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Dienstag, den 26.07.2011 | Dieser Beitrag ist in den Rubriken Freizeitparks und Kolumnen zu finden.

Achtung, alter Parkscout-Artikel

Wer fährt Achterbahn?


Achterbahnen setzen weltweit die Menschen in Verzückung. Männer, Frauen, Junge, Alte – sie alle lieben den Kick, den eine Fahrt auf einem Coaster bietet. Doch trotz aller Unterschiede kann man all diese Personen in einige wenige Gruppen unterteilen, in denen sich garantiert der eine oder andere Leser dieser Kolumne auch wiederfindet...

"Der Winker"
Dass man bei einer großen Achterbahn mit viel Airtime das Gefühl des Schwebens dadurch verstärken kann, dass man die Hände in die Luft hebt und sich ganz dem Dahingleiten ergibt, ist ein ungeschriebenes Gesetz. Allerdings macht eine solche Aktion bei einem vier Meter hohen Kiddie-Coaster, dessen Endgeschwindigkeit kaum die eines Mofas erreicht, nur bedingt Sinn. Und irgendwie wirkt es auch verdammt uncool, wenn halbwegs erwachsene Menschen einen "Big Apple" mit "Kingda Ka" verwechseln und ihre Fingerchen so in die Höhe recken, als würden sie gleich von der Schiene abheben, während der Zug im Schneckentempo über die Strecke rumpelt.

"Der Checker"
Diesen Typus Achterbahnfahrer erkennt man schon in der Warteschlange – vor allem die männlichen Exemplare, die sich balzenderweise vor die Weibchen stellen und versuchen, möglichst cool zu wirken, während sie mit ihrem Haustürschlüssel Nichteingeweihten seltsam vorkommende Nachrichten in die Thematisierung ritzen. Der offensiv zur Schau getragene Mut verschwindet bei größeren Achterbahnen jedoch meist auf dem Lifthill. Der Mund, aus dem vorher noch die dümmlichsten Sprüche entwischt sind, bleibt verkniffen und die Finger klammern sich mit festem Griff in die Lapbars. Doch kaum ist der Zug wieder in der Station angekommen, hat der verschwitzte Angsthase schon wieder den nächsten coolen Satz auf Lager. "Der Nerd"
Kennen Sie die Leute, die einem im Kino ständig davon erzählen, wie der Film weitergeht, weil sie ihn schon zehnmal gesehen haben? Fein, dann können Sie sich auch gut ein Bild von dieser Spezies Achterbahnfahrer machen, die gleich neben oder hinter Ihnen im Zug sitzt und Ihnen – gefragt oder ungefragt – die Geschichte jeder einzelnen Mutter und Schraube erklärt, während die Fahrt beginnt. Außerdem wird er sie nicht aus den Augen lassen, da er mehr an Ihrer Reaktion auf den Coaster interessiert ist als an der Fahrt selbst. Und in der Station wird er dann noch viele kleine Anekdoten auf Lager haben, die Sie sich in den nächsten Minuten noch anhören müssen – ob Sie nun wollen oder nicht!

"Die laute Genießerin"
Zwischen Männern und Frauen gibt es bei Achterbahnen oft einen kleinen aber feinen Unterschied, der sich vor allem akustisch bemerkbar macht. Aus irgendeinem unerfindlichen Grund fühlen sich viele Damen nämlich dazu berufen, während einer Fahrt mit einem Coaster Schreie auszustoßen, die man(n) noch nicht einmal bei den wildesten Sexeskapaden zu hören bekommt. Ob es nun eine 50 Meter hohe Abfahrt in die Tiefe ist oder einfach nur eine engere Kurve: Die Stimmbänder werden bis an ihre Grenzen ausgetestet – und das Innenohr der männlichen Mitfahrer auf das Extremste belastet.

"Der Optimist"
Dass schwergewichtige Menschen es in unserer heutigen Gesellschaft nicht leicht haben, ist kaum wegzudiskutieren. Aber wenn ein 200 Kilogramm schwerer Mann versucht, sich in einen kleinen Hartschalensitz einer Familienachterbahn zu quetschen und drei Parkmitarbeiter sich erfolglos auf die Sicherheitsbügel werfen, um eine Freigabe für die Bahn zu bekommen, herrscht hier vielleicht doch ein kleiner Fall von Realitätsverlust, der oftmals für unnötiges Gelächter bei den anderen Wartenden sorgt. Leider sind solche Achterbahnfahrer nicht immer lernfähig und versuchen es in ein paar Wochen voller Zuversicht ein nächstes Mal, wenn sie in der Zwischenzeit 1,5 Kilogramm abgenommen haben.

