Partner von Marco Polo



Home > Magazin > Vom Zoo zur Erlebniswelt - aus Käfigen werden Dioramen



Freitag, den 23.05.2008 | Dieser Beitrag ist in den Rubriken Zoos und Tierparks und Magazin zu finden.

Achtung, alter Parkscout-Artikel

Vom Zoo zur Erlebniswelt - aus Käfigen werden Dioramen


Früher hieß ein Besuch im Zoo: Tiere hinter Gitter sehen - zu Gast im tierischen Knast. Zumindest konnte es so wirken. Aber auch damals wurden die "Zellen der tierischen Insassen" sicherlich nach zu dieser Zeit geltenden tier-wissenschaftlichen Gesichtspunkten und natürlich auch möglichst ansehnlich für die Besucher geplant und gebaut - meistens.

Das gerade in den 1960er und 70er Jahren Tierbehausungen eher wahren Betonburgen glichen, lag einfach an der Zeit - schauen Sie sich mal Schulen oder andere öffentliche Gebäude aus dieser "Epoche" an - große Unterschiede in der Bauweise zwischen zoologischem Affenhaus und dem städtischen Gymnasium um die Ecke werden Sie selten feststellen.

Heute ist der Trend doch ein ganz anderer: vermutlich durch schwindende Besucherzahlen beunruhigt, suchten gerade die großen Zoos, oft nahe an der Pleite, nach dem rettenden Strohhalm. Und den scheinen viele gefunden zu haben - sein Name: Erlebniswelten.


Über den Tellerrand geschaut

Offenbar haben sich viele Zoobetreiber, Direktoren oder wer auch immer verantwortlich war, die Erfolge der großen Freizeitparks in den USA aber auch Europa angesehen und deren immer neue Besucherrekorde. Disney's Animal Kingdom, der in Florida beheimatete "König der Tiererlebniswelten" mag ein weiterer Ort der Inspiration gewesen sein (wobei dessen Fertigstellung die Planungen heutiger Zoos maximal während, nicht vor Beendigung der Entwicklung beeinflusst haben wird).
Thematisierung, abtauchen in unbekannte und ferne Länder, Abenteuer, Erleben, Edutainment - das scheinen die Schlagworte zu sein, die die "Macher" mit nach Hannover, Gelsenkirchen, Leipzig oder wo auch immer hin mitgenommen haben. Auf jeden Fall wollte man den von edukativen Discovery-Reportagen und der Informationsflut des Internets verwöhnten potentiellen Besucher mit neuen, aufregenden Mitteln von der Couch zu den Tieren locken. Aber die Idee,ein starker Wille, motivierte Mitstreiter und Enthusiasmus reichten natürlich nicht - jetzt musste Geld her. Aber glücklicherweise fanden sich vielerorts Sponsoren und Investoren für die es lohnend erschien, sich in dem Glanz des Endergebnis zu präsentieren. Wundern Sie sich also nicht, wenn Ihr Zoo in Zukunft vom gleichen Anbieter betrieben oder gesponsort wird, der auch links oben im Absenderfeld Ihrer zweimonatlichen Stromabrechnungen steht. Aber wer auch immer davon profitiert oder sich einen Imagegewinn verspricht - dem Zoobesucher und -bewohnern kann es egal sein, denn das Endergebnis kann sich oft heute schon sehen lassen.

Die Ergebnisse

Tauchen Sie in das Abenteuer Sambesi mitten in Hannover, erleben Sie Alaska oder Afrika in Gelsenkirchen, besuchen Sie die Wüste in Apeldoorn oder staunen Sie über den Kölner Elefantenpark, der so imposant wirkt, wie die Jurassic Park-Anlage im gleichnamigen Hollywood-Blockbuster - diese Liste lässt sich fasst beliebig weiterführen.


Die Käfige sind so gut wie verschwunden, die Lebensräume der Tiere gleichen jetzt eher natürlich (wirkenden?) Dioramen - Tiger leben im Dschungel, Zebras in der Steppe oder Eisbären in Alaska. Beobachten Sie nun Lebewesen vielfältigster Art ähnlich wie in freier Wildbahn. Selbstverständlich ist das eine Illusion - aber augenscheinlich fühlen sich auch die meisten Tiere so deutlich wohler.

Die Besucherzahlen geben den Betreibern aber auf jeden Fall recht - dort wo Investitionen in diese Richtung gemacht wurden, entwickeln sich diese positiv - die Menschen scheinen Ihr Interesse für die Zoos neu entdeckt zu haben. Angestiegene Mehrfachbesuche oder der Jahreskarten-Absatz sprechen eine deutliche Sprache.



Mitverantwortlich dafür sind natürlich auch verschiedene Aktionen und Events - heutzutage kann man in fast jedem etablierten Tierpark bestimmte Bereiche für eigene Festivitäten im großen Stil mieten. Oder aber ungewöhnliche Events locken Besucher, die sonst selten bis nie in einen Zoo gehen würden. Dazu kommen auch Kinder immer mehr auf Ihre Kosten: tolle Abenteuerspielplätze und andere Angebote bieten Spaß und Spiel - verbrachte man früher ein paar Stunden im Zoo, so wird heute daraus ein kompletter Tagesausflug. Dank oft perfekter und guter Gastronomie ein lohnenswerter Umstand für die Betreiber.

Ist ihr letzter Besuch im Zoo schon einige Zeit her? Try it again - es wird sich lohnen. Informieren Sie sich über unsere Seiten und entdecken Sie ihren Zoo neu - einige Tipps zu "Erlebniswelten" finden Sie in der folgenden Auflistung:

Mehr Infos "Erlebniswelten":

Erlebnis-Zoo Hannover
Zoo Leipzig
Apenheul
Burgers Zoo
Zoo Köln (Elefantenpark Köln)
ZOOM Erlebniswelt (Gelsenkirchen)




© Parkscout/AS Fotos: Zoo Leipzig, Erlebnis-Zoo Hannover




 




KOMMENTARE     Eigenen Kommentar verfassen

Einen ähnlicher, positiver Entwicklungstrend ist auch im Allwetterzoo Münster zu erleben. Zwar Dominieren noch Betonbunkerbauten, aber die neueren Teile des Zoos sind riesige und authentisch nachempfundene Gehegewelten. Weiter so!

24.05.2008 18:23
Michael Lanzendorfer






Hier eigenen Kommentar verfassen


Name (wird angezeigt)


E-Mail (wird nicht angezeigt, optional)


Webseite (wird angezeigt, optional)
Ihr Kommentar


Bitte den Text in der Grafik eingeben
(zwei Worte mit Leerzeichen)




Advertisement

Diesen Artikel
empfehlen

Advertisement