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Montag, den 04.03.2013 | Dieser Beitrag ist in den Rubriken Zoos und Tierparks und Pressemeldungen zu finden.

40 Jahre Washingtoner Artenschutzübereinkommen


PressemitteilungSeit 40 Jahren reguliert das Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES den internationalen Handel mit bedrohten Tier- und Pflanzenarten und trägt so zum Schutz von ca. 34.000 Arten bei. Auch Zoos unterstützen diesen Prozess maßgeblich, sei es durch Aufklärung oder durch gezielte und koordinierte Zuchtprogramme. Durch die Zusammen-arbeit mit dem Zoll kommt der Frankfurter Zoo aber auch häufig in unmittelbaren Kontakt mit illegal gehandelten Tieren.

Am 3. März 1973 wurde das internationale Übereinkommen CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) in Washington unterzeichnet und trat im Juli 1975 in Kraft. Der bereits 1976 von der Bundesrepublik und bis heute von insgesamt 177 Staaten ratifizierte Vertrag trägt Früchte: Der internationale Handel mit stark bedrohten Tierarten konnte weitgehend eingedämmt werden.

Dem Zoll kommt bei der Sicherstellung illegal gehandelter Arten eine Schlüsselrolle zu. "Frankfurt ist eine bedeutende Drehscheibe für den illegalen Handel", sagt Zoodirektor Prof. Dr. Manfred Niekisch. Ob scheinbar harmlose Souvenirs oder seltene Tiere und Pflanzen, die Zollbeamtinnen und -beamten kommen immer wieder Verstößen gegen das internationale Artenschutz­übereinkommen auf die Spur. Um geschützte Tierarten besser zu erkennen, steht dem Zoll ein vom Bundesumweltministerium entwickeltes Erkennungshandbuch zu Verfügung, das Niekisch maßgeblich überarbeitet hat. Vom Zoll beschlagnahmte Tiere werden oft in den Zoo Frankfurt gebracht. Hier werden die Tiere, die meist nicht artgerecht transportiert wurden, medizinisch betreut und aufgepäppelt.

Niekisch ist in verschiedenen Funktionen seit 1973 mit dem WA beschäftigt, war unter anderem lange Vorsitzender des Artenschutzbeirates beim Bundesamt für Naturschutz und hat an zahlreichen CITES-Konferenzen als Mitglied der Delegation der Bundesregierung oder von NGOs teilgenommen. 1985 erarbeitete er den CITES-Antrag für ein Verbot des Handels mit Froschschenkeln, der erste Antrag Deutschlands bei CITES überhaupt. Daraufhin wurden die zwei damals meistgehandelten Froscharten weltweit unter den Schutz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens http://www.prowildlife.de/CITES gestellt. Von 1983 bis 1989 bekleidete Niekisch in Frankfurt den Posten des Direktors bei TRAFFIC, einer Gemeinschaftsinitiative von WWF und der Weltnaturschutzunion IUCN. TRAFFIC ist das weltweite Netzwerk zur Beobachtung des Handels mit bedrohten Tier- und Pflanzenarten und arbeitet eng mit dem CITES-Sekretariat zusammen. In dieser Zeit unternahm Niekisch selbst zahlreiche Recherchen vor Ort, vor allem in Südostasien. Nach 25 Jahren internationaler Naturschutzarbeit in der Praxis vor Ort und an der Universität ist Niekisch nun dabei, den Zoo Frankfurt zu einem international anerkannten Zentrum des Natur- und Artenschutzes zu entwickeln. "Zoos haben heute viel umfassendere Aufgaben, als nur eine Auswahl an Tieren zu zeigen", erklärt der Zoodirektor und Vizepräsident der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt. Zootiere werden heutzutage nicht mehr im Freiland entnommen. "Zoos führen koordinierte Erhaltungszuchtprogramme durch, informieren über die Lebensweise und die Lebensraumbedrohung vor Ort und setzen sich für den Schutz der Lebensräume ein", so Niekisch. Denn zusammen mit dem Handel ist das Hauptproblem des Biodiversitätsschutzes die Zerstörung der Lebensräume. "Gerade dort, wo die Lebensräume noch intakt sind, werden Arten für den Handel gefangen und dann illegal in Verkehr gebracht. Der internationale Handel mit bedrohten Tier- und Pflanzenarten ist leider bestens organisiert und äußerst lukrativ", beklagt Niekisch. Er stellt auch eine Verschiebung im Handel fest. "Da der Zoll bei Fracht und Handgepäck per Flugzeug immer erfolgreicher im Aufgreifen von illegalen Sendungen ist, weichen immer mehr illegale Importeure auf Postpakete aus. Diese sind unauffälliger und die Erfolgsquote der Schmuggler damit größer", stellt Niekisch fest.

Besonders bei Arten mit zahlenmäßig stark dezimierten Beständen sind Erhaltungszuchten in Zoos ein Mittel, um den Genpool zu erhalten. "Wichtigstes Ziel der Erhaltungszuchten in Zoos ist der Aufbau demographisch und genetisch ausbalancierter Populationen, die auch als Grundlage zur Aufstockung schwindender Wildtierbestände in der Zukunft dienen können", sagt Niekisch. Für sechs Tierarten koordinieren Wissenschaftler des Zoo Frankfurt die Zuchtprogramme: Rostkatze, Gorilla, Nashornleguan, Sonnenralle, Socorrotaube und Schlanklori.

"Die Erhaltung der biologischen Vielfalt ist eine Herausforderung, die wir nur gemeinsam bewältigen können", erklärt Niekisch. "Im Zoo Frankfurt sensibilisieren wir unsere Besucherinnen und Besucher auch durch gezielte Informationen an den Gehegen und durch den Einsatz von Naturschutzbotschaftern für den Naturschutzgedanken", so Niekisch, "Denn jeder kann etwas zur Erhaltung der biologischen Vielfalt tun, z.B. durch ein nachhaltiges Konsumverhalten - ob zuhause oder im Urlaub, etwa wenn es darum geht ein Souvenir zu kaufen."

Niekisch wird aber auch nicht müde zu betonen, dass die Naturschutzarbeit der Zoos sich nicht auf das Zoogelände beschränken darf: "Wir müssen uns im Schutz der Lebensräume ebenso wie in der Bekämpfung des illegalen Handels mit bedrohten Tier- und Pflanzenarten engagieren, sonst werden wir es nicht schaffen, den Tsunami der Artenausrottung zu stoppen."

© Zoo Frankfurt




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