"Der Redakteur"
Wie gut, dass es von diesem Achterbahnfahrer-Exemplar nicht allzu viele gibt. Mit einem debil-skeptischen Gesichtsausdruck und ohne jegliche emotionale Regungen lässt er viele Coaster einfach über sich ergehen. Ob er nun Gefallen an der Bahn hatte oder nicht, ist ihm während der Fahrt nicht anzumerken – erst bei einem kleinen Gespräch danach erfahren Interessierte, ob das Gebotene überzeugen konnte oder nicht. Oft wirken sich Kleinigkeiten, die sonst keinem anderen Gast auffallen, negativ auf das Gesamturteil aus, wobei sich dieses aber auch je nach Wetterlage und gesundheitlichem Zustand gerne ändert.

Bitte beachten
Die Texte der Kolumnen-Autoren sind deren persönliche Meinung und decken sich nicht zwangsläufig mit der Meinung der Redaktion Parkscout.

Autoreninfo Mike Vester

Mike Vester, 51, beschäftigt sich bereits seit seiner Jugend mit dem Thema Freizeitparks / Kirmes und gehört heute zu den wichtigsten Autoren der Parkscout-Fachredaktion. Sein Hang zu Polemik und Übertreibungen ist zwar legendär, aber wer genau hinhört, merkt schnell, daß er mit seinem Motto "zeitlos, stillos, geschmacklos" zwischen den Zeilen immer genau den Punkt trifft. Der frühere Kleinkunst-Texter ist überzeugter Fan von allem, was mit dem Thema "Disney" zu tun hat und läßt dies auf seine liebenswert schrullige Art auch sicherlich öfter in seine Kolumne einfließen. In diesem Sinne also: Immer vester druff...



© parkscout/MV




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Gewitzte Kolumne! Ich selbst bin der Nerd, und gehe selbst den Schlangestehern, die ich gar nicht direkt anrede sondern meine Begleitung, mit Details auf die Nerven. Das ist mir egal - schließlich hören die freiwillig zu X-D .

12.07.2012 11:45
Janbo




Es fehlt "die Memme"
Einige Fahrer schreien nicht vor Vergnügen, sondern weil die harte Bahn so böse schlägt und das so weh tut. Sonst schön beschrieben.

08.08.2011 13:08




Danke fpür die schöne Kolumne!

Ich zähle mich auch zu den Nerds. Und habe ein Airtimers-T-Shirt. :D

28.07.2011 16:56
Airtimer




Nerd!

27.07.2011 10:06




Interessant, ich bin einer der seltenen Gattung Redakteur (passt ja auch irgendwie), nur mit dem letzten Halbsatz kann ich mich nicht identifizieren. Bei mir sind es nicht Wetterlage oder gesundheitlicher Zustand, sondern die Tagesform - sowohl meine als auch die der Bahn.

27.07.2011 10:27
Jochen P.




Beim "Checker" hätte man noch anmerken können, dass eine Achterbahn vor der Fahrt "übelst unnormal gefährlich" ist und nach der Fahrt war es dann "voll für babys ey". eine zweite Runde ist dann doch leider nicht mehr drin -"zu langweillig".

Ansonsten würde ich sagen: Die Mischung machts und danke für die Kolumne ;)

27.07.2011 02:54




Klasse Kolumne!
Ich hatte das Vergnuegen letztens mit einem "Nerd" im Holidaypark (, der natuerlich im airtimers.com-t-shirt auftrat). Sehr putzig!

26.07.2011 20:54
Kritischer Leser




Aus Onride.de wird dann also bald Nerd.de :)

26.07.2011 18:59
Christina Lentsch




Verdammt: Ich bin ein optimistischer Redakteur... *G*

26.07.2011 16:21
Jürgen M.




hmmm.
zu welchen gehöre ich?
ist ja an sich auch egal.
Ich genieße einfach eine jede Achterbahnfahrt ob Groß oder Klein.
Und oft ist für mich auch, der Weg zur Achterbahn, das was mir an meisten Spaß macht und da ist es egal ob die Bahn eine Kinderbahn oder ein Actionbahn ist.
Grins aber einen hat man hier noch vergessen und zwar den Counter, der jeden Weg auf sich nimmt um eine Bahn bzw einen Count zu bekommen, egal ob es eine Pendelbahn oder ein echt Topbahn ist.
In gewisser massen gehöre ich auch zu diesen, wobei aber gerade hier der Punkt für mich wichtig ist, der Weg zu dem Count, Selbst wenn man die Bahn an einen anderen Ort schon gefahren ist, der neue Standort, doch auch wieder eine Herausvorderung z.b
EuroStar zu erst auf jeder großen Kirmes und nur in Russland, ich sag mal die wenigsten werden diesen Weg aus sich nehmen und daher finde ich ist das durch aus ein Anerkennung wert.

26.07.2011 14:48
Basti L




Hier fehlt eindeutig der Kenner und männliche Genießer, der auf der Kirmes erst nach 22 Uhr einsteigt, um die Portraitierten zu umgehen. Ruhig, sachlich, das Setting liebend, schnell im Boarding und Wiederholungsfahrer, das zeichnet ihn aus:)

26.07.2011 10:08
Ingo Wahlen




Cooool, ich kenn den "Redakteur" :-)

26.07.2011 09:40
Achim S.






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