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Samstag, den 29.08.2009 | Dieser Beitrag ist in den Rubriken Zoos und Tierparks und Pressemeldungen zu finden.

Achtung, alter Parkscout-Artikel

Tiergarten Nürnberg: Paviane ziehen in ihr neues Zuhause ein


PressemitteilungEs ist erstaunlich, wie wenige Gehege oder Gebäude bisher aus Gründen des Tierschutzes seit der Neuanlage des Tiergartens im Jahr 1939 aufgegeben oder erneuert werden mussten. Aber einer dieser zu modernisierenden Punkte im Tiergarten war unzweifelhaft die Pavianhaltung im Inneren des "Affenbergs".

Für den Besucher nicht einsehbar lebten im "Affenberg" die Sphinx- Paviane bei schlechter Witterung in einem geheizten Innenstall unter heute nicht mehr vertretbaren Bedingungen. Die Gruppe von 20-30 Tieren musste sich dort einen Raum ohne Sichtbarrieren und ohne Rückzugsmöglichkeiten bei Konflikten teilen. Im Tiergarten wurde die Erneuerung des Pavianstalls im Jahr 2005 mit der Priorität I versehen, aber es gab keinen festgelegten Zeitraum für die Umsetzung des Projekts. Mit einer Ortsbegehung unter der Leitung von Frau Dr. Johanna Moritz, der Leiterin des Sachgebiets Tierschutz am Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), im März 2006 kam Bewegung in das Projekt. Zu Recht monierten die Gutachter mangelnden Platz, mangelnde Ausweichmöglichkeiten, fehlende Transparenz und unzureichende Beschäftigung der Tiere. Die Stellungnahme der Gutachter war unmissverständlich: die Pavianhaltung kann nur unter der Voraussetzung der Vorlage einer Neuplanung für das Innengehege bis 2007 fortbestehen.

Die komplizierte Planung des neuen Pavianstalls (Architekt: Herbert Dietz) wurde fristgerecht 2007 vorgelegt. Nach 10-monatiger Bauzeit, in der auch das Außengehege generalsaniert wurde, kann das Projekt heute der Öffentlichkeit vorgestellt werden. (Für die Paviane nutzbare Fläche: 100 m2, Höhe: 2,4-3,4 m, nutzbares Volumen: ca. 280 m3, Kosten: 605.000 € zzgl. Sanierung Außengehege). Wichtige Neuerungen gegenüber der alten Unterbringung: bedeutend größeres Raumvolumen für die Affen, Transparenz des Gebäudes für Besucher und Affen, strukturierte Klettereinrichtung, Rückzugsmöglichkeiten durch Raumgliederung, Ausweichmöglichkeiten durch Rundlaufsystem, Möglichkeiten für die Pfleger, mit den Affen distanzlos zu arbeiten. Bürgermeister Förther zeigt sich begeistert über das gelungene Projekt: "Ein für die Tierhaltung optimierter Funktionsbau ist entstanden, der sich architektonisch unaufdringlich in die Landschaftskulisse des Affenbergs einfügt. Nicht nur die Affen profitieren von diesem Neubau, sondern auch die Besucher können nun die Paviane durch Glasscheiben ganz nah und unmittelbar erleben. Ein Projekt, bei dem das Ergebnis überzeugt und das gleichzeitig seine veranschlagten Kosten eingehalten hat." Frau Dr. Moritz sieht einen erfreulichen Erfolg ihrer Arbeit: "Es ist zum Wohl der Tiere erfreulich, dass dem Gutachten des LGL zeitnah Taten gefolgt sind. Die Erfolge lassen sich bereits jetzt sehen: die Tiere scheinen entspannter zu sein als vorher, sie können sich aus dem Weg gehen und soziale Konflikte besser lösen. Im Umgang mit den Pflegern reagieren sie mit größerem Vertrauen.

In der Außenstation des Tiergartens wurden die Paviane bereits an das neue Management des unmittelbaren Umgangs gewöhnt. Die Aufzucht der Jungtiere verlief unter diesen methodischen Veränderungen im letzten Jahr problemloser als früher. Dieses Beispiel zeigt deutlich, dass ernst genommener Tierschutz ein wichtiger Baustein in der Arbeit der Zoos für den Artenschutz ist. Heute freuen wir uns gemeinsam über das Ergebnis unserer Zusammenarbeit." Auch der Tiergartendirektor zeigt sich zufrieden: "Schon 2005 hatten wir die Pavianhaltung intern auf Priorität I gesetzt. Die Kritik der Gutachter im Frühjahr 2006 haben wir damals nicht als Vorwurf sondern als Bestätigung unserer Einschätzung gesehen. Am Ende war es eine große Hilfe, durch die Stellungnahme des LGL das Projekt zeitnah umsetzen zu müssen."


© Parkscout / Tiergarten Nürnberg




 




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