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Montag, den 02.02.2009 | Dieser Beitrag ist in den Rubriken Musicals und Shows und Magazin zu finden.

Achtung, alter Parkscout-Artikel

Neues Musical in Bremen: "Marie Antoinette"


Marie Antoinette
Denkt man an die großen Musical-Städte Deutschlands, fallen einem sofort Namen wie Hamburg, Stuttgart oder Berlin ein – meist in Verbindung mit den Hochpreis-Produktionen der Stage Entertainment. Ab diesem Wochenende spielt nun auch die Hansestadt Bremen dank der Europapremiere von "Marie Antoinette" in dieser Klasse mit, jedoch mit mehreren eklatanten Unterschieden.

Zunächst einmal muß man festhalten, daß das Theater Bremen mit der Inszenierung von Michael Kunzes und Sylvester Levays Stück völliges Neuland betritt: zum ersten Mal hat hier ein städtisches Theater den Schritt gewagt, ein Musical als Sitdown-Produktion auf den Weg zu bringen. Dazu kommt, daß man mit "Marie Antoinette", das übrigens 2006 in Japan uraufgeführt und dort ein Riesenerfolg wurde, ein Stück ausgewählt hat, das im Gegensatz zu den letzten Stage-Produktionen inhaltlich nicht die Trivialität zur Maxime erklärt, sondern für den Zuschauer neben aller Unterhaltung intellektuell auch durchaus fordernd ist – doch mehr dazu später.



Der undurchsichtige Graf Cagliostro
1774 – König Louis XVI. und seine Frau Marie Antoinette besteigen den Thron Frankreichs. Obwohl das Land de facto bankrott ist, schwelgt die lebenslustige Königin mit teurem Schmuck und edlen Kleidern weiterhin im Luxus, während das Volk Hunger leidet. Als sie auf die junge Blumenverkäuferin Margrid Arnaud trifft, spottet sie, daß der Pöbel ja Kuchen essen könne, wenn er kein Brot habe - wobei der Wahrheitsgehalt dieser überlieferten Wanderanekdote, die vermutlich von Jean-Jacques Rousseau stammt, heute stark umstritten ist. Von nun an scheint das Schicksal der beiden Frauen, die nicht nur die gleichen Initialen eint, unwiderruflich verknüpft. Während im Palast noch gefeiert wird, bahnt sich in Paris die französische Revolution unter Robespierre an. Daß die Forderung nach "Liberté, Égalité, Fraternité" für die letzte Königin Frankreichs letztendlich den Weg zum Schafott bedeutet, ahnt Marie Antoinette noch nicht...

Schon wie bei ihrem Erfolgs-Musical "Elisabeth" lassen Kunze und Levay auch bei "Marie Antoinette" die Geschichte von einem geheimnisvollen Conferencier begleiten – diesmal in der Form von Alessandro Graf von Cagliostro, einem italienischen Alchemisten, der die Geschicke der Hauptpersonen im Hintergrund lenkt und manipuliert. Der Amerikaner Ethan Freeman scheint dabei in seiner Rolle völlig aufzugehen – ein skuriller Puppenspieler, der das Publikum in seine Verschwörungen einweiht und mit kleinen magischen Einleitungen die größte Illusion seines Lebens vorbereitet. Überhaupt ist die Besetzung als Glücksfall zu bezeichnen. Roberta Valentini gibt eine wundervoll zwischen Luxus und Liebe zerrissene Marie Antoinette, und ihr weiblicher Gegenpart in Form von Marion Furtner überzeugt ebenfalls eindrucksvoll in ihrer Entwicklung von einer zart beseelten Blumenverkäuferin zur zunächst passionierten Revolutionärin. Das gesamte Ensemble strotzt nur so vor Spielfreude: von der kleinsten Nebenrolle bis zu den Hauptcharakteren ist "Marie Antoinette" perfekt besetzt.

Marie Antoinette und Graf von Fersen
Besonders gelungen sind auch die zahlreichen historischen Kostüme, die den Besucher mitten hinein in das 18. Jahrhundert katapultieren und den Darstellern den passenden optischen Rahmen geben. Leider, und dies ist der einzige Kritikpunkt an dieser ansonsten grandiosen Produktion unter der Regie von Tamiya Kuriyama, kann das Bühnenbild mit dem hohen Standard, der durch die Darsteller und die Kostüme gesetzt wird, nicht ganz mithalten.

Insbesondere im zweiten Akt hätte man sich entweder etwas detailliertere Kulissen oder eine atmosphärisch wechselnde Beleuchtungstechnik gewünscht – gerade die Gefängnisszenen wirkten so ein wenig arg stilisiert. Trotzdem ist dem Theater Bremen mit "Marie Antoinette" ein großer Wurf gelungen, der dem hohen Standard der Stage-Produktionen nicht nur technisch und darstellerisch gerecht wird, sondern diesen inhaltlich auch noch locker überholt – und dies zu einem wesentlich günstigeren Eintrittspreis. Es ist mehr als begrüßenswert, daß Generalintendant Hans-Joachim Frey dem Trend zur seichten Musical-Unterhaltung für die ganze Familie mit einem Stück entgegengetreten ist, das spannend, bedrückend, frivol, emotional ist und vor allem, wie eingangs erwähnt, den Intellekt auch ein wenig fordert. Auf der einen Seite bedeutet dies zwar, daß "Marie Antoinette" nur bedingt für Kinder geeignet ist, aber auf der anderen Seite spricht man damit vielleicht auch die längst verlorene Gruppe der Musical-Freunde wieder an, denen ein paar gecoverte Abba-Songs oder die Lust auf Spaß eben nicht reicht, um mal wieder ein Theater zu besuchen. Es wäre dieser großartigen Bereicherung der deutschen Musical-Szene auf jeden Fall zu wünschen, daß man damit einen großen Erfolg feiert...

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage von "Marie Antoinette"
unter www.ma-bremen.de.



© parkscout/MV, Bilder: Jörg Landsberg




 




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Die Hauptrolle der Margrid Arnaud (Gegensatz Marie Antoinette) spielt Sabrina Weckerlin.

(Anm. der Redaktion: Bei unserem Besuch spielte die alternierende Besetzung, da Sabrina Weckerlin verhindert war)

24.02.2009 11:38
Herbert Unther




Nur eine kurze Anmerkung:
Die Formulierung "zum ersten Mal hat hier ein städtisches Theater den Schritt gewagt, ein Musical als Sitdown-Produktion auf den Weg zu bringen" trifft irgendwie nicht ganz den Kern der Geschichte des Musical Theaters Bremen...
Richtiger steht es z.B. unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Musicaltheater_Bremen

12.02.2009 17:01
Robin Kuschniersch






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