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Raik © Alex Mura
© Alex Mura



Donnerstag, den 30.06.2016 | Dieser Beitrag ist in den Rubriken Magazin und Freizeitparks zu finden.

Phantasialand: Klugheim ist eröffnet!


Klugheim © Alex Mura
© Alex Mura
Willkommen in Klugheim!
Zwei Jahre Planung und weitere zwei Jahre Bauzeit hat es gedauert, bis am gestrigen Mittwoch endlich die neue Erlebniswelt "Klugheim" im Phantasialand eröffnet werden konnte.

Wo früher eine in die Jahre gekommene kleine Westernstadt mit einem ebenfalls nicht mehr gerade als State-of-the-Art zu bezeichnender Darkride als Relikt der Anfangsjahre nur noch nostalgischen Wert hatte, wurde nun ein weitläufiges mittelalterliches Areal erschaffen, das gleich zwei Achterbahnen beheimatet und einmal mehr das neue, moderne Phantasialand kennzeichnet, das auf international herausstechende Qualitätsmerkmale und nicht aus traditionellen Gründen auf Stagnation setzt.

Wir hatten die Gelegenheit, uns Klugheim gestern abend bei schönstem Wetter anlässlich des Pre-Opening für geladene Gäste ganz genau anzuschauen und möchten Euch gerne unsere Eindrücke vermitteln, die wir nach dem ersten Schritt in die neue Themenwelt hatten. Diese sind zugegebenermaßen diesmal recht lang ausgefallen, aber wir denken, dass die auch internationale Bedeutung dieser Neuheit den Umfang des Artikels durchaus rechtfertigt.

Klugheim

"Klugheim" ist der Name der Stadt, eingebettet in einem Tal und umgeben von gewaltigen Basaltstein-Formationen, die als gleichermaßen beschützendes wie mystisch bedrohliches Szenario eine atmosphärisch dichte Kulisse schaffen. Natürlich konnte man im Phantasialand aufgrund des bekanntlich begrenzten Platzangebots keinen weitläufigen Ort errichten, aber durch den geschickten Einsatz von Häuserelementen wurde dennoch eine optische Tiefenwirkung geschaffen, durch die die Illusion der mittelalterlichen Stadt perfekt funktioniert. Hilfreich dabei war zweifellos auch die Tatsache, dass Klugheim auf mehreren Höhenebenen realisiert wurde – der Blick von oben in die tiefen Schluchten beeindruckt gleichermaßen wie die Sicht von unten auf die gewaltigen Basaltfelsen. Vor allem aber erlaubt die konzeptionelle Struktur kaum Blicke in die anderen Themenbereiche des Parks – Klugheim ist eine in sich völlig abgeschlossene Welt ohne störende Einflüsse von außerhalb.

Klugheim © Alex Mura
© Alex Mura
Blick auf Klugheim
Bei der Realisierung dieser mittelalterlichen Stadt mit Fantasy-Elementen hat man vor allem auf traditionelle Handwerkskunst gesetzt. Egal, ob es nun hölzerne Skulpturen, verschiedenste Dachkonstruktionen oder die Pflastersteine auf dem Boden sind: Alles wirkt so, als sei es vor Jahrhunderten entstanden. Überall sind kleine Details zu finden – angefangen von mittelalterlichen magischen Symbolen bis hin zu den passenden Lampen, die Klugheim bei Einbruch der Dunkelheit in Szene setzen. Man neigt oft dazu, das Haar in der Suppe zu suchen – aber die Thematisierung des Bereichs ist schlicht und ergreifend so perfekt gelungen, dass man es nicht hätte besser machen können. Besonders erwähnenswert ist hier übrigens auch die akustische Untermalung: Das Sound-Design in Klugheim ist atemberaubend! Man hört Raben, die über den Besuchern zu kreisen scheinen, und während mittelalterliche Klänge den Marktplatz mitten im Bereich beleben, ertönt im Hintergrund ein bedrohliches Knarzen im Basaltgebirge. Sogar an eine Anpassung der Sounds für bestimmte Tageszeiten wurde gedacht. Bei Einbruch der Dunkelheit verstummen die Raben nämlich und stattdessen hört man Grillen und Eulen. Das ist eine Art von Perfektion, die man weltweit nur äußerst selten finden dürfte – Chapeau!

