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23.03.2026 | Magazin | Musicals und Shows

This is THE GREATEST SHOW


Was würde man als Zuschauer bei einer Show mit dem vielversprechenden Namen "This is THE GREATEST SHOW" erwarten? Da es sich hierbei um eine Musical-Produktion handelt, könnte man von tollen Darstellern und Darstellerinnen, einem erstklassigen Orchester, atemberaubenden Kostümen und vor allem von toller Musik ausgehen. Wir hatten die Gelegenheit, die Show in der vergangenen Woche im Oberhausener Metronom-Theater sehen zu können, und stehen immer noch zugegebenermaßen etwas ratlos da.

Dies liegt vor allem an der Diskrepanz zwischen einem ganz offensichtlich begeisterten Publikum und Standing Ovations nach dem Finale und des Ärgers, der sich beim Autor dieser Zeilen mit zunehmendem Verlauf des Abends eingestellt hatte. Würde man mich nach meinen persönlichen fünf Highlights des rund dreistündigen Abends fragen, müsste ich ganz sicher einen laut krakeelenden glatzköpfigen Eisverkäufer in gold-glitzerndem Jackett erwähnen, der während der Pause im Theatersaal mehr zu meiner Unterhaltung beigetragen hat als so mancher Song, was schon so einiges aussagen dürfte. Und da wären wir dann auch schon gleich beim ersten Problem: Den Liedern. Bei der Auswahl der präsentierten Musicals wurde sich für meinen Geschmack viel zu oft auf bekannte Pop-Songs verlassen: Abba, Michael Jackson, Whitney Houston, Adele, Pur, Rosenstolz, Huey Lewis, Bonny Tyler … Ja, das sind natürlich alles Hits, aber ohne den Kontext der jeweiligen Musicals wirkt das ganze eher wie ein Tribute-Abend oder eine Chart-Show, zumal die Begleitband mit sechs Personen und dem dadurch bedingten Fehlen von Streichern und Bläsern auch viel zu synthetisch wirkte – ein großes Orchester ist halt ein ganz anderes Kaliber und für bestimmte Musicals auch unverzichtbar.

Drei Eisköniginnen

Ansonsten gab es noch die üblichen "Major Songs" aus Elisabeth, Moulin Rouge, Frozen oder auch Wicked, die man teilweise mit einem neuen Twist versehen hatte, die für mich aber auch nicht wirklich gut funktioniert haben. Tat es wirklich Not, gleich drei Eisköniginnen auf die Bühne zu stellen, die "Let it go" in drei verschiedenen Sprachen gesungen haben? Ich habe da so meine Zweifel! Gab es denn auch Musicals, die zumindest ich selbst noch nicht kannte? Ja, auch die gab es. Zum Beispiel "Der Kuss der Spinnenfrau". Und wenn bereits in der Ankündigung darauf hingewiesen wird, dass dessen Verfilmung ein Riesenflop war, muss man sich schon fragen, warum man es dann überhaupt aufgenommen hat?! Ein Gefangener in einem südamerikanischen Gefängnis wird gefoltert, in seiner Zelle auf den Boden geworfen und stimmt danach eine schnulzige Schlagernummer an, bei der man einen Eindruck davon bekommt, warum der Film wohl gefloppt sein könnte.

Versöhnlich ist dann wenigstens der letzte Teil des Abends, der einzig dem Filmerfolg "The Greatest Showman" gewidmet ist. Und hier springt dann auch endlich der Funke auf mich über. Aber gemessen an einem fast dreistündigen Programm war mir das letztlich einfach zu wenig für einen Begeisterungssturm, zumal es auch durchaus noch andere, kleinere Ärgernisse gab, die allerdings eher die Tontechnik und das Lichtdesign betreffen. Ganz besonders schade ist dies, da die gesamte Cast – unter anderem mit Gaststar Prince Damien, Verena Mackenberg, Friedrich Rau, Michaela Schober, Filippo Strocchi und Roberta Valentini (der für den Abend angekündigte Patrick Stanke war leider erkrankt), gesanglich perfekt abgeliefert hat!

Fazit

Unter dem Strich bleibt "This is THE GREATEST SHOW" für mich eine seelenlose Revue-Nummer, die meinen persönlichen Musikgeschmack nur selten getroffen hat und vor allem auch mindestens 30 Minuten zu lang ist. Ich bin halt eher ein Freund von Konzeptalben und gehöre damit vermutlich auch nicht zur Zielgruppe. Wenn Ihr selbst Musical-Fans seid und Euch auch für Best-of-Alben begeistern könnt, solltet Ihr Euch vielleicht selbst ein Urteil bilden. Alle weiteren Termine für die Show findet Ihr im Internet auf www.greatest-show.de.

© parkscout/MV