Home > Magazin > Neue Tierart im Erlebnis-Zoo Hannover: Nördliche SeebĂ€ren fĂŒr Yukon Bay eingetroffen

Schlagwörter:  erlebnis- zoo hannover

Montag, den 01.02.2010 | Dieser Beitrag ist in den Rubriken Zoos und Tierparks und Pressemeldungen zu finden.

Achtung, alter Parkscout-Artikel

Neue Tierart im Erlebnis-Zoo Hannover: Nördliche SeebĂ€ren fĂŒr Yukon Bay eingetroffen


PressemitteilungDie Neuen sind beim besten Willen nicht zu ĂŒberhören. Klingen ein bisschen heiser verstimmt, als hĂ€tten sie die ganze Nacht durchgesungen. Und nicht nur die Stimme trĂ€gt Pelz: Auf einem Quadratzentimeter Haut versammeln die Neuen bis zu 45.000 Haare. Kein Wunder, dass sie sich stĂ€ndig putzen und mit ihren langen Flossen kĂ€mmen. Dass sie dabei aussehen wie ein rĂŒckenschwimmender Otter beim Fischverzehr, kann einen echten SeebĂ€ren nicht erschĂŒttern.

Wer einen spöttischen Spruch macht, wird böse angeröhrt. Das klingt dann wie ein ungemein missgestimmter BĂ€r, der versehentlich im Winterschlaf gestört wurde. Die röhrenden Robben sind die neuesten ZugĂ€nge fĂŒr die Kanadalandschaft Yukon Bay. Die zweijĂ€hrigen Bruce, Roger, Donna, Diva, Kelly und Smilla stammen aus dem Ishewskij Zoopark in Russland und sind die einzigen Nördlichen SeebĂ€ren in Europa! In Yukon Bay werden sie gemeinsam mit den Kegelrobben und Seelöwen im großen Hafenbecken die Stars der neuen Robbenshow sein. Jetzt gewöhnen sich die sechs SeebĂ€ren erst einmal an ihre neuen Kollegen, bevor sie nach Yukon Bay umziehen und mit dem Training beginnen. Was genau ihr Part bei der Show wird, steht noch nicht fest: "Im Moment sind wir froh, wenn sie uns nicht beißen", meint Tiertrainer Andreas Pohl schmunzelnd. Welche Talente in den Robben mit den Riesenaugen und der Rockröhre stecken, werde man sehen. Bruce und Roger brauchen sich in einigen Jahren eigentlich nur zu zeigen, um alle Augen auf sich zu richten. MĂ€nnliche SeebĂ€ren werden ĂŒber zwei Meter groß, bis zu 275 kg schwer und tragen eine stattliche MĂ€hne.

Der nördliche SeebÀr
Steckbrief:
Herkunft: Arktis, Alaska, Kanada, Russland
GrĂ¶ĂŸe: Weibchen 1,50m
MĂ€nnchen 2,10m
Gewicht: Weibchen 40-60 Kg
MĂ€nnchen ĂŒber 275 Kg
Nahrung: Fisch, Tintenfisch
Tragzeit: 51 Wochen
Lebensdauer: ca. 25 Jahre

Perfekt angepasst

SeebĂ€ren sind nahezu perfekt an ihre kalte Umgebung angepasst. Auf einem Quadratzentimeter Haut trĂ€gt der SeebĂ€r bis zu 45.000 Haare. Sein enorm dichter Pelz ist vollkommen wasserundurchlĂ€ssig. Zudem schĂŒtzt eine zusĂ€tzliche Fettschicht unter der Haut vor der KĂ€lte. Diese Isolierung funktioniert so gut, dass in der Sonne liegende SeebĂ€ren wie Hunde hecheln mĂŒssen, um sich abzukĂŒhlen. Im 8-12 C° kalten Wasser fĂŒhlen sie sich am wohlsten. Sind sie erst einmal in ihrem Element, können SeebĂ€ren eine Geschwindigkeit von 27 km/h erreichen und 80 m tief tauchen.

Warten auf die Richtige

Es ist jedes Jahr das gleiche Schauspiel. Mitte Mai treffen unzĂ€hlige stattliche SeebĂ€renbullen an einer bestimmten KĂŒste ein. Sie robben sich an Land und streiten mit ihren Artgenossen um das beste GrundstĂŒck. Ist es gefunden, verzichten die mĂ€chtigen SeebĂ€ren auf Futter und Wasser. Sie warten nur noch auf ihre Weibchen. Wenn es sein muss, monatelang. Die Gefahr, dass sie sich verpassen besteht nicht. Denn SeebĂ€ren treffen sich immer dort wieder, wo sie selbst geboren worden sind. Wenn endlich alle versammelt sind, mĂŒssen sich die MĂ€nnchen immer noch gedulden. Nur wenige Stunden nach ihrer Ankunft bringen die Weibchen zunĂ€chst ihr Jungtier der letzten Paarung zur Welt. Dann aber, kurz nach der Geburt, verpaart sich die SeebĂ€renmutter erneut und wird wieder trĂ€chtig. Der winzige Keimling beginnt jedoch erst nach ca. vier Monaten zu wachsen. Und genau 51 Wochen spĂ€ter wird das SeebĂ€renweibchen ihren fĂŒnf Kilogramm schweren Nachwuchs genau dort zur Welt bringen, wo sie es schon immer getan hat. An ihrer eigenen GeburtsstĂ€tte, mit Hunderten von Artgenossen.

Kindergarten

SeebĂ€renmĂŒtter versorgen ausschließlich ihren eigenen Nachwuchs. Fremde Sprösslinge, auch wenn sie noch so hungrig sind, haben nicht die kleinste Chance. Eine Woche lang kĂŒmmert sich die Mutter aufopferungsvoll um ihr Baby, dann geht sie wieder zur Jagd ins Meer. Die Jungen schließen sich zu Gruppen zusammen und werden einmal in der Woche von ihren MĂŒttern gesĂ€ugt. Obwohl kleine SeebĂ€ren von Geburt an schwimmen können, gehen sie erst ab der vierten Woche ins Wasser. Wirklich groß sind die Kleinen erst ab vier Monaten. Die innige Verbindung zwischen Mutter und Kind wurde dem SeebĂ€ren zum VerhĂ€ngnis. Um 1870 wurden die Tiere auf dem offenen Meer erbarmungslos gejagt. Meist traf es die Weibchen, denn ihre mĂ€nnlichen Artgenossen waren wĂ€hrend der Paarungszeit an Land. So verdammte jeder Treffer der JĂ€ger ein Junges zum Hungertod. 1909 sank die Zahl der SeebĂ€ren auf einen Tiefstand von 130.000 Tieren. Heute hat sich der Bestand zwar erholt, geht aber wieder zurĂŒck. Nördliche SeebĂ€ren werden daher als bedroht eingestuft.


© Parkscout / Zoo Hannover




 




KOMMENTARE     Eigenen Kommentar verfassen

Noch kein Kommentar abgegeben!


Hier eigenen Kommentar verfassen


Name (wird angezeigt)


E-Mail (wird nicht angezeigt, optional)


Webseite (wird angezeigt, optional)
Ihr Kommentar


Bitte den Text in der Grafik eingeben
(zwei Worte mit Leerzeichen)





Diesen Artikel
empfehlen