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Donnerstag, den 27.06.2013 | Dieser Beitrag ist in den Rubriken Zoos und Tierparks und Pressemeldungen zu finden.

Wilhelma - Nachwuchs bei den Netzgiraffen


PressemitteilungEr wurde Ende Mai geboren, ist bildhübsch und noch ein wenig schüchtern: Nabil, der jüngste Nachwuchs in der Giraffenherde der Wilhelma. Inzwischen ist er jedoch mit Mama Kiburi im Vorgehege zu sehen, und bald wird er auch gemeinsam mit seiner älteren Halbschwester Anna und deren Mutter Kitale durchs große Freigehege streifen.

"Nabil" – dieser Name klingt fast wie das bei uns gebräuchliche Wort "nobel", das aus dem Französischen stammt. Und tatsächlich bedeutet es auch in der afrikanischen Sprache aus der Heimat der Netzgiraffen so viel wie "edel". Ein durchaus passender Name jedenfalls für den gutgewachsenen kleinen Bullen, der am 30. Mai auf giraffentypische Weise zwar nicht vom Himmel aber immerhin aus über zwei Metern Höhe fiel, weil Giraffenkühe im Stehen gebären. Bei der Geburt war Nabil mit rund 1,60 Metern Höhe und geschätzten 60 Kilogramm – ausgewachsene Netzgiraffen werden bis 5,5 Meter groß und 900 Kilo schwer – dabei etwas kleiner und leichter als seine Halbschwester Anna, als diese Mitte Februar 2013 auf die Welt kam. Auch im Wesen unterscheiden sich die beiden: Während Anna eher dem frechen "Hallo-hier-bin-ich-Typ" entspricht und von Anfang an neugierig und unerschrocken die Welt eroberte, hält sich Nabil bislang vornehm zurück. Das liegt aber wohl weniger an seinem Namen als am Geschlecht, wie Tierpfleger Matthias Berndt beobachtet hat: "Unserem Eindruck nach treten weibliche Kälber insgesamt mutiger und forscher auf, während die Buben eher vorsichtige Mamakinder sind."

Auch in puncto Bewegungsfreude hat Anna gegenüber dem Halbbruder die Nase vorn, was aber sicher nicht an dessen schlechterer Grundausstattung liegt, denn lang und kräftig sind Nabils Beine auch. Abgesehen davon ist eine gewisse Faulheit – oder nennen wir es "Energiesparprogramm" – bei Giraffenkälbern sogar gesund. Auch in der Wildnis sieht man sie nicht wie andere Tierkinder ständig herumtollen, sondern eher gemessenen Schrittes hinter ihren Müttern herschreiten oder im Schatten herumstehen. Gerade in der Savanne brauchen die Kälber jede Kalorie, um möglichst schnell zu wachsen und damit als Appetithappen für Löwen, Hyänen und Co. uninteressant zu werden. Und sie brauchen wachsame, wehrhafte Giraffenmütter –- was diese deshalb in hohem Maße von Natur aus sind, sogar im sicheren Zoo. Schon deshalb darf jede Giraffenmutter mit ihrem Neugeborenen in der Wilhelma mindestens eine Woche lang ein ungestörtes Mutter-Kind-Dasein im vorübergehend geschlossenen Giraffenhaus führen. Danach ist ihre Bindung ausreichend gefestigt und selbst die fürsorgliche Kiburi soweit entspannt, dass das Publikum nicht länger draußen bleiben muss. Jetzt, über drei Wochen nach Nabils Geburt, wird es zudem nicht mehr lange dauern, bis er und Kiburi zusammen mit Anna und Kitale ins große Freigehege gelassen werden. Um die Mütter vor männlichen Annäherungsversuchen zu schützen, bleiben der Vater der Kälber, der 13-jährige Bulle Hanck, sowie die beiden Halbstarken Casper und Malik dann jedoch im Vorgehege – und dürfen die Außenanlage in nächster Zeit nur im Wechsel mit den Kühen und ihrem Nachwuchs nutzen.

© Wilhelma Zoologisch-Botanischer Garten Stuttgart




 




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