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22.06.2026 | Magazin | Freizeitparks

Happy Birthday, Expedition GeForce!


Zu seinem 30. Geburtstag im Juni 2001 hatte der Holiday Park im rheinland-pfälzischen Haßloch sich selbst und seinen Gästen ein imposantes Päckchen geschnürt. Inhalt: die "Expedition GeForce", ein Megacoaster, den sich der Park satte zehn Millionen Euro kosten ließ. Hersteller dieses überdimensionalen Geburtstagsgeschenks war Intamin, während das Münchener Ingenieurbüro Stengel rund um den "Achterbahnguru" Werner Stengel für die statische und dynamische Berechnung der Fahrstrecke und des Tragwerks zuständig war.

Partystimmung im Plopsaland Deutschland

Mit der "Expedition GeForce" darf das Plopsaland Deutschland, wie der ehemalige Holiday Park heute heißt, eine der immer noch größten und spektakulärsten Achterbahnen Europas sein eigen nennen. Maximal 1.300 Personen pro Stunde können sich in einem der beiden jeweils 28 Passagiere fassenden Züge auf eine Höhe von etwa 53 Metern ziehen lassen. Mit dieser Größe war die Anlage bis zur Eröffnung von "Silver Star" im Europa-Park die höchste Achterbahn des europäischen Festlands. Dank eines Stahlseil-Schlitten-Systems erreichen die Wagen nach nur 30 Sekunden den höchsten Punkt der Bahn. Oben, in 53 Metern Höhe, angekommen, erwartet die Fahrgäste gleich der ultimative Kick: Die erste Abfahrt geht fast senkrecht in die Tiefe, wobei der Blick nach unten zumindest für die Passagiere im ersten Wagen nicht durch eventuell sichtbare Schienenteile verstellt wird.

82 Grad Gefälle

Das Prinzip des Stadium-Seating, bei dem die zweite Reihe im Vergleich zur ersten leicht erhöht wird, sorgt dafür, dass auf allen Plätzen des ersten Wagens das Gefühl des freien Falls aufkommt. Aber auch im hinteren Teil der beiden Züge kommen die Besucher voll auf ihre Kosten. Ein Gefälle von 82 Grad beim First Drop und die parallel dazu stattfindende Drehung auf der Herzlinie um 72 Grad lassen sie bereits bei der ersten Abfahrt einen von sieben Airtime-Momenten spüren.

Direkt danach schlägt die Schwerkraft allerdings erbarmungslos zu. Im Tal nach der ersten Abfahrt werden die Fahrgäste mit dem 4,5fachen ihres Eigengewichts in die Sitze gepresst. Aber auch der weitere Fahrtverlauf ist nichts für schwache Nerven. Direkt nach der ersten Abfahrt folgt ein 35 Meter hoher Hügel, auf dem die Bahn auf 50 Stundenkilometer verzögert. Die zweite Airtime ist die Folge. Weiter geht die Expedition in eine Steilkurve, die mit einer Neigung von über 110 Grad für ausgiebigen Nervenkitzel sorgt. Auf eine Abfolge von schnellen Richtungswechseln und Auf- und Abfahrten, bei der die Achterbahn zweimal das Rafting "Dino Splash" kreuzt, folgt eine eindrucksvolle Rechts-Links-Kombination, bei der die Wagen nach der Rechtskurve deutlich zur Seite gekippt werden, um die stark geneigte Linkskurve passieren zu können. Nach ein paar kleineren Hügeln und einer weiteren Linkskurve folgen zwei Camelbacks, Hügel, die noch einmal reichlich Airtime mit sich bringen. Danach wird der Zug mittels Wirbelstrombremsen gestoppt und die Abenteurer haben die "Expedition GeForce" erfolgreich gemeistert.

Fotos vom Bau der Achterbahn

Werner Stengel selbst hatte die Bahn einmal als seine beste Arbeit bezeichnet, und die zahlreichen internationalen Auszeichnungen sprechen Bände. Dass der im vergangenen Jahr verstorbene "King of Rollercoaster", Richard Rodriguez, schließlich auf ihr im Jahre 2002 einen 104 Tage dauernden Achterbahnmarathon unternahm, machte sie zusätzlich weltweit bekannt. Auch heute noch, 25 Jahre nach ihrer Eröffnung, ist "Expedition GeForce" eine absolute Ausnahmebahn, die aus der europäischen Achterbahnlandschaft nicht wegzudenken ist.

Am vergangenen Wochenende wurde das große Jubiläum der Bahn bei einer Geburtstagsfeier entsprechend gewürdigt. In Kooperation mit Lucky Looping durften die Besucher bei einer Sonderveranstaltung von 18 bis 24 Uhr ein besonderes Programm mit Live-DJ, Feuerwerk und einer nächtlichen Fahrt auf dem Geburtstagskind erleben. Wir gratulieren an dieser Stelle auch noch einmal herzlich und hoffen, dass uns dieses Prachtstück als Vermächtnis von Werner Stengel noch lange erhalten bleibt.

Impressionen der "GeForce Celebration"

© parkscout/MV, Fotos: FDH

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