Impressionen der Eröffnung von Klugheim im Phantasialand

Bild links Bild rechts
  • Klugheim<br />© Alex Mura
  • Taron<br />© Alex Mura
  • Taron<br />© Alex Mura
  • Taron<br />© Alex Mura
  • Klugheim<br />© Alex Mura
  • Klugheim<br />© Alex Mura
  • Klugheim<br />© Alex Mura
  • Klugheim<br />© Alex Mura
  • Klugheim<br />© Alex Mura
  • Klugheim<br />© Alex Mura
  • Klugheim<br />© Alex Mura
  • Klugheim<br />© Alex Mura
  • Klugheim<br />© Alex Mura
  • Klugheim<br />© Alex Mura

Auch wenn man die beiden Achterbahnen nicht fahren möchte, ist der Spaziergang durch Klugheim mit seinen Gesteinsformationen, schwarzen Gräsern, einladend wirkenden Häusern, Brücken und verschlungenen Wegen ein Erlebnis für sich. Der Marktplatz in der Mitte der Stadt bietet die passende gastronomische Vielfalt, die man von einem derartigen Ort auch erwarten würde: Schmalzbrot und Flammkuchen statt Pommes Frites und Currywurst sind hier angesagt. Ein neues Service-Restaurant in Form einer urigen Taverne kredenzt Eierknöpfli, Schweinehaxe oder Kaiserschmarrn – Hausmannskost in Perfektion lautet hier das Credo. Und die Thematisierungsfreude macht selbst bei den sanitären Anlagen nicht Halt: In Klugheim gibt es keine Toiletten mit Keramikkacheln, die den Gast aus der Illusion reißen würde, sondern eine dem Thema angepasste Gestaltung.

Taron

Der Hauptanziehungspunkt der neuen Themenwelt ist natürlich die neue Achterbahn "Taron", ein Multi-Launch-Coaster aus dem Hause Intamin. Dass die Anlage gleich mehrere Weltrekorde für sich in Anspruch nimmt, ist zwar eine nette Begleitinformation, aber auch ohne diese Superlative ist die Bahn einfach überragend. Alleine der Anblick des undurchsichtigen Schienenknäuels, das Klugheim in weiten Teilen dominiert, übt eine derartige Faszination auf den Besucher aus, dass dies mit Worten kaum zu erklären ist. Zwar gibt es inzwischen auch einige Onride-Videos der Fahrt, allerdings können diese die unglaubliche Kraft und Geschwindigkeit, mit der die Züge von "Taron" über die Strecke donnern, nicht einmal ansatzweise wiedergeben.

Taron © Alex Mura
© Alex Mura
Taron in voller Fahrt
Der erste Abschuss alleine beschleunigt die Fahrgäste schon auf eine beachtliche Geschwindigkeit, mit der die folgenden Kurven und Umschwünge bewältigt werden und sorgt auch für einen unerwarteten Airtime-Moment, gibt aber tatsächlich nur einen kleinen Vorgeschmack auf den zweiten Launch, der "Taron" dann zu wirklichen Höchstleistungen bringt.

Wo andere Launch Coaster oft etwas antiklimatisch daherkommen mit einem starken Abschuss und einem eher langweiligen Finale, ist das Timing bei "Taron" schlicht und ergreifend perfekt berechnet – die Geschwindigkeit nach dem zweiten Launch wird fast bis zum Ende durchgehend gehalten und trotz enger Kurvenradien fährt sich "Taron" ungemein flüssig, ohne auch nur eine Sekunde lang ruppig zu werden.

