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| Freitag, den 16.07.2010 |
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Von Gewinnern und Verlierern der Hitzewelle
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Den Giraffen macht die Hitze nicht zu schaffen |
Mascha und Leonid haben's gut. Während unsereiner bei diesen tropischen Temperaturen und gefühlten 60 Grad im stickigen Büro sitzt und sich höchstens mit dem Gedanken an die bedauernswerten Bauarbeiter in der Gluthitze deutscher Autobahnen trösten kann, werden die beiden mit Bergen von Eis verwöhnt.
Kamtschatkabär müsste man sein
Mit frischem Obst, Fleisch und Fisch drin versteht sich. Denn Mascha und Leonid sind Kamtschatkabären, und den erwähnten Service lassen ihnen die Pfleger des Tierparks Hagenbeck zuteil werden. Und wenn es den beiden imposanten Pelztieren dann immer noch zu warm ist, drehen sie zur Abkühlung eine Runde in ihrem Privatpool. Da lässt man sich die Hitze doch gern gefallen, auch wenn man als Bewohner der russischen Halbinsel Kamtschatka durchaus auch an andere Temperaturen gewöhnt ist (im Winter gerne mal bis zu 35 Grad – minus).
Abkühlung im Elefantenpool
Von Natur aus hitzekompatibler sind da schon die asiatischen Elefanten. Aber auch sie sind im Sommer 2010 einer Abkühlung nicht abgeneigt. Und so plantschen die Elefantenkinder Rani, Shahrukh und Shila vergnügt im gehegeeigenen Schwimmbecken, statt die Tageshitze, wie in freier Wildbahn üblich, ruhend und dösend über sich ergehen zu lassen. Auch die erwachsenen Dickhäuter wagen gerne einen Sprung ins kühle Nass.
Kalte Dusche für Alpakas
Die Alpakas dagegen bevorzugen die Erfrischung durch eine morgendliche Dusche. Verständlich, denn wer will schon mit einem so dicken Fell ganz unter Wasser? Da ein solcher Vierbeiner aber nun mal nur schwer in eine Duschkabine passt, stellt der Tierpfleger für sie jeden Morgen den Rasensprenger an. Positiver Nebeneffekt dieser Art des Wasservergnügens: Nicht nur die Alpakas, sondern auch ihre Mitbewohner, die Wasserschweine und Nandus, kühlen auf diese Weise ab.
Die Nachteile der Hitzewelle
Während die Zootiere den momentanen Temperaturen also durchaus positive Seiten abgewinnen können, wachsen mit steigender Hitze auch die Sorgen der Zoobetreiber. Nach dem kalten Winter und dem nassen Frühjahr sorgt nun ein zu heißer Sommer für geringe Besucherzahlen. Seit Jahresbeginn musste ein Besucherrückgang von gut 100.000 Menschen verkraftet werden. Besonders problematisch ist dies in Anbetracht der Tatsache, dass Hagenbeck der einzige Tierpark dieser Größe in Deutschland ist, der als Familienbetrieb ohne staatliche Zuschüsse geführt wird. Bei Betriebskosten von 32.000 Euro am Tag (!) schon an sich keine leichte Aufgabe, die bei weiter sinkenden Besucherzahlen noch schwieriger wird. Und so hofft der Zoo auf angenehmere Temperaturen, während seine Bewohner die Vorzüge der Hitzewelle in vollen Zügen genießen.
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© Parkscout.de / US , Bild: Tierpark Hagenbeck
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