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06.06.2013 | Zoos und Tierparks | Magazin

135 Jahre Zoo Leipzig


Mit rund 850 Tierarten und Unterarten gehört der Leipziger Zoo heute zu den artenreichsten Tieranlagen Europas. Dabei hat auch hier alles einmal sehr klein angefangen. Bereits seit 1876 hatte der Leipziger Gastwirt Ernst Pinkert in seiner Restauration "Zum Pfaffendorfer Hof" exotische Tiere ausgestellt. Zulieferer war übrigens ein gewisser Carl Hagenbeck, ein aufstrebender Tierhändler und Tierparkbetreiber aus Hamburg.

Historische Aufnahme des markanten Eingangsportals © Zoo Leipzig

Am 9. Juni 1878, dem Pfingstsonntag, präsentierte Pinkert seinen Besuchern auf dem Gelände hinter der Gaststätte schließlich den Pfaffendorfer Tierpark, ein Privatunternehmen, das als der 23. Zoo in Europa in die Geschichte eingeht. Und schon das erste Wochenende war ein voller Erfolg: etwa 4.500 Leipziger fanden den Weg in den Tiergarten und bestaunten Löwen, Tiger, Kängurus, Antilopen und Papageien. Die Eröffnung des Alten Raubtierhauses im gleichen Jahr mag darauf hindeuten, dass der Zoo schon hier nicht mehr als bloße Ergänzung der Gaststätte gedacht war. Bereits fünf Jahre später konnte das Areal des Zoos auf nun insgesamt drei Hektar erweitert werden, und wiederum nach fünf Jahren musste die Gaststätte dem neuen Gesellschaftshaus (der heutigen Kongreßhalle) weichen, die im Jahr 1900 eingeweiht wurde. Bereits ein Jahr zuvor, 1899, war der Privatzoo in die Aktiengesellschaft Zoologischer Garten zu Leipzig umgewandelt und konnte mit neuen Geldern in den kommenden Jahren ein Neues Raubtierhaus, ein Affenhaus und das Verwaltungsgebäude errichten. Und auch nach dem Tod des Zoogründers im Jahr 1909 schien sich die Erfolgsgeschichte fortzusetzen: 1910 wurde das Aquarium errichtet, drei Jahre später folgte der Anbau des Terrariums.

Einen tiefen Einschnitt brachte dann allerdings der Ausbruch des Ersten Weltkrieges: Nicht nur, dass zahlreiche Zoo-Mitarbeiter, darunter auch Direktor Johannes Gebbing, als Soldaten in die Schlachten zogen, auch wirtschaftlich wurde der Krieg zum Desaster für den Tierpark. Die Rationierung von Brot, Getreide und Fleisch führte zu Mangelernährung der Tiere und damit letztlich auch zu vielen verwaisten Gehegen, die Besucherzahlen brachen ein. 770.000 Mark betrugen die Schulden der Aktiengesellschaft im November 1918. In der Folge wurde der Zoo der Stadt Leipzig unterstellt und versuchte, durch die Verleihung von Tieren an Filmproduktionen Gelder einzunehmen. Zwischen 1920 und 1935 konnte das Gelände auf nun 12,5 Hektar erweitert werden, zeitgleich entstanden das Dickhäuterhaus, die Bärenburg, ein Planetarium, die Rhesus- und Paviananlage mit der Pinguinanlage auf der Rückseite, Flugkäfige und Raubtierfreianlagen sowie einige Klinkerbauten, 1935 folgte der Tierkindergarten. Kriegsbedingt schloss der Zoo Leipzig auch zwischen 1939 und 1945 seine Pforten, konnte jedoch bereits am 6. Mai 1945, also noch vor dem offiziellen Kriegsende, wieder erste Besucher empfangen und schon zwei Jahre später sein Gelände wiederum vergrößern.

Impressionen aus dem Zoo Leipzig


Der nächste große Einschnitt, diesmal im positiven Sinne, folgte im Jahr 1998, als man mit den Arbeiten für ein neues umfassendes Gesamtkonzept begann, das in der Folge unter dem Namen "Zoo der Zukunft" mehrere Neueröffnungen zur Folge hatte. Den Anfang machte die Löwensavanne Makasi Simba am 8. Februar 2001, gefolgt vom Pongoland am 2. April des gleichen Jahres. Bislang größtes Projekt des Konzeptes ist die 2011 eröffnete Tropenhalle Gondwanaland, die die Besucher auf mehr als 16.000 Quadratmetern durch die Tier- und Pflanzenwelten Asiens, Afrikas und Südamerikas führt. Für die nächsten Jahre plant der Zoo außerdem unter anderem eine Hochgebirgsanlage für Schneeleoparden, kleine Pandas und Greifvögel sowie eine begehbare Pinguin- und Robbenanlage.

© parkscout/US

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