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 © Movie Park Germany
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Freitag, den 04.04.2014 | Dieser Beitrag ist in den Rubriken Interviews, Magazin und Freizeitparks zu finden.

Mit Sicherheit sicher!


Jeder Freizeitpark beschäftigt Mitarbeiter, die in der Regel nicht "on-stage" arbeiten wie beispielsweise Operator oder Angestellte in den Shops sowie im Gastronomie-Bereich und trotzdem für einen reibungslosen Tagesablauf sorgen sollen. Dazu gehören unter anderem die Verwaltung, die Lagerhaltung, die Erste Hilfe oder auch der Sicherheitsdienst, dessen Bedeutung oft von den Gästen unterschätzt wird.

Um den Menschen, die tagtäglich für die Sicherheit der Besucher sorgen, einmal die verdiente Aufmerksamkeit zu geben, haben wir uns mit Dave Webster, Supervisor Security des Movie Park Germany, über die schwierigen Aufgaben des Sicherheitsdienstes unterhalten.

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Dave Webster, Supervisor Security des Movie Park Germany
Parkscout: Können Sie uns erst einmal einen kleinen Überblick darüber geben, für welche Bereiche die Security im Movie Park Germany verantwortlich ist?

Dave Webster: Eigentlich für alles, was mit der Sicherheit des Parks und der Gäste zu tun hat. Da wäre zunächst einmal die Betreuung der Außenflächen, der Parkplätze und die Regelung des an- und abreisenden Verkehrs sowie die Zusammenarbeit mit den Behörden oder die Einhaltung von Brandschutzkonzepten. Wir kümmern uns natürlich auch um Straftaten wie Diebstähle, Vandalismus oder Schlägereien - auch wenn diese selten vorkommen. Geldtransporte beziehungsweise Geldbewegungen innerhalb des Parks gehören genauso zu unseren Aufgabengebieten wie Schlüsseldienste, Objektschutz für den geschlossenen Park, Informationsvermittlung für Gäste oder auch die stichprobenartige Mitarbeiterkontrolle beim Verlassen des Parks.

Parkscout: Aus wieviel Mitarbeitern besteht die Security im Movie Park Germany?

Dave Webster: Unsere Gesamtabteilung umfasst 22 Mitarbeiter – allerdings wird diese Zahl in den Sommerferien erhöht. Zu Halloween haben wir dann ohne Fremdpersonal einen Mitarbeiterstamm von 30 bis 35 Personen - dazu kommen externe Firmen, die zum Beispiel am Main Gate Alkoholkontrollen durchführen oder an den Mazes die Altersfreigaben durchsetzen. Es werden auch Fremdfirmen damit beauftragt, Feldhausen an hochfrequentierten Halloween-Tagen abzusperren und nur noch Anlieger durchzulassen oder an den Ampelanlagen für längere Grünphasen auf der Zufahrtsstraße zu sorgen, um die Verkehrsplanung zu optimieren. Parkscout: Wie kommt man eigentlich zur Security? Gibt es dafür bestimmte Ausbildungen?

Dave Webster: Es gibt mehrere Ausbildungen, darunter auch eine richtige, zwei bis drei Jahre dauernde Berufsausbildung. Als Mindestanforderung für die Tätigkeit gilt die Sachkundeprüfung IHK 34a Bewachungsgewerbe, es gibt aber auch Ausbildungen bis hin zum Werkschutzmeister. Ich selbst war Soldat und danach noch längere Zeit für das Militär beschäftigt, zum Beispiel mit der Bewachung von Militäranlagen, und bin so zur Security gekommen. Wichtiger als jede Ausbildung ist allerdings die Erfahrung, die von keinen Prüfungsnachweisen ersetzt werden kann. Es ist immens wichtig, Menschen und Situationen bereits im Vorfeld einschätzen zu können, bevor überhaupt etwas passieren kann. Dafür muss man schon ein Stück weit paranoid sein, denn die Frage "was ist wenn ...", die man sich dabei ständig stellt, ist ein großer Teil der Arbeit, bei der auch eine gehörige Portion Fingerspitzengefühl gefragt ist – schließlich arbeiten wir in der Vergnügungsbranche und wollen den Gästen auch nicht den Tag verderben.

