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Bitte beachten: Dieses ist ein klassischer Parkscout-Artikel, der bestmöglichst an das neue Layout angepasst wurde
23.03.2011 | Interviews | Freizeitparks | Magazin

Parkscout stellt vor: onride.de


Im Internet gibt es inzwischen eine unüberschaubare Anzahl an Fan-Seiten, die sich mit einem oder gleich mehreren Freizeitparks oder dem Thema Achterbahnen beschäftigen. Parkscout möchte Ihnen in unregelmäßigen Abständen die besten, wichtigsten oder auch skurrilsten dieser Fan-Projekte vorstellen, die oft mit viel Herzblut betrieben werden und die sich auch schon häufiger als Sprungbrett in die Branche bewiesen haben. Heute ist onride.de an der Reihe, ein weiteres Fan-Forum, das allerdings noch einiges mehr bietet...

Obwohl onride.de bei weitem nicht so lange im Internet existiert wie das traditionsreiche Freizeitparkweb.de, hat trotzdem im Laufe der Jahre eine große Zahl an Stamm-Usern den Weg zu den "Blauen" gefunden. Als Startseite dient hier allerdings kein Forum, sondern ein Portal, von dem aus man die verschiedensten Bereiche von onride.de erreichen kann. So gibt es zum Beispiel einen Coaster-Count, mit dem registrierte User Statistiken über ihre bisher gefahrenen Achterbahnen erstellen und mit denen anderer User vergleichen können. Auch verschiedene Coastervideos stehen hier zum Download bereit – allerdings können diese qualitativ aufgrund ihres Alters nicht mehr mit aktuellen Aufnahmen auf Youtube mithalten.

Das Start-Portal von onride.de

Zu den meisten großen Parks in Europa gibt es redaktionelle Informationstexte und teilweise auch Bilder, die fast immer von den zuständigen Usern von onride.de auf dem aktuellen Stand gehalten werden. Außerdem werden hier Tagesberichte von Mitgliedern aus dem Foren-Bereich verlinkt, so dass auf diese Weise durchaus nützliche Informationen schnell und unkompliziert zu finden sind. Kleine Gimmicks wie ein Fernseh- oder Kirmeskalender finden sich ebenfalls auf der Startseite von onride.de und runden das Angebot ab. Das Forum selbst schließlich besteht aus insgesamt 16 öffentlich einsehbaren Bereichen zu allen möglichen Themen über Freizeitparks und Volksfesten – als registriertes Mitglied der Community sind es sogar deren 27. Um den vollen Umfang von onride.de nutzen zu können, muss man sich also wie bei Freizeitparkweb.de identifizieren. Neben der Nutzung des Forums macht dies vor allem auch dadurch Sinn, dass man an einem der zahlreichen onride-Treffen teilnehmen kann – von einem Tagestreffen bis zu großen Touren in die USA reicht das Angebot. Allerdings ist das Alter der Mitglieder im Vergleich zur "Konkurrenz" etwas niedriger, was sich manchmal auch auf den Diskussionsstil auswirken kann – allerdings haben die Moderatoren dies gut im Griff und reagieren im Ernstfall schnell und angemessen.

Tagesbericht bei onride.de





Parkscout hat mit Volker Sauer aus Gelsenkirchen, Betreiber von onride.de über die Geschichte und die Zukunft seiner Internet-Plattform gesprochen.

Parkscout: Wann wurde onride gegründet und wie kam es zu dem außergewöhnlichen Namen?

Volker Sauer: Rainer Ziesche betrieb damals die Seite coastervideos.de, auf der man (zur damaligen Zeit noch sehr seltene) Onride-Videos von Achterbahnen anschauen konnte. Aufgrund des großen Erfolgs suchte er nach einer weiteren prägnanten Domain. Die Domain "onridevideos.de" war leider schon vergeben - aber "onride.de" war noch frei und diente zunächst nur als Umleitung zu "coastervideos.de". Am 18. April 2003 gründete Rainer dann "sein eigenes Forum", weil ihn über coastervideos.de viele Anfragen und Anregungen zu Achterbahnen erreichten und sich daher anbot, diese im Rahmen eines Forums zu sammeln und zu veröffentlichen. Er schuf damit eine weitere Community, deren Schwerpunkt nicht vorrangig in der fachlichen Diskussion, sondern eher im gemeinsamen Erleben und dem Spaß am Hobby "Achterbahnen, Kirmes und Freizeitparks" lag - onride.de war geboren. Zunächst mit dem Untertitel "international rollercoaster community", später dann mit dem neuen Slogan "Faszination Achterbahn". onride.de feiert in diesem Jahr bereits den achten Geburtstag.

Volker Sauer
Parkscout: Wie kam es zu der Idee, eigene Touren zu veranstalten, die inzwischen sogar in die USA führen?

Volker Sauer: Nachdem wir einige Jahre nur Tagestreffen in zumeist deutschen oder angrenzenden europäischen Parks veranstalteten war es 2005 dann Zeit für den ersten Overnighter in Holland. Ein Jahr später saßen wir bereits in einem Bus. Die meisten Ideen für Touren kommen von unseren Mitgliedern selbst. Und auch bei der Umsetzung setzen wir auf das, was man heutzutage neudeutsch "Crowd-Power" nennt: für (fast) jeden Park haben wir in der onride-Gemeinde mindestens einen Spezialisten, der ihn wie seine Westentasche kennt. Dieses Wissen nutzen wir aktiv für die Umsetzung unserer Trips. Dazu kommt natürlich die jahrelange Erfahrung unseres Planungsteams bei der Durchführung von Gruppenreisen.

