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Bitte beachten: Dieses ist ein klassischer Parkscout-Artikel, der bestmöglichst an das neue Layout angepasst wurde
09.01.2012 | Freizeitparks | Magazin

Holzachterbahnen in Deutschland


Bandit, Movie Park Germany
Da ja zur kommenden Saison im Europa-Park die neue Holzachterbahn "Wodan" eröffnet, wäre dies eigentlich ein guter Anlass, einen kleinen Überblick über die bisherigen Woodies in Deutschland zu geben, zumal sich die Anzahl solcher Holzkunstwerke bis dato noch im eher kleinen Rahmen bewegt. Gerade vier Freizeitparks haben sich hierzulande den Luxus einer solchen wartungsintensiven Anlage bisher erlaubt.

Bandit, Movie Park Germany
Der 1999 von der Roller Coaster Corporation of America und dem Schweizer Unternehmen Intamin hergestellte Coaster gilt als die erste moderne Holzachterbahn Deutschlands und wurde seinerzeit noch unter ihrem früheren Namen "Wild Wild West" eröffnet. Mit einer Höhe von 28 Metern und einer Streckenlänge von mehr als 1.000 Metern gehört "Bandit" klar zu den größeren Vertretern seiner Art und wurde vom bekannten Ingenieurbüro Werner Stengel entworfen. Die Fahrt bietet enge Kurven, eine gehörige Portion Airtime und führt in mehreren Eben durch einen dichten Holzbalkenwald. Im Laufe der Jahre traten immer stärker unangenehme Vibrationen auf, die den Fahrspaß leider etwas mildern – allerdings versucht der Park derzeit, dieses Problem durch eine Überarbeitung und den Austausch von Holzteilen zu beheben. Es wäre durchaus wünschenswert, wenn "Bandit" wieder zu seiner alten Form auflaufen könnte, denn das Layout der Bahn ist einfach klassisch gut und gehört mit zum Besten, was ein Woodie bieten kann. Colossos, Heide Park
Im Jahre 2001 legte der Heide Park in Norddeutschland kräftig nach und baute mit "Colossos" nicht nur die höchste und schnellste Holzachterbahn Europas, sondern hier wurden auch erstmalig neue Fertigungsverfahren eingesetzt, die eine angenehmere und möglichst ruckelfreie Fahrt ermöglichen sollten. Wenn sich die Züge aus einer Höhe von 52 Metern in die Tiefe stürzen, ist dies der Beginn einer mehr als zweiminütigen Airtime-Sensation – was negative g-Kräfte angeht, ist der Holzkoloss in Soltau kaum zu schlagen. Der Preis für dieses außergewöhnliche Erlebnis ist allerdings eine recht langweilige Streckenführung, da der Fokus hier eben nicht auf enge Kurven und ein in sich verschlungenes Schienenknäuel gelegt wurde, sondern auf eine hohe Geschwindigkeit und das Gefühl der Schwerelosigkeit während der Fahrt. Auch optisch ist "Colossos" natürlich alleine schon aufgrund seiner enormen Ausmaße ein echter Hingucker, dem keine andere Holzachterbahn in Europa das Wasser reichen könnte.

Mammut, Erlebnispark Tripsdrill
Mammut, Erlebnispark Tripsdrill
Nicht ganz so hoch und schnell geht es bei "Mammut" zu, der 2008 im Erlebnispark Tripsdrill eröffneten Holzachterbahn, die aber dafür ein schickes Theming im Sägewerk-Stil erhalten hat – schließlich geht es hier nicht um den ausgestorbenen Riesen-Elefanten, sondern um die gleichnamigen Bäume. Mit viel Liebe zum Detail wurde hier von Ingenieur-Holzbau Cordes, Gerstlauer Amusement Rides und dem Ingenieurbüro Stengel ein Holz-Kunstwerk geschaffen, das zwar auf der einen Seite genug Action und Rasanz bietet, um auch hartgesottene Achterbahnfans zu begeistern, das aber auf der anderen Seite auch noch familientauglich genug ist, um die Hauptzielgruppe des Parks nicht abzuschrecken. Dieser Spagat wurde von den Schwaben geschickt gemeistert, zumal die Gestaltung der Station und des Wartebereichs mit ihrer Vermittlung von traditionellem Wissen mehr als nur gelungen erscheint.

El Toro, Freizeitpark Plohn
Die kleinste Holzachterbahn Deutschlands findet man im Freizeitpark Plohn in Sachsen. Die 2009 eröffnete und von Great Coasters International gebaute Anlage überrascht allerdings jeden Gast mit einer außerordentlich druckvollen Fahrt, die in Deutschland konkurrenzlos ist. Die Züge brettern in einer derart konstant hohen Geschwindigkeit über die Schienen, dass einem der Atem stockt. Auf dem Papier mögen die Höchstgeschwindigkeit von knapp 75 Stundenkilometer und die Höhe von 24,5 Metern vielleicht nicht überzeugen, doch wer einmal den Ritt auf dem sächsischen Stier gewagt hat, merkt schnell, dass sich der Freizeitpark Plohn hier ein echtes Schmuckstück geleistet hat, das in Punkto Fahrspaß die anderen deutschen Holzachterbahnen hinter sich lässt. Ob die Parkbetreiber angesichts des stark auf Familien mit kleineren Kindern fokussierten Besucherportfolios bei der Planung mit einem derart kraftvollen Woodie gerechnet haben, darf bezweifelt werden – das Ergebnis hingegen ist über jegliche Kritik erhaben.

© parkscout/MV

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