OK

Cookies ermöglichen eine bestmögliche Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Mehr Infos

Partner von LangnesePartner von Marco Polo



Home > Magazin > Arbeitsteilung bei den Geparden im Allwetterzoo Münster



Donnerstag, den 04.08.2011 | Dieser Beitrag ist in den Rubriken Zoos und Tierparks und Pressemeldungen zu finden.

Achtung, alter Parkscout-Artikel

Arbeitsteilung bei den Geparden im Allwetterzoo Münster


PressemitteilungMutter Xenia sorgt für die Körperpflege ihres Jungen, die Tierpfleger für ausreichend Milch!

Am 6. Juli wurde die sechsjährige Gepardin Xenia zum ersten Mal Mutter! Sie brachte drei Jungtiere auf die Welt. Leider suchte sie für die ersten Tage keine der vorhandenen Höhlen oder eine der warmen Hütten auf. Sie schleppte die Jungen vielmehr in ein Gebüsch am Rand der Anlage. Dort wurde drei Tage später ein Jungtier tot aufgefunden, ein zweites musste eingeschläfert werden. Bei ihm hatte sich die Nabelschnur so unglücklich um ein Beinchen gewickelt, das dieses bereits abgestorben war. Der dritte kleine Gepard erschien einigermaßen kräftig, wurde aber schon bald von den Pflegern ins Haus geholt. Xenia ließ den Kleinen manchmal bis zu drei Stunden allein auf der Anlage liegen. Hier hätten die vielen Krähen und Elstern im Zoo dem noch sehr kleinen Jungtier gefährlich werden können.


Im Haus konnte die Entwicklung des Gepardenkindes genau beobachtet werden. Und die Tierpfleger konnten es vor allem wiegen. Dabei stellte sich heraus, dass der Kleine nicht zunahm, sondern an Gewicht verlor. Vermutlich hatte Mutter Xenia keine Milch mehr. Die Pfleger probierten das Zufüttern mit einer speziellen Katzenmilch. Zum Glück klappte das schon beim ersten Versuch! Der kleine Gepard trinkt nun viermal am Tag insgesamt 200 Milliliter Milch aus dem Fläschchen. Die erste Mahlzeit bekommt er morgens um acht Uhr, weitere alle drei Stunden. Momentan, im Alter von knapp vier Wochen, "zahnt" der kleine Kater - und das bereitet ihm offensichtlich Schmerzen: Er hört plötzlich auf zu nuckeln, sucht nach den Fingern der Pflegerin oder des Pflegers, der ihn gerade füttert, und kaut darauf herum. Dann trinkt er weiter. Nach dem obligatorischen "Bäuerchen" steht Körperpflege auf dem Programm. Dafür benutzen die Pfleger einen Schwamm mit fester und weicher Seite. Auch die Mutter würde mit ihrer rauen Zunge das Fell ihrer Sprösslinge ablecken. Die Ganzkörpermassage regt unter anderem auch die Verdauung an.

Der Körperpflege ihres Jungen widmet sich aber auch Mutter Xenia. Sie entsorgt stets das "große Geschäft", frisst den Kot des Jungen und leckt ihn sauber. Sie ist inzwischen gut daran gewöhnt, dass sie zu den Fütterungszeiten des Kleinen auf die Außenanlage gehen soll, kommt aber nach spätestens zwei Stunden wieder zurück. Die Arbeitsteilung zwischen Mutter und Tierpflegern läuft bislang perfekt und zur Zufriedenheit aller: Xenia ist sehr ruhig und der Kleine entwickelt sich gut. Mit etwa fünf bis sechs Wochen wird er sich erstmals für das interessieren, was die Mutter frisst. Aber auch wenn er schon selbst Fleisch fressen kann, wird er noch weiter mit der Flasche gefüttert. Die Tierpfleger hoffen sehr, dass sie den Kleinen in drei Wochen – also gegen Ende August – zur Mutter auf die große Außenanlage lassen können. Bis dahin trainieren sie mit ihm, so dass er auf ihr Rufen kommt. Nur wenn der Kleine auf Zuruf zum Zaun kommt, können sie ihn auf der Freianlage füttern. Für jedes Fläschchen die Mutter von ihrem Jungen zu trennen, würde für beide Tiere Stress bedeuten.

