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Die meisten Menschen verbinden das Jahr 2020 wohl mit dem Beginn der schlimmsten Pandemie, die wir alle bisher in unserem Leben gesehen haben. Für alle Freunde des Krefelder Zoos hingegen begann das Jahr bereits mit einer ganz anderen Katastrophe: In der Neujahrsnacht setzte eine Himmelslaterne das Dach des Affenhauses in Brand. Rund 50 Tiere, darunter acht Menschenaffen, starben – einzig zwei westafrikanische Schimpansen überlebten leicht verletzt das Inferno.
Flachlandgorilla
Schnell war klar, dass man in Krefeld an der Haltung von Menschenaffen festhalten wollte und so plante man das neue "ArtenschutzZentrum AffenPark" - ein Projekt, das bis zum Jahre 2029 in drei Bauabschnitten und mit einer Investitionssumme von fast 33 Millionen Euro realisiert werden sollte. Im vergangenen Oktober war es schließlich soweit: Der erste Bauabschnitt, der "MenschenaffenWald" wurde eröffnet. Wir haben uns das ganze an diesem Wochenende einmal angeschaut und waren schon sehr gespannt auf die neue Anlage.
Überzeugende Außengehege
Das 28 Meter breite und 40 Meter lange Haupthaus mit Besuchergalerie, Innengehegen, Trainings-, Forschungs- und Pflegebereichen wirkt mit seiner Betonoptik ein wenig zweckmäßig und auch nicht sonderlich einladend. Dafür sind die Außenbereiche für die Schimpansen und die Westlichen Flachlandgorillas aber umso überzeugender ausgefallen. Während die beiden Schimpansen, die das Unglück 2020 überlebt haben, auf einer 14 Meter hohen Anlage mit künstlichem Termitenhügel und zahlreichen Möglichkeiten zum Klettern und zum Verstecken herumtoben können, haben auch die Gorillas auf ihren beiden Außengehegen viel Platz.
Außengehege für die Gorilla
Neu dazugekommen sind dann noch Schopfmangaben – eine bedrohte Affenart, die bisher noch nicht im Krefelder Zoo gehalten wurden. Der erste Bauabschnitt hat 11,5 Millionen Euro des Gesamtbudgets verschlungen – als nächstes folgt eine Anlage für Orang-Utans mit vier Außenanlagen mit einer Investitionssumme von über 14 Millionen Euro, deren Bauzeit mit etwa zwei Jahren eingeplant wurde.
Ansonsten hat uns der Besuch wieder im großen und ganzen recht gut gefallen: Der Krefelder Zoo ist halt ein typischer Stadtzoo mit einem klassischen Ansatz, der auf Thematisierungselemente weitestgehend verzichtet und stattdessen mit einem günstigen Eintrittspreis überzeugt. Was uns hingegen tatsächlich gestört hat, ist der fast überall in der Gastronomie des Zoos vorhandene Zwang zur bargeldlosen Zahlung. Gerade Tierparks werden oft von älteren Menschen besucht, die keine EC-Karte nutzen wollen oder auch können – wenn man dann kein Getränk bar bezahlen kann, ist das schlicht und ergreifend ein No-Go, das wir so auch bisher in keinem anderen Zoo erlebt haben.