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National Sea Life Bray: Bewertungen

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Was man erwartet - nur schlimmer?
Etwas irrefĂŒhrend kann der Name "National Sea Life Bray" schon sein, oder hĂ€tte hier wirklich JEDER auf anhieb das obligatorische Sea Life erwartet? Trotzdem haben wir wegen schlechtem Wetter und der Option auf ein Dach den Besuch in Angriff genommen.

Die Anfahrt durch das verschlafene Nest ist so spektakulĂ€r wie die Straßen Irlands - eng, verzweigt, unĂŒbersichtlich. Hat man dann endlich das Winzschild irgendwo am Bahnhof gefunden stellt sich vielleicht bald ErnĂŒchterung ein...
Bray scheint seine besten Jahre als Badeort hinter sich zu haben. An der Promenade stehen alte, verlassene PlĂ€tze - die nur noch stille Zeitzeugen zu sein scheinen, oder als Skateanlage benutzt werden und der raue Wind der See tut sein Übriges um eine etwas seltsame, aber nicht uninteressante AthmosphĂ€re zu verbreiten.

Ähnlich mutet auch das "National Sea Life Bray" an. hier wird geboten, was sonst auch in einem Sea Life geboten wird, nur irgendwie passend zum Eindruck von Bray, nĂ€mlich "verlassen". Ich weiß nicht, wie es im Hochsommer hier aussieht, aber die dunklen, blau gestrichenen GĂ€nge wirken zusammen mit den etwas bedröppelten Fischen schon sehr traurig, wenn nicht sogar drĂŒckend, besonders dann, wenn man irgendwie keine anderen Besucher entdeckt.

Die beiden "Do you want to touch a seastar?"-Nixen, die abgesehen von dem Satz eher mit dem KÀmmen ihrer Haare beschÀftigt waren und sich wohl durch Rumsitzen ein Zubrot neben der Schule verdienen, waren in dem Sinne nicht unhöflich, haben aber diese faszinierende Tristesse nochmals unterstrichen.

Highlight war die FĂŒtterung des betagten, fast blinden Kraken... Octopus um genau zu sein. Es war etwas unfreiwillig komisch zu sehen, wie die Pflegerin - wohl gemerkt die dritte Angestellte, was die Mitarbeiter dann wohl auch komplettiert - im abgedunkelten Becken stocherte und dann natĂŒrlich der Klassiker: "Der Octopus mag kein Blitzlicht", was von den plötzlich aufgetauchten, 20 Personen um das kleine Becken gekonnt ignoriert wurde. Wo haben die sich versteckt?

Das "National Sea Life Bray" scheint zudem eines der kleinsten Sea Lifes zu sein. Der erste Weg hat uns zur Toilette gefĂŒhrt, welche leider am Ende anzutreffen ist und nur durch den Einbahnstraßen-Parcour durch das ganze GebĂ€ude zu erreichen ist. Zwar haben wir in dieser Zeit noch nicht groß die Becken angeschaut, aber wir waren in gefĂŒhlten zwei Minuten durch die Anlage gelaufen. Löblich ist zu erwĂ€hnen dass man mit gelöster Karte den ganzen Tag ein und ausgehen kann, aber will man das? Nachdem wir in Runde zwei die Becken genauer angeschaut und die FĂŒtterung des "Kraken" gesehen hatten wollten wir eher nur weiter... Zum Beispiel zu der spektakulĂ€ren Wanderung ĂŒber die nahegelegenen Klippen, die vom Sea Life aus schon fantastisch aussehen - und auch mit dem Zug von Dublin aus durchfahren werden.

Der saftige Preis tut sein Übriges zur Wertung, wobei ich nochmals darauf verweise, dass man den ganzen Tag rein- und rausgehen könnte, was den Preis dann schon wieder "moderat" machen sollte. Trotzdem zeigen andere Sea Life-Anlagen was man machen kann - selbst auf kleinem Raum.

Wer aquatische Bewoner in Irland sehen will, der kann das gewiss an anderen Stellen besser als hier. Dennoch ist Bray ein verschlafenes Nest, das seinen eigenen Charme hat und den kann man sich gerne antun - aber ein Besuch im "National Sea Life Bray" muss nun wahrlich nicht (nochmal) sein.

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Andreas, 24.04.2013

Mein Gesamturteil:
s1
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