In einer Zeit, in der leider immer mehr Achterbahnen gebaut werden, die erstens viel zu kurz sind und zweitens die eigentliche Fahrt zugunsten sich schnell abnutzender Gimmicks vernachlässigen, sticht "Taron" mehr als positiv heraus. Der Multi-Launch-Coaster hat eine erstaunlich lange Strecke, eine ansprechende Fahrdauer und vor allem einen Fokus auf das, worauf es letztlich ankommt: Fahrspaß. Will man "Taron" nur als reine Achterbahn bewerten, reiht sie sich ohne Zweifel in die Liste der besten Anlagen Europas ein und hat bei der Eröffnung unter den Fans bereits den bisherigen Multi-Launch-König "Helix" im schwedischen Liseberg vom Thron geworfen. Berücksichtigt man bei einer Einordnung der Achterbahn jedoch auch das vom Phantasialand errichtete Setting, in das "Taron" integriert wurde, wird es schwer sein, eine weltweit vergleichbare Anlage zu finden, die eine gleichermaßen so hohe Qualität der Bahn selbst und der Thematisierung bietet. Natürlich hat jeder Besucher bestimmte Prioritäten, und Achterbahntypen sind auch nur sehr bedingt vergleichbar, aber wie schon bei "Chiapas" muss man ganz klar auch bei "Taron" das Attribut "Weltklasse" vergeben.

Raik

Raik © Alex Mura
© Alex Mura
Raik
Relativ spät hatte das Phantasialand für Klugheim eine zweite Achterbahn angekündigt, die sich neben "Taron" ebenfalls durch die neue Themenwelt schlängeln sollte: "Raik". Dabei handelt es sich um einen Family Boomerang von Vekoma, der sich naturgemäß hauptsächlich an Kinder richten soll, obwohl er durchaus eine nicht zu verachtende Geschwindigkeit entwickelt, die auch Erwachsene anspricht. Diese Boomerang-Variante verzichtet aufgrund der Zielgruppe auf Überschläge jeglicher Art, bietet aber natürlich trotzdem die für diesen Achterbahntyp bezeichnende Vor- und Rückwärtsfahrt.

Auch hier wurde ein ausgesprochen bequemer Zug eingesetzt, wobei größere Personen mit langen Beinen etwas Probleme beim Einstieg haben könnten. Die Fahrt selbst ist butterweich ohne irgendwelche Schläge und bietet gerade für kleinere Kinder, die "Taron" noch nicht nutzen dürfen oder wollen, eine ideale Gelegenheit, trotzdem die Basaltformationen zu erkunden. Dass sowohl die Station als auch die Züge selbst sich dem hohen Qualitätsniveau der Thematisierung von Klugheim und "Taron" anpassen, soll nicht unerwähnt bleiben.

Fazit

Zwei lange Jahre hat das Phantasialand uns nun auf die Folter gespannt. Die Erwartungshaltung war von den ersten Entwurfsgrafiken über die Errichtung der Basaltfelsen und der Achterbahnen bis hin zu den letzten Wochen, wo der Bereich nicht mehr einsehbar war, immens hoch. Fans haben monatelang spekuliert, es wurden virtuelle Onrides entworfen und jede kleinste neue Information sorgte für weitere Spekulationen. Seit gestern nun sind alle Geheimnisse gelüftet, alle Phantasien wurden erlebbar. Und man muss ganz klar sagen: Das Phantasialand hat mit Klugheim nicht nur alle Erwartungen erfüllt, sondern sie übertroffen. Um es ganz deutlich zu sagen: Einen derart detailverliebten Themenbereich mit einer derartig großartigen Achterbahn wie "Taron" findet man nirgendwo sonst in Deutschland, in Europa und vielleicht sogar auf der ganzen Welt. Das, was das Phantasialand seinen Gästen ab sofort bietet, ist ein gleichermaßen visionäres wie beeindruckendes Erlebnis, das einmal mehr das kreative Qualitätsbewusstsein des Parks verdeutlicht.


Taron (Onride)


© parkscout/MV, Fotos: Alex Mura




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