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Dienstag, den 16.08.2011 | Dieser Beitrag ist in den Rubriken Freizeitparks und Kolumnen zu finden.

Achtung, alter Parkscout-Artikel

Regen im Park


Ja, es ist schon eine Krux mit dem Wetter in diesem Jahr. Noch im April konnten die meisten Freizeitparks aufgrund der überdurchschnittlich hohen Temperaturen und des strahlenden Sonnenscheins, welche Scharen von Besuchern zur ansonsten meist durchwachsenen Nebensaison zu Achterbahn & Co. gelockt haben, frohlocken. Doch nach diesem Gefühlshoch herrscht nun schon seit Wochen ein Kater, der vor allem angesichts der immer stärker werdenden Wetterschwankungen der letzten Jahre eines deutlich zeigt: Wer sein Angebot heutzutage immer noch auf Outdoor-Attraktionen fokussiert, lebt gefährlich.

Wenn wir mal ehrlich sind: eine Runde auf der 100 Stundenkilometer schnellen Mega-Achterbahn macht nur bedingt Spaß, wenn starke Regenschauer die Fahrt eher zu einem mobilen Gesichts-Peeling werden lassen. Und das Vergnügen bei einer Wildwasserbahn oder einem Rafting besteht doch in der Hauptsache darin, bei hohen Temperaturen den einen oder anderen Wasserspritzer zwecks Erfrischung abzubekommen. Das Einsteigen in eine derartige Anlage bei sintflutartigen Regenfällen ist in etwa so sinnvoll wie eine Buttercremetorte für einen schweren Diabetiker. In vielen Parks nützen selbst die überall erhältlichen Regen-Ponchos nichts mehr, wenn sich die Wasserpforten am Himmel erst einmal so richtig geöffnet haben. Glück für die Besucher, wenn sie sich in solchen Fällen in einem Park befinden, der neben einem großen Angebot an freistehenden Fahrgeschäften auch eine stattliche Anzahl an Darkrides, Kinos oder Show-Theatern hat und überdies noch über kurze Wege zwischen den einzelnen Attraktionen verfügt. Im Phantasialand oder im Europa-Park beispielsweise sind Wetterkapriolen zwar auch nicht gerne gesehen, aber hier verfügt man über genug Kapazitäten an Indoor-Attraktionen, um die Gäste auch über einen längeren Zeitraum bei Regen und Kälte gut zu unterhalten und zu beschäftigen. Vor allem dem Phantasialand kommt an solchen Tagen seine dichte Bebauung zugute, da hier oft nur wenige Schritte von einer Attraktion zur nächsten nötig sind. Ob es wohl ein Zufall ist, dass ausgerechnet diese beiden Parks die besucherstärksten Deutschlands sind?! Im Pariser Disneyland gibt es übrigens sogar einen speziellen Regenweg, bei dem man trockenen Fußes den halben Park durchqueren kann – eine sinnvolle Einrichtung, die auch hierzulande durchaus nachahmenswert wäre, um wetterunabhängiger zu werden.

Nicht vernachlässigen sollte man an dieser Stelle die Mund-zu-Mund-Propaganda, die an regnerischen Tagen bei vielen potentiellen Besuchern den Ausschlag geben kann, ob man bei schlechtem Wetter einen Freizeitpark anfährt oder besser nicht, denn langfristig wird hier ein Park, der auch bei Regen genug Möglichkeiten für einen gelungenen Tag bietet, einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz haben. Angesichts der momentanen Temperaturen und Niederschlagsmengen sollte der eine oder andere Freizeitpark in Deutschland seine bisherige Politik, Indoor-Attraktionen und Shows sträflich zu vernachlässigen, überdenken. Denn zwei oder drei verregnete Hauptsaisons hintereinander dürfte das finanzielle Gerüst so mancher Parks entscheidend schwächen.

Bitte beachten
Die Texte der Kolumnen-Autoren sind deren persönliche Meinung und decken sich nicht zwangsläufig mit der Meinung der Redaktion Parkscout.

Autoreninfo Mike Vester

Mike Vester, 51, beschäftigt sich bereits seit seiner Jugend mit dem Thema Freizeitparks / Kirmes und gehört heute zu den wichtigsten Autoren der Parkscout-Fachredaktion. Sein Hang zu Polemik und Übertreibungen ist zwar legendär, aber wer genau hinhört, merkt schnell, daß er mit seinem Motto "zeitlos, stillos, geschmacklos" zwischen den Zeilen immer genau den Punkt trifft. Der frühere Kleinkunst-Texter ist überzeugter Fan von allem, was mit dem Thema "Disney" zu tun hat und läßt dies auf seine liebenswert schrullige Art auch sicherlich öfter in seine Kolumne einfließen. In diesem Sinne also: Immer vester druff...



© parkscout/MV




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Vollste Zustimmung, gerade das Phantasialand ist bei Regen ein optimales Reiseziel. Zwar macht Dauerregen hier auch nicht unbedingt Spass, aber ein-zwei Stunden Regen am Stück lassen sich hier locker überbrücken, von kurzen Schauern ganz zu Schweigen. Wären alle Wege noch überdacht, ist das Phantasialand ja eh schon fast ein Indoor-Park, aber gerade das find ich da echt gut.

21.08.2011 19:21
Michael




Aboslut richtg, aber mehr Gebäude kosten mehr Geld...

15.08.2011 20:59






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