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Im Show- und Entertainmentbereich gibt es ja manchmal die wildesten Kombinationen verschiedener Disziplinen, von denen die einen mehr schlecht als recht funktionieren und die anderen hingegen einen Geniestreich darstellen, wenn sie das Konzept qualitativ hochwertig umsetzen können. Irgendwann im Jahre 2017 muss sich jemand hingesetzt und sich dabei gedacht haben, dass es eine tolle Idee sein könnte, klassische Rock-Musik mit Artistik zu matchen – dies war dann die Geburtsstunde von "Rock the Circus" - einer fulminanten Show, die nach ihrer Premiere im Jahre 2018 nun wieder aktuell auf großer Deutschland-Tournee ist.
Live-Musik vom Feinsten!
Das Herzstück des Ganzen ist eine Band aus Italien, bestehend aus einem Gitarristen, einem Bassisten, einem Keyboarder und einem Schlagzeuger. Dazu gesellen sich mit Jacopo Sarno und Elena Necchi zwei stimmgewaltige Rockröhren, die das Publikum schon nach den ersten Tönen geradezu umhauen. Egal, ob es Songs von Tina Turner, David Bowie, Bon Jovi oder Van Halen sind: Die Bandbreite der beiden ist unglaublich hoch und umfasst gleich fünf Jahrzehnte Rockmusik. Als reines Cover-Konzert würde das ganze also schon geradezu perfekt funktionieren. Allerdings gibt es jetzt noch die bereits erwähnte Artistik als Kirsche auf der konzertanten Torte. Und die ist in diesem Falle ganz besonders schmackhaft!
Aquaman mit Keulen
Da wäre zum Beispiel der Jongleur Gordon Marquez zu nennen, der nicht nur Keulen in unfassbarer Geschwindigkeit durch die Luft wirbeln lässt oder Strohhüte in den Saal wirft, die dann wie Bumerange zu ihm zurückkehren, sondern ganz nebenbei auch bei einem Jason-Momoa-Lookalike-Contest gute Karten hätte. Grandios auch der polnische Fußball-Freestyler Dawid Ziomek, der zeigt, was man mit dem runden Leder so alles machen kann, oder die Kontorsionistin Eyerusalem Hadush, die sich nicht nur in alle Richtungen verbiegen kann, sondern als Sahnehäubchen noch mit ihren Füßen einen Pfeil in einen Bogen spannt und damit einen Ballon abschießt.
Eyerusalem Hadush
A propos "abschießt": Mit Geschossen jeglicher Art kennen sich auch Andrei Gomonov und seine Partnerin Viktoryia Shalik bestens aus: Sie beschießen sich gegenseitig mit Armbrüsten – und auch Messer oder Äxte kommen hier gekonnt zum Einsatz. Diese immer seltener auf Bühnen zu sehende Kunstform ist heute immer noch genauso faszinierend wie in früheren Zeiten! Aber auch die restliche Palette an artistischen Nummern überzeugt voll und ganz. Egal ob Hula Hoop, Cyr, Pole, Hand-auf-Hand, BMX, Skates oder Luftakrobatik: Es gibt keine Schwächen, ein Highlight folgt dem nächsten. Eine Diabolo- und eine Rola-Rola-Nummer wären noch prima gewesen, aber da die Show ohnehin schon über zwei Stunden dauerte, war dies auch zu verschmerzen.
Vier Ballons wurden von einem Pfeil durchbohrt
Wir halten an dieser Stelle also schon einmal fest: Die Band und die Musik sind toll, die Artistik-Acts auf einem durchgehend hohen Niveau. Die Frage, die jetzt noch offen bleibt, ist: Wie hat die Mischung aus beidem funktioniert? Die Antwort ist banal: Einfach großartig! Wenn sich Enriko Davidos bei seinem Seil-Act nahezu schwerelos durch die Lüfte bewegt und Sänger Jacopo Sarno dazu die Zeilen "Ground Control to Major Tom" aus David Bowie's Klassiker "Space Oddity" anstimmt, ist das einfach nur Gänsehaut pur! Die Symbiose aus Akrobatik und den ausgewählten Songs funktioniert prächtig – die BMX-Sprünge des Chilenen Cyclester werden von Van Halen's "Jump!" begleitet, zum Messerwerfen gibt es "Livin' On a Prayer" und zum großen Finale stimmen alle auf der Bühne "Don't Stop Me Now" von Queen an.
Fazit
Es gibt ja heutzutage bei jeder Show am Ende Standing Ovations – auch wenn die Darbietungen im besten Fall als mittelmäßig zu bezeichnen sind. Im Falle von "Rock the Circus" allerdings stand der gesamte Saal völlig zu Recht minutenlang und feierte das ganze Ensemble. Das waren zwei Stunden geballte Lebensfreude, pure Unterhaltung und ein wundervoller Rückblick auf 50 Jahre Rockgeschichte. Wer jetzt Lust bekommen hat, sich die "Musik für die Augen" - so der Untertitel der Show – auch einmal live anzuschauen, hat noch bis zum 17.05.2026 die Möglichkeit dazu – nach einer Sommerpause geht es dann schließlich am 15.10.2026 weiter. Die genauen Termine und Preise findet Ihr auf der Homepage der Show unter:
www.resetproduction.de/rock-the-circus-musik-fuer-die-augen/