem Henker einen grausigen Deal aus – mit abgeschlagenem Kopf flaniert er an seiner Mannschaft vorbei – wen er dabei passiert, dessen Leben soll gerettet sein. In London sehen sich die Besucher dagegen keinem Seeräuber gegenüber, dafür aber einem der berüchtigsten Mörder der Weltgeschichte: Im Schlafzimmer von Mary Jane Kelly erleben sie das letzte Verbrechen von Jack the Ripper.

Im niederländischen Dungeon steht die Geschichte gleich zweier Frauen im Vordergrund: in einem dunklen Verlies begegnet man Geertje Dircx, einer zeitweiligen Lebensgefährtin des Malers Rembrandt von Rijn, die dieser nach Beziehungsstreitigkeiten ins Irrenhaus einweisen ließ, wo sie seither unter erbärmlichen Bedingungen vor sich hin vegetiert. Ihre Hilfeschreie gellen den Besuchern in den Ohren. In York und Blackpool sind es dagegen die Wikinger, die die Besucher in Angst und Schrecken versetzen: In York finden sie sich in einem zerstörten Kloster wieder und hören machtlos das Näherrücken des berüchtigten Eric Bloodaxe und seiner mörderischen Armee, während sie sich in Blackpool in einem Wikingerlager befinden und den nordischen Göttern huldigen sollen. Aber auch hier kommt man an einer blutigen Schlacht nicht vorbei, denn Wikinger und Sachsen stehen sich unversöhnlich gegenüber. Aber auch im schottischen Edinburgh sollten sich die Besucher ihrer Haut nicht zu sicher sein: in der Dunkelheit des Dungeon lauert Kannibale Sawney Dean auf seine nächsten Opfer.
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Kopf ab!
Gleich vier Dungeons beschäftigen sich mit einer der größten Katastrophen, mit denen das mittelalterliche und frühneuzeitliche Europa zu kämpfen hatte: der Schwarze Tod, die Pest, treibt ihr Unwesen in Blackpool, York, Hamburg und London. Verzweifelte Schreie der Sterbenden hallen durch die Luft, auf Schritt und Tritt stolpert man über Leichen und schrecklich gezeichnete Kranke stellen sich den Besuchern in den Weg.

Aber die Horrorshow der Schauspieler ist nur ein Aspekt der Dungeons. Hinzu kommt die direkte Einbindung der Besucher in das Geschehen, die sich auf vielfältige Art und Weise äußern kann. Neben den schon angesprochenen Berührungen durch gruselige Gestalten, sind es vor allem die Folterszenen und Gerichtsverfahren, bei denen die Gäste unversehens selbst zum Mittelpunkt des Geschehens werden können. Der Hexerei oder ähnlich schwerer Verbrechen angeklagt, sehen sie sich mit einem Mal einer blutrünstigen Gerichtsbarkeit gegenüber, aus deren Fängen es kein Entrinnen zu geben scheint.

Der letzte Gang der Verurteilten führt in den meisten Fällen übrigens direkt zum Galgen. Edinburgh, Blackpool, London und Hamburg setzen der Grusel-Erfahrung mit Extremis: Drop Ride to Doom die Krone auf. Ein Freefall-Tower simuliert hier die letzten Sekunden eines Todeskandidaten – bis zum freien Fall ins Nichts. Einzig in Amsterdam und York werden die Besucher auf andere Weise ins Jenseits befördert: im holländischen Dungeon führt die Achterbahn Reaper: Drop Ride to Doom direkt in die finstersten Abgründe der Hölle, während in York der Henker dafür sorgt, dass die Besucher kurz vor dem rettenden Ausgang doch noch den Kopf verlieren.

© Parkscout.de/US




 




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Also mein Freund und ich waren letztes Jahr im Dungeon in Amsterdam.
Waren ziemlich enttäuscht....
Es werden eig nur versch. Geschichten erzählt mit mehr oder weniger Gruseleffekt, die zudem recht unspektakulär sind...
Die Aufmachung der einzelnen Räume/Szenen war ok aber ebenfalls nichts ausergewöhnliches!
Die sog. Achterbahn am Ende war ein Witz, 3 Kurven, einmal runter und fertig......
Der Eintrittspreis mit ca 20euro pP ist also meiner Meinung völligst überzogen.
Also kann im Endeffekt nur davon abraten!

08.04.2012 13:58
SvenK.






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