Auch wenn Revierleiterin Carin Fels, ihr Stellvertreter Alexander Dietrich und weitere Tierpfleger den kleinen Geparden jetzt mehrmals am Tag versorgen, bleibt er ein Wildtier. Menschliche Berührungen werden auf ein Minimum beschränkt, Fremde dürfen den Kleinen unter keinen Umständen anfassen. Es ist vor allem gut, dass Xenia ihre Mutterpflichten ernst nimmt. So bringt sie ihrem Sohn auch das bei Geparden übliche Sozialverhalten bei. Derzeit ist er noch sehr wackelig auf seinen kurzen Beinchen unterwegs, aber wenn er erst einmal auf die Außenanlage darf, wird er bestimmt rasch das Rennen lernen! Immerhin sind Geparde die schnellsten Landsäugetiere und erreichen kurzzeitig Geschwindigkeiten von bis zu 115 km/h. Mit einem Jahr wird der Kleine, der von den Pflegern "Shaka" gerufen wird, seine endgültige Größe erreicht haben. Mit zwei Jahren gelten Geparde als ausgewachsen.

Xenia, die am 9. 5. 2005 im Zoo von Ebeltoft/DK geboren wurde, kam als "Problemkatze" im Mai 2010 nach Münster. In Dänemark hatte man sie mit drei verschiedenen Katern zusammengebracht, doch sie akzeptierte keinen als Partner. Erst Jabari hatte Erfolg! Der am 4. 9. 2008 in Salzburg geborene Gepard lebt seit Januar 2011 in Münster und ist Vater des kleinen Shaka. Inzwischen hat es sich in der Zoowelt herumgesprochen, dass der Allwetterzoo Zuchterfolge mit "Problemgeparden" hat. Demnächst wird eine zuchtunwillige Katze aus Lissabon nach Münster umziehen. Übrigens lebt auch die Urgroßmutter von Shaka in Münster: Megan, 1996 in Belfast geboren und seit elf Jahren in Münster, ist die Mutter von Xenias Vater.

Im Allwetterzoo sind die Voraussetzungen für die Zucht von Geparden optimal. Die insgesamt 7.500 qm große Anlage mit vier separaten Bereichen erlaubt die getrennte Haltung von Kater und Katze. Auch in Südafrika leben Geparde als Einzelgänger und treffen nur zur Paarungszeit aufeinander. In Münster betreiben die sehr erfahrenen Tierpfleger zudem ein regelrechtes "Zuchtmanagement". In den Bereich, den der Kater tagsüber bewohnt, lassen sie nachts die Katze. Sowie der Kater morgens zurückkehrt, kontrolliert er die Stellen, an denen die Katze in der Nacht uriniert hat. Eine Gepardin wird nur dann "hitzig", wenn ein Kater in der Nähe ist. Sie zeigt auch nicht die für andere Katzenarten typische "Rolligkeit". Damit fehlen die für den Menschen sichtbaren Anzeichen für den richtigen Zeitpunkt, zu dem Katze und Kater zusammen treffen sollten. Den passenden Termin bestimmt allein der Kater; denn nur er kann die hormonelle Veränderung im Urin der Katze und damit deren Empfängnisbereitschaft erkennen. Ist sie kurz vor dem Eisprung, ruft er laut und fordernd nach ihr. Dann lassen die Pfleger die Tiere zusammen. Quasi als "Vorspiel" treibt der Kater die Katze über das Gelände. Durch dieses Treiben wird der Eisprung ausgelöst. Ist die Katze bereit, legt sie sich hin. Und nach rund drei Monaten gibt es dann den erhofften Nachwuchs…


© Parkscout / Allwetterzoo Münster




 




KOMMENTARE     Eigenen Kommentar verfassen

Noch kein Kommentar abgegeben!


Hier eigenen Kommentar verfassen


Name (wird angezeigt)


E-Mail (wird nicht angezeigt, optional)


Webseite (wird angezeigt, optional)
Ihr Kommentar


Bitte den Text in der Grafik eingeben
(zwei Worte mit Leerzeichen)




Passende Ziele
Zoos und Tierparks
 Allwetterzoo Münster

Newsletter verwalten

-->