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Spirit © GOP Variete
© GOP Variete



Mittwoch, den 09.05.2012 | Dieser Beitrag ist in den Rubriken Magazin und Musicals und Shows zu finden.

GOP Variete Essen: Spirit


Spirit © GOP Variete
© GOP Variete
Hakuna Matata Akrobats
Als GOP-Direktor Matthias Peiniger am Sonntag die Gäste zur Premierenfeier der neuen Show "Spirit" im Essener Variete-Theater begrüßte und während einer sehr emotionalen Rede ganz offensichtlich mit den Tränen kämpfte, war deutlich, dass die Produktion etwas ganz Besonderes sein musste. Der Grund liegt darin begründet, dass "Spirit" von dem Saxophonisten Finn Martin konzipiert wurde, der im vergangenen Jahr in Leipzig bei einem Auftritt tödlich verunglückte, und man die neue Show sozusagen als sein Vermächtnis ansehen könnte.

Entsprechend schlicht kommt das Bühnenbild daher, hauptsächlich bestehend aus weißen Tüchern, auf die immer wieder Bilder von Finn Martin projeziert werden, der damit nicht nur integraler Bestandteil von "Spirit" ist, sondern wie ein Schutzheiliger über das Geschehen wacht. Die neue Produktion, die unter der Regie von Ulrich Thon entstanden ist, sei eine seiner Lieblings-Shows, so Peiniger vor dem Beginn - und nach dem Schlussapplaus mag man ihm auch durchaus zustimmen. Den Rahmen von "Spirit" bilden Texte von Rilke, die den Besucher in eine fremde Welt einladen – dunkle Silhouetten der Künstler bewegen sich als Schattenriss auf den Tüchern, während Wolfgang Stute und Hajo Hoffmann mit ihren Instrumenten ein Klanggemälde erzeugen, das teils rhythmisch, teils merkwürdig fremd und doch bekannt Räume aus Tönen schafft. Nach diesem eher nachdenklichen Einstieg folgt eine Tempo-Akrobatik-Nummer der afrikanischen Hakuna Matata Akrobats – die Melancholie weicht der Lebensfreude. Mit welcher Leichtigkeit die vier Herren aus Tansania menschliche Türme bauen, ist schon beachtlich. Allerdings ist dies nur der Vorgeschmack auf eine später im Programm folgende Vertikalstangen-Darbietung, bei der sie scheinbar alle physikalischen Grenzen aushebeln und den Pole hinaufklettern, sich hinunter gleiten lassen und waghalsige Sprünge vorführen, als gäbe es keine Schwerkraft. Einen solch körperlichen Einsatz hat der Amerikaner Darren Burrell nicht nötig, um die Besucher in Staunen zu versetzen. Als "Burl the Bubble Guy" kommt der 44-jährige auf die Bühne und lässt Seifenblasen aus seinen Händen entstehen – wunderschöne Objekte von kürzester Lebensdauer schweben im Saal, zerplatzen und zeigen auf magische Weise die Endlichkeit des Seins.

High-Speed Jojo

Während die langsam gleitenden Seifenblasen eine stoische Ruhe ausstrahlen, zeigt der japanische Künstler Yukki, mit welchem immens hohen Tempo Jojos durch die Luft wirbeln können. Die rasante Nummer wird von stimmungsvollem Schwarzlicht eingerahmt, die Jojos sind von innen beleuchtet und flitzen wie Glühwürmchen im Zeitraffer durch den Raum. Zu den Highlights gehört außerdem noch eine wunderschön poetische Luftring-Darbietung der 26-jährigen Deutschen Lena Gutschank, bei der auch Kontorsions-Elemente verarbeitet wurden, und die Antipoden-Nummer von Vanessa Alvarez, bei der sie nicht nur Schirme mit ihren Händen und Füßen balanciert, sondern auch eine Gitarre. Nicht vergessen sollte man natürlich auch das Duo Lynn & James aus China, die den Kampf der Geschlechter bei einer ausdrucksstarken Partnerakrobatik auf eine etwas andere Art und Weise darstellen.

Impressionen aus "Spirit"

Bild links Bild rechts
  • Spirit<br />© GOP Variete
  • Spirit<br />© GOP Variete
  • Spirit<br />© GOP Variete
  • Spirit<br />© GOP Variete
  • Spirit<br />© GOP Variete
  • Spirit<br />© GOP Variete

Außerdem muss noch erwähnt werden, dass es ein paar Comedy-Einlagen des Ukrainers Kotini Junior gibt – allerdings passen seine pantomimischen Clownereien nicht wirklich in das Gesamtkonzept von "Spirit" und wirken in ihrer Albernheit eher deplatziert zwischen Jazz und Rilke. Und auch wenn der 45jährige den Silbernen Clown in Monte Carlo bekommen hat: Manchmal ist weniger eben doch mehr!

Insgesamt ist "Spirit" ein sehr empfehlenswertes Programm, das aber aufgrund des Anspruchs polarisieren dürfte. Literarische Texte und Musik jenseits des Mainstreams sind vermutlich nicht jedermanns Sache – müssen es aber auch gar nicht sein. Die Show habe das Potential, seine Lieblingsshow zu werden, verkündete Matthias Peiniger noch in seiner Rede. Ob dies auch bei den Zuschauern gelungen ist, wird sich zeigen. Aber schon jetzt bleibt festzuhalten, dass es sicherlich eine der innovativsten und künstlerisch wertvollsten Produktionen ist, die bisher im Essener GOP Variete gezeigt wurden. Weitere Informationen zu den Showzeiten und den Eintrittspreisen unter www.variete.de.




© parkscout/MV




 




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