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Montag, den 07.01.2013 | Dieser Beitrag ist in den Rubriken Zoos und Tierparks und Pressemeldungen zu finden.

30 kleine Glücksbringer auf dem Schaubauernhof der Wilhelma


PressemitteilungWas für eine herrliche Sauerei: Gleich 30 Ferkel aus drei Würfen quieken, grunzen, toben und rennen derzeit auf dem Schaubauernhof um die Wette. Wenn so viele kleine Glücksschweine nicht ein gutes Zeichen für das neue Jahr sind! Dabei scheint gerade das Schwäbisch-Hällische Schwein wie geschaffen für die Rolle als Glücksbringer. Hat es doch selbst schon echt "Schwein gehabt" und konnte der Welt als wertvolles Nutztier erhalten werden.

Der Schwäbisch Hälllische Eber "Rapper" und die drei Sauen "Ina", "Liesel" und "Lissi" haben diesen Herbst ganze Arbeit geleistet: Mehr als 30 Ferkel in zwei Alters- und Größenklassen setzten sie gemeinsam in die Welt – so groß war der Sauhaufen auf dem Schaubauernhof zuletzt 2006! Seit dem Sommer 2011, seit der dreijährige Rapper und seine Gefährtinnen für die Erhaltung ihrer Rasse sorgen, wurden im Saustall der Wilhelma somit schon über 80 Ferkel geboren. Der imposante Eber mit der dekorativen weißen Schwanzquaste kommt bei den Damen also offenbar nicht nur gut an, sondern seine Bemühungen tragen auch reichlich Früchte. Was nebenbei gut für die schlanke Linie zu sein scheint, denn trotz seiner stattlichen 360 Kilogramm macht Rapper eine gute Figur. Aber auch die Sauen können es kurz vor der Geburt eines großen Wurfs auf über 300 Kilogramm bringen – allerdings specken sie während des Säugens gleich wieder rund 50 Kilogramm ab. Kein Wunder, denn bis zu 16 Ferkel auf einmal können auf dem Schaubauernhof an den Zitzen der Sauen hängen.

Die Zucht der Wilhelma floriert also. Aber das scheint nur gerecht. Schließlich war es der Gründer der Wilhelma, König Wilhelm I, der auch das Schwäbisch Hällische "erfand": Er ließ chinesische Maskenschweine aus England einführen und in wildschweinähnliche Landrassen einkreuzen. Bis in die 1950er Jahre war die Neuschöpfung des Königs "der Renner" im Ländle. Danach wäre sie jedoch ums Haar von modernen mageren Modellen verdrängt worden, 1970 galt es gar als ausgestorben. Doch einige sture Bauern retteten die robusten, auch "Mohrenköpfle" genannten Schweine quasi in letzter Minute und starteten mit wenigen Tieren eine neue Zucht. Dass das Comeback klappte, ist aber auch den Feinschmeckern zu verdanken. Weil sie das fette, schmackhafte Fleisch sehr goutierten, wurde die Zucht wirtschaftlich wieder interessant. Als Mitglied der "Züchtervereinigung Schwäbisch Hällisches Schwein" trägt die Wilhelma ebenfalls dazu bei, die steigende Nachfrage zu befriedigen. Sprich, der Schaubauernhof züchtet die Tiere wie ein richtiger Bauernhof auch für den Verzehr. Sind die Ferkel alt genug, werden sie an kleine Nebenerwerbsbetriebe abgegeben, wo sie bei guter Haltung gemästet werden, bis sie etwa 100 Kilogramm wiegen. Davor führen die rosa-schwarzen Glücksbringer auch in der Wilhelma ein angenehmes Leben bei Vollpension und vielseitigem Wellness-Angebot vom hauseigenen Schlammbad bis zum Solarium. Und erfreuen dabei kleine wie große Besucher – bis Ende Februar 2013 überdies noch zum günstigen Wintertarif.

© Wilhelma Zoologisch-Botanischer Garten Stuttgart




 




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