Parkscout: Kannst Du ein wenig über die Technik erzählen, die hinter onride 3.0 steckt?

Volker Sauer: Ausgehend von einer Standard-Forensoftware haben wir onride.de in den letzten Jahren mit einem kompetenten Team kontinuierliche weiterentwickelt. Hier ist insbesondere das Portal zu nennen. Jedes Mitglied kann sich seine Portalseite nach eigenen Vorlieben gestalten und die für ihn wichtigen Themen auf einen Blick zusammenstellen. Durch die Möglichkeiten, sich Themen und Beiträge zu merken, Foren zu beobachten oder zu ignorieren, kann jedes Mitglied selber entscheiden, was für ihn im Mittelpunkt steht. Einige Gimmicks, wie die Gestaltung einer eigenen persönlichen Seite und die dabei gegebenen Möglichkeiten der Interaktion zwischen den Mitgliedern, dienen der Förderung des Gemeinschaftsgedankens. In letzter Zeit lag unser Fokus auf dem neuen Redaktionssystem, welches das Redaktionsteam bei der Arbeit an der Präsentation deutscher und europäischer Parks unterstützt. Dabei werden sowohl manuelle als auch automatische Qualitätskontrollen eingesetzt und die Verknüpfung zu Forenbeiträgen und -berichten hergestellt. Um der zunehmenden Mobilität Rechnung zu tragen, gibt es auch einfachere Versionen der onride-Software, die auch auf mobilen Endgeräten und auf Smartphones läuft.

Parkscout: Wie sieht der typische User von onride aus und was hat sich heute im Vergleich zur Anfangszeit geändert?

Volker Sauer: Der typische User hat ein großes Interesse an den Parks in NRW, was sich beispielsweise an der Seitenzahl der Neuheiten-Diskussionen zeigt. Er ist meistens männlich, recht mobil und verträgt Winterpausen nicht so gut. Im Vergleich zu früher sind die Leute anspruchsvoller geworden, was Treffen anbelangt - positiver Nebeneffekt ist, dass man auch "abwegige" Touren nach Finnland, etc. machen kann, eben weil die Leute auch das Neue suchen. Der Fokus hat sich auch verschoben: Früher war man mehr in Deutschland unterwegs, mittlerweile ist es für viele Leute normal, "nur für Freizeitparks" das benachbarte Ausland oder sogar Übersee zu bereisen.

Parkscout: In einer so langen Zeit gibt es doch sicher die eine oder andere lustige Anekdote, oder?

Volker Sauer: Bei unserer ersten Bustour nach Belantis und Plohn sind wir auf der Rückfahrt in eine Umleitungs-Falle geraten. Wo immer wir auch lang fuhren - überall gab es Umleitungen und Sackgassen. Nach ca. einer Stunde waren wir dann wieder am Ausgangspunkt. Sehr lustig war auch die groß angekündigte Temple of the Nighthawk-Fahrt mit Licht bei unserem traditionellen Wintertraum-Treffen im Phantasialand. Die Teilnehmer hatten wohl mit etwas anderem gerechnet, als vor dem Eingang eine Taschenlampe zu bekommen. Der Spaß war trotzdem bei allen groß und die Fahrt ist unvergessen. Auf unseren Treffen selbst hat sich das sogenannte RED-Syndrom (Rum stehen, Essen und Diskutieren) etabliert. Die "Meute" zügig über eine Kirmes zu lotsen ist schier unmöglich. Aber auch in unserem Forum gibt es eine Menge Themen an die man sich gerne zurück erinnert. Legendär sind die Diskussionen über zukünftige Stahlknappheit, wenn weiterhin so viele Achterbahnen gebaut werden. Ebenso unvergessen ist der April-Scherz von 2005, der im Zusammenarbeit mit dem Holiday-Park entstand. Eine Achterbahn sollte wegen der Feng-Shui-Lehre um einige Meter versetzt werden. onride machte mit und gestaltete die komplette Seite um. R wurde zu L, es gab chinesische Schrift und Mönche als Thematisierung. Viele online-Portale und News-Seiten berichteten von der ungewöhnlichen Aktion.

Parkscout: Welche Pläne gibt es für die Zukunft von onride?

Volker Sauer: Vor allen Dingen wollen wir unseren Mitgliedern weiterhin eine gute Plattform bieten, auf der sie sich wohl fühlen. Den Gemeinschaftsgedanken werden wir weiter forcieren und die Software erweitern, um der zunehmenden "Konkurrenz" der vielen sozialen Netzwerke Rechnung zu tragen. Unser Redaktionssystem mit Vorstellungen der Parks werden wir weiter ausbauen. Ein anderes Thema ist auch unser Merchandise. Hier wollen wir uns in Zukunft mehr an den Mitgliederwünschen orientieren und das Angebot deutlich ausbauen. Natürlich wird es auch weiterhin spannende Touren geben. Falls unsere erste USA-Tour nach Florida ein Erfolg wird, werden wir die USA Touren auch weiter ausbauen. Auch andere Kontinente, wie Asien, sind dann nicht mehr weit. Das Ziel die Weltherrschaft zu erlangen haben wir allerdings abgelegt. Das wichtigste für uns und unsere Mitglieder ist und bleibt: Der Spaß am Achterbahn fahren!

© parkscout/MV