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Dienstag, den 02.09.2008 | Dieser Beitrag ist in den Rubriken Zoos und Tierparks und Pressemeldungen zu finden.

Achtung, alter Parkscout-Artikel

NABU sucht Vorkommen von Eidechsen in und um Heidelberg


PressemitteilungWer kennt sie nicht, die kleinen Mauereidechsen (Podarcis muralis), die für reges Interesse in Heidelberg sorgen? Bekannt wurden sie vor allem durch das alte Bahnhofsgelände, auf dem die neue Bahnstadt Heidelberg gebaut wird. Von hier aus werden die unter die geschützten Mauer- und Zauneidechsen auf eine eigens hierfür ausgerichtete Ausgleichsfläche am Neuen Messplatz in Kirchheim-Nord umgesiedelt.

Einen seit langem bekannten und permanenten Lebensraum haben die Reptilien an den Sandsteinmauern gegenüber der Heidelberger Altstadt unten am Leinpfad und oben am Philosophenweg. Offenbar haben die Eidechsen eine weitere Verbreitung als bisher bekannt war, denn auch inmitten von Kirchheim gibt es Mauereidechsen. Um einen Überblick über alle aktuellen Vorkommen von Mauer- und Zauneidechsen zu bekommen, bittet der NABU Heidelberg um die Mithilfe der Bevölkerung. Wer hat Eidechsen in seinem Garten oder wer sieht immer welche beim Spazieren gehen? Während die Wärme liebenden, braunen und flachköpfigen Mauereidechsen gut in enge Spalten von Mauern passen, und sich im trockenen, fast vegetationslosen Bahnschotter wohlfühlen, halten sich die grünen und deutlich robuster gebauten Zauneidechsen (Lacerta agilis) überwiegend in Wiesen oder Bereichen mit Gehölzen auf, wo sie gut getarnt sind, aber auch sie brauchen offene Stellen zum Sonnen. Sogar südländische Eidechsen gibt es in der Rhein-Neckar-Region. Im Raum Mannheim ist seit Jahren eine Population der süditalienischen Unterart der Mauereidechse (Podarcis muralis nigriventris) bekannt. Sie ist etwas größer als unsere einheimische Mauereidechse (Podarcis muralis merremius) und hat im Gegensatz zu ihr einen grünlichen Rücken. Die männliche Zauneidechse hat einen braunen Rücken, und einen dickeren grünen Kopf sowie grüne Körperseiten. Das milde Klima am Oberrhein scheint den italienischen Mauereidechsen recht gut zu bekommen. Ob sie die einheimische Unterart verdrängen, ist aber bislang nicht bekannt.

Die braune Waldeidechse (Zootoca vivipara) lebt im Gegensatz zur ähnlichen Mauereidechse nicht in offenen, sonnigen Bereichen, sondern – wie der Name schon sagt – im Wald. Der Name "vivipara" bedeutet, dass sie lebendgebärend ist, d.h. sie legt keine Eier, sondern bringt vollständig entwickelte Junge zur Welt. Dies ist eine Anpassung an die "schattige" Lebensweise, denn warme, sonnige Eiablageplätze sind im Wald eher die Ausnahme. Diese Anpassung an kühlere Klimazonen hat dazu geführt, dass sie die Eidechse mit der weltweit größten Verbreitung ist. Die gleiche Vermehrungs-Strategie verfolgt auch die Blindschleiche (Anguis fragilis). Der Name "fragilis" heißt soviel wie "zerbrechlich" und deutet darauf hin, dass sie – wie alle Eidechsen – bei Gefahr ihren Schwanz abwerfen kann. Die Blindschleiche ist verwandtschaftlich gesehen keine Schlange, sondern eher eine beinlose Eidechse und völlig ungefährlich. Im Gegenteil: sie ernährt sich sogar gerne von Schnecken! Bei Eidechsen hat der abgeworfene Schwanz die Eigenschaft, dass er von selbst noch ein paar Minuten weiter zappelt. So werden Feinde abgelenkt und dies verschafft der Eidechse Zeit und somit einen Überlebensvorteil. Abgeworfene Schwänze werden bei Eidechsen meist bald regeneriert, allerdings gehen ihnen so – vor allem im Herbst – auch wertvolle Fett-Reserven für den Winter verloren.

Ebenfalls lebendgebärend ist die braune Schlingnatter (Coronella austriaca), eine echte, aber ungefährliche Schlange. Wo sie vorkommt, sind Eidechsen nicht selten, denn sie ist auf die kleinen Reptilien als Nahrung spezialisiert. Deshalb sind auch Vorkommen von Schlingnattern für den NABU von Interesse. Oft wird sie mit der giftigen Kreuzotter (Vipera berus) aufgrund der ähnlichen Rückenzeichnung verwechselt. Jedoch kam und kommt die Kreuzotter auf Grund der klimatischen Bedingungen weder in der Rheinebene, noch im Odenwald vor.

Mithilfe erwünscht - Gewinnspiel als Belohnung

Wer Eidechsen beobachtet hat, sollte dies bitte mit möglichst präziser Orts- und Zeitangabe dem NABU telefonisch oder per Email mitteilen. Zusätzlich werden auch Fotos von Eidechsen gesucht. Der NABU Heidelberg verlost unter eingesendeten Bildern drei Bücher zum Thema Reptilien bzw. Eidechsen. Fotos von Eidechsen aus der Rhein-Neckar-Region können bis zum 22.09.08 per Email oder per Post an den NABU Heidelberg geschickt werden:

Naturschutzzentrum Heidelberg
NABU (Naturschutzbund Deutschland e.V.)
Schröderstr. 24
69120 Heidelberg (Neuenheim)
Tel.: 0 62 21/60 07 05
Fax: 0 62 21/18 26 79
Email: Mauereidechse.NABU@gmx.de


© Parkscout / NABU Heidelberg




 




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