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Donnerstag, den 20.12.2012 | Dieser Beitrag ist in den Rubriken Zoos und Tierparks und Pressemeldungen zu finden.

Wohltuend stille Weihnachtsstimmung im Wintergarten der Wilhelma


PressemitteilungWer vom Gedrängel in überfüllten Städten und Weihnachtsmärkten genug hat und eine ruhigere, besinnliche Weihnachtsstimmung genießen will, der findet diese derzeit in der Wilhelma. Vor allem im Wintergarten: Diesen schmücken derzeit neben exotischen Palmen und Bananenstauden auch zahllose rote und weiße Weihnachtssterne sowie, sehr ungewöhnlich für diese Jahreszeit, blühender weißer Flieder. Und am letzten Adventssonntag können die Besucher nochmals alle Adventsangebote nutzen – vom Geschichten erzählenden Weihnachtsmann im Wilhelma-Restaurant über das Info-Mobil rund um Weihnachtsgewürze im Maurischen Landhaus bis hin zur Advents-Tombola im Menschenaffenhaus.

Normalerweise blüht der Flieder hierzulande zwar erst ab Mitte April. Doch mithilfe eines kleinen Kunstkniffs der Gärtner öffnet er in der Wilhelma alle Jahre wieder schon zur Weihnachtszeit seine weiße Blütenpracht. Der Trick: Der Weiße Flieder benötigt – wie viele andere Gehölze auch – eine bestimmte "Kältesumme" aus Kältegrad und -dauer, damit der Austrieb angeregt wird. Da diese ein normaler mitteleuropäischer Herbst nicht bieten kann, wird der Flieder Ende Oktober einer rund vierwöchigen leichten Frostkur im Kühlhaus unterzogen. Direkt danach braucht die Pflanze dann das genaue Gegenteil, um vollends in Blühstimmung zu kommen: Deshalb darf der Flieder anschließend mehrere Wochen lang mollige 26 Grad in einem Anzuchthaus genießen. Seine weihnachtliche Blüte macht ihn dann zur echten Rarität – selbst der gehobene Fachhandel kann weißen blühenden Flieder um diese Jahreszeit nur selten liefern, und wenn, dann zu Höchstpreisen.

Von den Weihnachtssternen dagegen, die gemeinsam mit dem Weißen Flieder derzeit den Wintergarten zieren, werden jedes Jahr viele Millionen verkauft – allein in Deutschland sollen rund 35 Millionen jährlich über die Ladentheken gehen, die Hälfte davon im Dezember. Dabei erleben wir bei unseren Exemplaren im handlichen Topfpflanzen-Format nur einen Bruchteil der wahren Größe und Schönheit des Weihnachtssterns: In ihrer Heimat Mittel- und Südamerika wachsen die "Flores de Noche Buena" – die "Blumen der Heiligen Nacht", wie sie in Mexiko heißen – nämlich zu imposanten, bis vier Meter hohen Sträuchern heran, ebenso wie mittlerweile in Afrika, Asien oder Australien, wo sie sich nach ihrer Einführung selbst ausbreiteten. Die schönen dunkelroten Blätter sind übrigens keine Blüten, sondern sogenannte Hochblätter, zwischen denen die echten, unscheinbaren grün-gelben Blüten sitzen. Aber auch die Hochblätter erfüllen ihre Aufgabe, Bestäuber anzulocken, sehr erfolgreich. Der Naturforscher Alexander von Humboldt brachte den Weihnachtsstern 1804 erstmals nach Europa, doch erst Joel Poinsett, der erste US-Botschafter in Mexiko, macht ihn weltweit bekannt, als er ihn ab 1828 begeistert an botanische Gärten verteilte. Ihm zu Ehren trägt der Weihnachtsstern bis heute den wohlklingenden Zweitnamen "Poinsettia".

© Wilhelma Zoologisch-Botanischer Garten Stuttgart




 




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