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07.09.2026 | Magazin | Zoos und Tierparks

Zoo Duisburg im Jahre 2026


Unser letzter Besuch im Zoo Duisburg lag bereits etliche Jahre zurück – also wurde es mal wieder Zeit für eine kleine Stippvisite in den direkt neben einer Autobahn gelegenen Tierpark mitten im Ruhrgebiet. Wir waren wirklich gespannt, wie sich der Zoo in der Zwischenzeit entwickelt hat – zumal uns bei unserem letzten Besuch durchaus ein paar negative Dinge aufgefallen waren wie eine unübersichtliche Wegeführung oder optisch wenig ansprechende Gehege.

Delphinarium im Zoo Duisburg

Kümmern wir uns aber gleich zu Beginn um den Elefanten im Raum: Der Zoo Duisburg ist neben dem Tiergarten Nürnberg der einzige Zoo in Deutschland, in dem immer noch trotz ständiger Proteste von Tierschutzgruppen Delphine gehalten werden, die mehrmals täglich in Shows zu sehen sind. Diese sind sicherlich durchaus informativ und werden von vielen Besuchern des Zoos auch gut angenommen, aber das ganze Delphinarium wirkt arg aus der Zeit gefallen – ob Präsentationen dieser Art heutzutage noch sinnvoll sind, mag jeder für sich selbst entscheiden. Hinzu kommt noch, dass uns die gesamte Gestaltung des Gebäudes und des Beckens nicht wirklich überzeugt hat – wenn man schon meint, unbedingt Meeressäuger halten zu müssen, dann sollten es wenigstens auch entsprechend große Becken sein.

Algen und Gitter

Leider gibt es aber auch einige weitere Kritikpunkte, die uns den Besuch etwas verdorben haben. Der japanische Garten ist zum Beispiel eigentlich ein Highlight des Zoos, aber der kleine See inmitten der Areals war dermaßen mit Algen übersät, dass es wirklich kein schöner Anblick war. Überhaupt wirken viele Stellen des Zoos etwas ungepflegt und in die Jahre gekommen. Aber auch eigentlich hübsch angelegte Bereiche haben ihre Probleme: Wir haben nun zum Beispiel das dritte Mal die begehbare Lemurenanlage besucht, aber die angekündigten freilaufenden Kattas und Varis konnten wir erneut nur in ihren Innengehegen sehen – und dies sowohl am Vor- wie auch am Nachmittag. Die Außenanlagen für Menschenaffen sind aktuell wegen größerer Bautätigkeiten für eine neue Zwergflusspferd-Anlage nicht einsehbar, so dass dem Besucher nur ein Blick auf die trostlosen Innengehege des Äquatoriums bleibt, die wirklich nicht dazu geeignet sind, die Laune zu steigern.

Orang Utans im Äquatorium

Positiv aufgefallen ist uns die Möglichkeit, den Lageplan des Zoos mit dem Smartphone zu laden, was die Navigation auf dem Gelände deutlich erleichtert, die früher nur mit einem aufpreispflichtigen gedruckten Plan möglich war. Ebenfalls positiv war, dass bei unserem Besuch an einem leeren Werktag alle gastronomischen Einrichtungen geöffnet waren und man so jederzeit etwas zu essen oder zu trinken bekam – das haben wir in anderen Zoos schon deutlich anders erlebt. Dass die Elefantenhaltung in diesem Jahr aufgegeben wird, würden wir ebenfalls als positives Zeichen werten, da man den modernen Anforderungen an die Haltung der Dickhäuter nicht mehr gerecht werden konnte.

Impressionen aus dem Zoo Duisburg


Der Zoo Duisburg ist insgesamt ein klassischer Zoo – mit all seinen Vor- und Nachteilen. Zu kleine und rundherum zu betrachtende Gehege ohne Rückzugsmöglichkeiten sorgen dafür, dass man die Tiere jederzeit und überall sehen kann, was für viele Besucher durchaus positiv erscheinen mag. Eine optisch reizvolle Gestaltung oder gar Thematisierung sucht man hingegen vergebens – alles wirkt zweckmäßig und durch die häufige Nutzung von Beton auch irgendwie lieblos. Wenn man dann noch den Eintrittspreis von 20 Euro für Erwachsene in eine Bewertung einbezieht, muss man leider sagen, dass es in Nordrhein-Westfalen einfach deutlich bessere Alternativen gibt. Ob der Zoo Duisburg mit seinem neuen Masterplan den Anschluss hinbekommt, wird die Zukunft zeigen ...

© parkscout/MV

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