Der Artikel wurde zuerst veröffentlicht in unserem Print-Magazin parkscout|plus

 © Movie Park Germany
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Dave Webster
Parkscout: Gibt es im Security-Bereich juristische Fallstricke? Ich denke zum Beispiel an jugendliche Randalierer, die man nicht so einfach aus dem Park werfen kann …

Dave Webster: Nehmen wir den typischen Fall: Eine Schulklasse mit fünfzig Kindern im minderjährigen Alter und fünf Lehrer mit Aufsichtspflicht. Wenn nun zum Beispiel eines dieser Kinder im Park Vandalismus betreibt, halten wir es zunächst einmal fest und versuchen, die Lehrer oder die Eltern zu informieren. Da die Kinder oft nicht die Wahrheit erzählen, versuchen wir, die Personalien aufzunehmen und von den Erziehungsberechtigten die Erlaubnis einzuholen, die Kinder nach Hause schicken zu dürfen. Wenn wir die Personalien nicht feststellen können, rufen wir die Polizei hinzu, die sich dann um alles weitere kümmert.

Parkscout: Wie eng arbeiten Sie allgemein mit der Polizei zusammen?

Dave Webster: Wir pflegen ganz allgemein gute Beziehungen zur Polizei. Die Polizei Recklinghausen trainiert zum Beispiel bei uns in der Winterpause ihre Drogenspürhunde, es gab auch schon ein Training der SEK bei uns – wir bieten einfach ideale Bedingungen für solche Dinge, eine kleine Stadt, in der niemand bei einem Training dazwischen läuft. Ansonsten helfen wir der Polizei natürlich bei Vorfällen im Park – wir leisten die Vorarbeiten und können die Situationen entsprechend genau schildern, wenn die Polizei bei uns eintrifft, was deren Arbeit wiederum natürlich auch erleichtert. Ähnlich verhält es sich mit der Feuerwehr. Bei einem Voralarm beträgt unsere Reaktionszeit weniger als zwei Minuten. Wenn die Feuerwehr schließlich bei uns eintrifft, können wir schon ganz genau sagen, wo die Meldung geortet wurde und führen sie mit Lotsen durch das Parkgelände. Mit den Jahren hat sich eine exzellente Zusammenarbeit entwickelt, bei der man sich inzwischen auch persönlich kennt.

Parkscout: Gibt es ein paar originelle Anekdoten im Zusammenhang mit der Security des Movie Park Germany?

Dave Webster: Bei einer TV-Produktion auf unserem Gelände war eine sehr bekannte amerikanische Sängerin zu Gast. Zu diesem Anlass gab es damals auch ein großes Buffet, auf dem unter anderem auch ein großes Schiff zur Dekoration angebracht war. Dies musste jedoch auf Wunsch des Managements der guten Dame noch schnellstens geändert werden, da man ihr Celine Dion für den Titanic-Song "My Heart Will Go On" vorgezogen hatte. Ein arabischer Prinz hatte zum Beispiel in seinem Gefolge eigene Leibwächter, die den Park eine Stunde vor seinem Besuch inkognito und teilweise sogar bewaffnet inspizierten. Schön ist auch die Geschichte des Mitarbeiters einer Schauspielertruppe, die 1997 bei uns beschäftigt war. Der Mann hatte sich irgendwie einen Schlüssel für den Green Room des Maverick-Theaters besorgt, sich dort häuslich einquartiert und sich vor uns auf dem Dach versteckt. Und vor kurzer Zeit hat doch tatsächlich eine Frau im Schließfachbereich unseres Fundbüros ein Kind geboren. Es passieren also laufend Dinge, die man kaum glauben kann.

© parkscout/MV




 




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