05.04.2012 | Magazin | Zoos und Tierparks

Der GaiaPark Kerkrade Zoo


Wenn ein Tierpark in den Niederlanden dreimal in Folge zum schönsten Zoo der Benelux gewählt wird und im Jahre 2011 eine Auszeichnung als bester Zoo des Landes bekommt, darf man sicherlich schon etwas erwartungsfroh sein. Die Rede ist hier vom GaiaPark Kerkrade Zoo gleich hinter der deutsch-holländischen Grenze bei Aachen, der erst im Jahre 2005 eröffnet wurde und somit einer der neuesten Tierparks in Europa sein dürfte.

Giraffengehege im GaiaPark

Konzipiert auf der Basis der Gaia-Hypothese, die in den 1960er Jahren entwickelt wurde und besagt, dass die Erde und ihre gesamte Biosphäre als eine einzige organische Einheit zu betrachten sind, sollen hier Tier, Mensch und Landschaft zu einem Ganzen werden. In den vier Bereichen "Limburg", "Taiga", "Savanne" und "Regenwald" wurde entsprechend viel Wert auf die landschaftliche Gestaltung des Wegesystems und der Gehege gelegt. Gleich hinter dem Eingang führt zunächst ein kleiner Weg vorbei an einem Bach und durch eine Höhle, die mit sphärischen Klängen beschallt wird, zu einem großen Platz mit einem Restaurant, der sozusagen als Verteilerstation dient, von der aus diese Areale betreten werden können.

An unserem Besuchstag entscheiden wir uns, zuerst den staubigen Savannen Afrikas einen Besuch abzustatten. Der Rundweg ist relativ kurz und liegt über den meisten Gehegen, so dass eigentlich immer eine gute Sicht auf die Tiere und ihre Umgebung gegeben ist. Zu den Highlights gehören neben einem großen Giraffen-Bereich gleich neben dem Restaurant, von dessen Außenterrasse man einen schönen Blick auf die langhälsigen Gesellen werfen kann, auch ein Löwen-Gehege mit großen Panoramafenstern, in die sogar ein Jeep eingelassen ist, der zur Hälfte in das Königreich der Raubkatzen ragt. Auch eine große Erdmännchen-Anlage dürfte zweifelsohne zu den Lieblingen der Zoobesucher gehören. Insgesamt wirkt der ganze Savannen-Bereich zwar sehr klein und ist verhältnismäßig schnell durchlaufen, aber die gesamte Gestaltung kann durchaus überzeugen.
Eule im GaiaPark

Hauptdarsteller im Regenwald sind offensichtlich die verschiedenen Affenarten, die ein großzügiges Areal für sich alleine beanspruchen. Außerdem gibt es hier auch ein begehbares Gehege mit Totenkopfäffchen, das am Besuchstag aber leider nicht geöffnet hatte. Auch die dort beheimateten Zwergflusspferde waren nicht zu sehen. Überhaupt waren im Regenwald viele Gehege leer oder nur sehr spärlich besetzt – zudem fanden überall im Zoo Baumaßnahmen statt, was den positiven Gesamteindruck leider etwas störte. Der Übergang zum Bereich "Taiga" ist relativ fließend und zeigt sich hauptsächlich an der andersartigen Gestaltung der Bepflanzung durch viele Nadelhölzer. Hier finden sich unter anderem Luchse, Wölfe, Uhus und verschiedene Paarhufer. "Limburg" schließlich ist der letzte der vier Bereiche, der einen Streichelzoo und hauptsächlich typische Bauernhof-Tiere vorstellt. Mit seiner Fläche von 15 Hektar ist der GaiaPark alles andere als ein großer Zoo, in dem man aufgrund der verschlungenen Wegeführung aber trotzdem eine ganze Weile unterwegs ist, wenn man wirklich alles sehen will. Die Gestaltung der Gehege ist zeitgemäß und weist kaum sichtbare Barrieren auf, Stahl; Gitter und Beton wurden zum größten Teil abgelöst durch Naturmaterialien wie Stein und Holz. Dies ist nicht nur optisch schöner als die klassische Tierhaltung mit Käfigen, sondern entspricht auch völlig dem propagierten Gaia-Gedanken.

Allerdings muss man auch darauf hinweisen, dass es sich bei dem GaiaPark um einen reinen Schönwetter-Zoo handelt. Es gibt kaum überdachte Flächen und Tierhäuser, was einen Besuch an einem Regentag nicht wirklich empfehlenswert macht. Außerdem klaffen noch große Lücken in der Artenvielfalt der dort lebenden Tiere. Dass es dort keine Elefanten oder Tiger gibt, kann man aufgrund der Größe des Zoos sicher verschmerzen, aber dass zum Beispiel völlig auf ein Aquarium oder Insekten und Reptilien verzichtet wird, ist schon ein wenig ärgerlich – zumal der Eintrittspreis auch nicht gerade besonders günstig ausfällt. Hier bietet der Burgers Zoo in Arnheim wesentlich mehr …

© parkscout/MV

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