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28.05.2013 | Magazin | Freizeitparks

Ein neues Gebirge für die Rutschebanen


Den Kopenhagener Tivoli umgibt schon seit Jahrzehnten eine Aura des Mystischen. Die Mischung aus Kultur, Nostalgie und Moderne macht den dänischen Stadtpark zweifellos zu etwas Besonderem – nicht umsonst hatte Walt Disney einmal gesagt, dass er hier die Inspiration zu seinem eigenen Freizeitpark gefunden hätte. Nächstes Jahr gibt es nun dort einen runden Geburtstag zu feiern, der sich allerdings auf eine Achterbahn bezieht und nicht auf den Park selbst: Die altehrwürdige "Rutschebanen" wird 2014 hundert Jahre alt.

Rutschebanen mit dem alten Gebirgsmassiv © Tivoli Kopenhagen

Hergestellt von dem amerikanischen Coaster-Pionier LaMarcus Adna Thompson, ist die Holzachterbahn heute ein Relikt aus längst vergangenen Tagen. Aufgrund der fehlenden Räder unter der Schiene wird der Zug hier nur durch seitliche Räder auf der 750 Meter langen Strecke gehalten, was die Anwesenheit eines Bremsers an Bord nötig macht, der die Geschwindigkeit mit einem großen Hebel manuell steuern kann und somit das mögliche Entgleisen des Zuges bei zu hohem Tempo verhindert. Gerade dieser Umstand macht "Rutschebanen" heute zu einem einmaligen Erlebnis – die Popularität des Coasters unter den Besuchern des Tivoli ist auch 99 Jahre nach dem Bau der Anlage ungebrochen.

Ein zu hohes Bergmassiv

Rechtzeitig zum 100. Geburtstag der Bahn im kommenden Jahr wird man wieder zu den Wurzeln zurückkehren. Dazu muss man sagen, dass die "Rutschebanen" ursprünglich in ein hohes Bergmassiv eingebunden war – ein Thematisierungsansatz, der den Stadtvätern ein Dorn im Auge war, da Besucher der Stadt nach dem Verlassen des Hauptbahnhofs das Konstrukt schon von weitem sehen konnten. Die historischen Gebäude Kopenhagens erschienen den Zuständigen wohl angemessener als erster Eindruck für die Gäste aus aller Welt als ein künstliches Gebirge mitten in der Innenstadt. Aus diesem Grunde wurde das Bergmassiv irgendwann im Laufe der 1920er Jahre abgebaut, bis heute musste die "Rutschebanen" ohne ihr ursprüngliches Umfeld auskommen.

Doch da sich Ansichten und Meinungen nun einmal im Laufe der Jahre ändern können, hat man in Kopenhagen beschlossen, das ursprüngliche Felsmassiv als Geburtstagsgeschenk für die "alte Dame" wieder neu zu errichten. Rechtzeitig zur nächsten Saison sollen die Züge also wieder durch ein bergiges Umfeld donnern und daran erinnern, wie die "Rutschebanen" wohl bei ihrer Eröffnung auf die damaligen Besucher gewirkt haben mag. Dieser Umbau, den sich der Tivoli rund vier Millionen Euro kosten lässt, ist umso begrüßenswerter, da der ebenfalls in Kopenhagen ansässige Freizeitpark Bakken seit 2010 aus Kostengründen bei seiner Holzachterbahn aus dem Jahre 1932 neue Züge einsetzt, die keinen Bremser mehr an Bord erfordern und der Bahn damit ihren Nostalgiefaktor beraubt haben.

Onride der Bahn vor dem Umbau

© parkscout/MV

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