Bitte beachten: Dieses ist ein klassischer Parkscout-Artikel, der bestmöglichst an das neue Layout angepasst wurde
12.10.2010 | Freizeitparks | Magazin

Black Mamba


Der Looping der Black Mamba
Die schwarze Mamba ist nicht nur eine der gefährlichsten Giftschlangen des afrikanischen Kontinents, sondern gehört gleichzeitig auch zu den schnellsten Exemplaren ihrer Art: Geschwindigkeiten von rund 20 Stundenkilometern sind bei diesen gefürchteten Tieren kein Problem. Es gibt sogar ein Exemplar, das es locker auf über 80 Sachen bringt - allerdings müssen Sie dafür keine große Reise südlich des Mittelmeers machen. Ein Besuch des traditionsreichen Freizeitparks Phantasialand in Brühl ist eher der geeignete Ort, um danach zu suchen. Dort wurde nämlich im Jahre 2006 "Black Mamba" eröffnet, ein Coaster, der in Kombination mit dem Themenbereich "Deep in Africa" die Messlatte für künftige Projekte dieser Art beeindruckend hochgelegt hat.

Der Grund hierfür ist natürlich zum einen bei der Bahn selbst zu suchen, die von dem bekannten Schweizer Unternehmen Bolliger & Mabillard entworfen und realisiert wurde, welches unter Fachleuten als Lieferant extrem hochwertiger Achterbahnen bekannt ist. Gerade die Qualität und vor allem die Laufruhe der Anlage war bei der Konzeption der "Black Mamba" besonders wichtig, da es sich hierbei um einen Inverted Coaster handelt, bei dem man durch Schulterbügel gesichert wird. Eine unruhige Fahrt resultiert bei dieser Art von Bahn leider immer in ungewollten Berührungen mit eben diesen Bügeln, die zuweilen recht schmerzhaft sein können. Die Wahl auf Bolliger & Mabillard hat sich dagegen mehr als gelohnt: "Black Mamba" katapultiert seine Mitfahrer nun schon seit Jahren dermaßen sanft durch die verschiedensten Überschlagselemente, dass man es kaum glauben mag.
Der Lifthill im Gebäude
Mehr als gelungen ist auch das Layout des Coasters, der insgesamt fünf Inversionselemente liefert und trotz seiner 4,5 G nicht wirklich belastend wirkt - übrigens ganz im Gegensatz zu seiner spanischen Schwester "Batman La Fuga", die man auch bei nur leichten Kreislaufproblemen meiden sollte wie der Teufel das Weihwasser. "Black Mamba" ist eine reinrassige Spaßmaschine der Superlative - angefangen bei der stimmungsvollen und soundgeladenen Ausfahrt aus dem mystisch beleuchteten Stationsgebäude bis hin zu gefühlten Beinahe-Kollisionen mit einem rauschenden Wasserfall oder unterirdischen Höhlenwänden. Gleich nach der Auffahrt mit dem in einem afrikanischen Bauwerk untergebrachten Lift läuft die Schlange sofort zur Höchstform auf: als erstes Fahrelement steht gleich ein großer Looping auf dem Programm, durch den eine kleine Brücke verläuft, von der aus andere Besucher den Fahrverlauf gut beobachten können. Teile der Strecke verlaufen nun mehrere Meter unter dem Bodenniveau, vorbei an dicht bewachsenen Abschnitten und durch Felsvorsprünge hindurch.

Aber nicht nur die Bahn als solche überzeugt auf ganzer Linie - auch der Themenbereich ist eine Attraktion für sich. Wer bislang dachte, dass eine derart detaillierte und atmosphärisch dichte Gestaltung in Europa nur im Disneyland Resort Paris möglich ist, wird hier schnell eines besseren belehrt. Obwohl das Areal teilweise durchaus an das Adventureland im französischen Königreich der Maus erinnert, weiß die afrikanische Thematik in Brühl fast besser zu gefallen: Dies liegt sicher zu einem Großteil auch daran, dass rund 5.000 Einzelteile extra für "Deep in Africa" in Kamerun hergestellt und nach Europa verschifft wurden, um im Phantasialand ein Dorf entstehen zu lassen, das möglichst authentisch wirkt. Auch die Flora wurde entsprechend angepasst: Palmen, Bananenstauden oder Riesenbaumfarne sorgen für das nötige botanische Flair. Überall wurden Lautsprecher installiert, die im gesamten Bereich für eine sehr angenehme Soundkulisse sorgen: Exotische Vögel, Affengebrüll oder Buschtrommeln aus der Ferne lassen den Besucher schnell vergessen, dass er sich in einem Freizeitpark mitten in Nordrhein-Westfalen befindet - die Illusion funktioniert nahezu perfekt.

Die reinen Zahlen und Fakten sind bemerkenswert: Ein Areal von 15.000 Quadratmetern wurde im Laufe von 16 Monaten einem kompletten Terraforming unterworfen, 60.000 Kubikmeter Erde mussten dabei bewegt werden, die Schluchten in dem Gelände, durch die sich der Coaster schlängelt, sind bis zu 13 Meter tief. Rund 22 Millionen Euro hat der Bau von "Deep in Africa" und der "Black Mamba" gekostet - und dieses Gesamtkonzept ist ohne Zweifel jeden Cent davon wert - eine gelungenere Symbiose aus Action, Thrill und Gestaltung dürfte man zur Zeit in Europa wohl nirgends finden.



© parkscout/MV

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