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Samstag, den 03.06.2006 | Dieser Beitrag ist in den Rubriken Freizeitparks und Kolumnen zu finden.

Achtung, alter Parkscout-Artikel

Herre sagt an: Wo geht’s lang?


Viele Freizeitparks sind groß und unübersichtlich – gut, wenn man sich am Eingang einen Plan besorgt. Denn der kann bei der Orientierung helfen. Wie gesagt: kann. Denn manche Parks scheinen mit der grafischen Gestaltung die 4-jährige Tochter des Chefs nebst ihrem neuen Buntstiftkasten zu betreuen ...

Ein guter Parkplan ist für einen entspannten Freizeitparkbesuch unerlässlich. Er ist nützlich bei der Orientierung und sorgt dafür, dass man die zur Verfügung stehende Zeit optimal nutzt und keine Attraktion verpasst. Auch hilft der Plan bei der Suche nach dem passenden Restaurant, nach Toiletten, Wickelräumen oder Geldautomaten. Es sollte also im Sinne eines jeden Parkbetreibers liegen, den Besuchern bei der Benutzung des Parkplans so wenig Steine wie möglich in den Weg zu legen. Tja. Nur warum sparen dann viele bei der Gestaltung des Parkplanes und bieten lediglich schwer zu entzifferndes Kartoffeldruck-Niveau an?

Klar, ein/e guter Grafiker/in arbeitet nicht umsonst. Nur: Macht es wirklich Sinn, ein paar Tausend Euro zu sparen und stattdessen auf hoffnungsvolle – vielfach eher hoffnungslose – Nachwuchskräfte aus dem familiären Umfeld der Parkleitung zu setzen? Spätestens wenn die Gäste angesichts mancher grafischer Minderleistung wie bei einer Schnitzeljagd mit hilflosem Gesichtsausdruck durch den Park irren, besteht dringender Handlungsbedarf. Schließlich will man den Gästen ja auch etwas verkaufen, anstatt sie eine undeutliche Schatzkarte, die Captain Jack Sparrow zur Ehre reichen würde, entziffern zu lassen. Völlige Maßstabs-Untreue und absolut misslungene 3D-Ansichten tragen noch ein Übriges zur Geländespiel-Atmo in so manchem Park bei. Die herkömmliche Draufsicht, die immer noch am klarsten macht, wo man sich gerade befindet, hat vielerorts leider ausgedient, was schon so manch unnötige Orientierungslosigkeit beschert hat.

Ein weiteres Problem ist die Tatsache, dass viele Parks dazu neigen, ihre Pläne hoffnungslos zu überfrachten. Dass weniger manchmal mehr ist hat sich augenscheinlich noch nicht bis in die letzte Führungsriege herumgesprochen, und so versucht so manches Unternehmen, durch die übertriebene Auslobung möglichst vieler "Attraktionen" auf eine maximale Anzahl ebendieser zu kommen. Das führt dazu, dass man mancherorts den eigentlichen Parkplan gar nicht mehr erkennen kann, weil sich viel zu viele Punkte mit viel zu vielen Nummern darauf auf ihm breit machen. Liebe Parks: Nicht jede simple Wasserfontaine ist automatische ein "Erlebnis-Brunnen" und verdient eine Lokalisierung im Plan, das gleich gilt übrigens für Bänke und Tische, die in manchen Parkplänen hochgestochen als "Entspannungs-Zone" verkauft werden – Picknick-Areale seien hier mal ausgenommen. Die Gäste merken ohnehin viel schneller als so mancher Verantwortliche wahr haben will, dass "über 100 Attraktionen", die zur Hälfte aus selbstverständlicher Infrastruktur bestehen, nichts weiter als absolute Augenwischerei sind. Eine Beschränkung auf das Wesentliche, noch dazu in ansprechender Aufmachung – fertig ist der perfekte Parkplan. Es kann so einfach sein – und viele Parks wissen ja auch, wie’s geht. Aber leider eben nicht alle. In diesem Sinne: Wir sehen uns im Park!





Bitte beachten
Die Texte der Kolumnen-Autoren sind deren persönliche Meinung und decken sich nicht zwangsläufig mit der Meinung der Redaktion Parkscout.

Autoreninfo Tim Herre

Tim Herre, 40, ist seit der Grundschulzeit absoluter Park- und Kirmesfan und in der deutschen Szene seit vielen Jahren eine feste Größe. In einschlägigen Freizeitpark-Foren ist Tim unter dem Pseudonym "The Knowledge" aktiv - und ebenso geliebt wie gehasst, geschätzt für sein Wissen und gefürchtet für seine spitze Feder. Dies wird noch zusätzlich durch die Tatsache aufgeladen, dass er nur selten gewillt scheint, ein Blatt vor den Mund zu nehmen. International bekannt ist er durch seine Tätigkeit als freier Autor des Fachmagazins "Kirmes & Park Revue" und als Buchautor für die parkscout Freizeitführer "Freizeitparks in Europa". Im täglichen Leben ist der deutsche Repräsentant des "European Coaster Club" Texter und Konzepter bei einer großen Düsseldorfer Agentur.



© Parkscout / TH




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