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Donnerstag, den 15.11.2012 | Dieser Beitrag ist in den Rubriken Zoos und Tierparks und Pressemeldungen zu finden.

Wilhelma Stuttgart - Nachwuchs auf dem Schaubauernhof


PressemitteilungAuch wenn ihr Name ganz danach klingt: Rückständig oder gar "hinterwäldlerisch" sind die Hinterwälder Rinder keineswegs. Wegen ihres ausgewogenen Körperbaus werden sie heute von einigen Züchtern sogar als "Araber unter den Rinderrassen" bezeichnet. Doch obwohl das Hinterwälder Rind noch weit mehr Qualitäten aufweist als eine gute Figur, geriet es einst an den Rand der Ausrottung. Umso wichtiger für ihren Fortbestand ist daher auch der jüngste Hinterwälder-Nachwuchs in der Wilhelma: die Kuhkälber Darinka und Daja.

Gegen die Hochleistungsrinder der modernen Landwirtschaft hat die kleinste Rinderrasse Mitteleuropas kaum eine Chance. Anders als die im gesamten Schwarzwald weit verbreiteten Vorderwälder Rinder, waren Hinterwälder schon immer nur in einem sehr kleinen Gebiet zwischen Feldberg und Belchen im Südschwarzwald zu finden, das auch "Hinterer Schwarzwald" genannt wurde und den Rindern somit ihren Namen einbrachte. Auch wenn Darinka und Daja in der Wilhelma keine Hänge erklimmen müssen, das Rüstzeug hierfür bringen sie mit: Hinterwälder Rinder, die ausgewachsen eine Schulterhöhe von gerade mal 120 Zentimeter und ein Gewicht von durchschnittlich 420 Kilogramm erreichen, sind sehr geländegängig und bezwingen selbst steilste Höhen. Überdies sind sie sehr genügsam und kommen auch mit der kargen Nahrung der Schwarzwälder Bergwiesen bestens zurecht. Als sogenannte "Dreinutzungsrinder", also als Milch- und Fleischlieferanten sowie als Zugtiere, leisteten sie den Bauern früher beste Dienste. Und das sehr lange, denn Hinterwälder werden deutlich älter als die heutigen Hochleistungskühe, nämlich rund zehn bis 15 Jahre, und bleiben dabei lange produktiv.

Hinterwälder Kühe bekommen in der Regel jährlich ein Kälbchen. Dabei kann es den Nachwuchs heute durchaus ohne aktives Zutun eines Bullen geben, in der Wilhelma jedenfalls wird keiner gehalten. Das Sperma, das beim diesjährigen Nachwuchs von einem sogenannten Besamungsbullen namens "Hummel" stammte, gelangt vielmehr in Stickstoff gefroren an den Bestimmungsort, die Besamung übernimmt der Tierarzt. Schon kurz nach der Geburt müssen die Kälbchen dann mit dem "Personalausweis" der Rinderunion Baden-Württemberg ausgestattet werden: den auffälligen, gelben Ohrmarken. Die Wilhelma bildet hier keine Ausnahme. Ihre Mutterkuhherde umfasst derzeit neun Kühe und die zwei Kälbchen Darinka und Daja. Diese bleiben sechs Monate bei ihren Müttern Dharma und Dahome, bevor sie an andere Halter abgegeben werden.

Mit der Zucht bedrohter Haustierrassen wie den Hinterwäldern trägt die Wilhelma zu deren Erhaltung bei – und darf daher seit 2010 den Titel "Arche-Park" tragen. Denn nicht nur Wildtiere sind vom Aussterben bedroht. Auch die einstige Vielfalt, vor allem regionaler Haustierrassen, ging im letzten Jahrhundert stark zurück. Die besten Chancen für die dauerhafte Erhaltung seltener Nutztierrassen liegt dabei in ihrer gezielten Nutzung – ob als Milch- oder Fleischlieferanten. Beim vielseitigen Hinterwälder Rind klappte das Comeback sehr gut: Sein Fleisch ist bei Gourmets beliebt, aus der Milch lässt sich hervorragender Käse herstellen. So gibt es heute wieder rund 4000 Hinterwälder. Und das inzwischen nicht mehr nur im Südschwarzwald, sondern in ganz Deutschland und in der Schweiz.

© Wilhelma Zoologisch-Botanischer Garten Stuttgart




 




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